Zwei ungewöhnliche MSI-Grafikkarten
MSI hat beide Grafikkarten auf der Computex Taipeh 2005 vorgestellt. Die "NX6800Ultra Dual GPU" verbindet, wie auch Asus' zur CeBIT 2005 vorgestellte "EN6800 Ultra Dual", zwei GeForce-6800-Ultra-Grafikchips per SLI auf einer Grafikkarte. Allerdings können Nvidias beide High-End-Grafikchips auf der MSI-Karte auf je 512 MByte (insgesamt 1 GByte) statt wie bei der Asus-Karte auf je 256 MByte (insgesamt 512 MByte) zugreifen.
Gekühlt wird MSIs NX6800Ultra Dual GPU per Lüfter, beidseitigen Kühlkörper und Heatpipe. Trotz der ganzen Elektronik soll die Karte nur den PCI-Express-x16-Steckplatz belegen – ein benachbarter Steckplatz wird nicht behindert. Die sicherlich nicht kühle Abluft der Karte wird – einem von Hexus.net(öffnet im neuen Fenster) veröffentlichten Foto zufolge – nicht aus dem PC-Gehäuse geführt.
Wie die von Asus für den August 2005 angekündigte überarbeitete Variante der EN6800 Ultra Dual scheint auch MSIs NX6800Ultra Dual GPU mit einem SLI-Connector ausgestattet zu sein – ob sich auch zwei der MSI-Dual-Grafikarten in speziellen SLI-Mainboards als 4er-Grafikchip-Gespann zur noch schnelleren Berechnung des Bildes nutzen lassen werden, ist bisher nicht bekannt. Die meisten Hersteller bieten GeForce-6600/6800-Grafikkarten mit einem Grafikchip, die per SLI und Treiber zusammengeschaltet gemeinsam das Bild fast doppelt so schnell rendern sollen. Gigabyte hat ebenfalls zwei Grafikchips per SLI auf einer Karte verbunden, setzt allerdings dabei auf den günstigeren Mittelklasse-Grafikchip GeForce 6600 GT.
Für die meisten Kunden wohl erschwinglicher und praktischer ist MSIs ebenfalls neu vorgestellte Geminium VIII / RX800 – eine mit ATIs für die Mittelklasse abgespecktem Grafikchip Radeon X800 XL, die sowohl einen AGP- als auch einen PCI-Express-x16-Steckplatz besitzt und somit Besitzern von AGP-Systemen beim Wechsel zu PCI-Express nicht zum Neukauf aller Komponenten zwingt. Derartige Grafikkarten sind sehr selten – die erste Karte dieser Art dürfte die mit einem Rendition-V2200-Grafikchip bestückte AGP/PCI-Hybrid-Grafikkarte "Bonny & Clyde" vom nicht mehr existenten Hersteller Jazz Multimedia gewesen sein. Hier musste per Jumper der Betriebsmodus gewählt, das Bracket auf die andere Seite gesteckt und die Karte gedreht eingebaut werden.
Bei der Geminium VIII / RX800 sitzt die AGP-Schnittstelle am unteren Rand, am oberen die PCI-Express-x16-Schnittstelle. Schaut man sich das von Hexus.net geknipste Foto der Hybrid-Grafikkarte an, so fragt man sich, wie die Karte befestigt wird – das Bracket mit den Schnittstellen wird per Kabel an die Karte angebunden und ist mit dieser anscheinend nicht fest verbunden. Ob die Grafikkarte damit nur durch den AGP- oder PCIe-Grafiksteckplatz und somit entsprechend unsicher gehalten wird, konnte Golem.de noch nicht in Erfahrung bringen.
Preise und Verfügbarkeiten der beiden ungewöhnlichen MSI-Grafikkarten sind noch nicht bekannt.