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Maemo - Linux-Plattform für mobile Endgeräte von Nokia

Nokia setzt auf abgespeckten GNOME-Desktop namens Hildon. Zusammen mit dem "Internet Tablet" Nokia 770 stellt der finnische Handy-Hersteller auch seine Linux-basierte Entwicklungs- und Applikationsplattform Maemo vor. Das System umfasst eine spezielle Linux-Distribution für mobile Endgeräte und bringt mit Hildon einen an GNOME angelehnten Desktop mit, so dass Nokia eine Alternative zu PalmOS, WindowsCE und SymbianOS schafft.
/ Jens Ihlenfeld
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Bei Maemo handelt es sich um eine freie Entwicklerplattform für Linux-basierte Handhelds und "Internet Tablets". Zur Entwicklung von GUI-Applikationen für die Plattform stellt Nokia das Maemo SDK zur Verfügung. In weiten Teilen ist diese identisch mit der auf dem Nokia 770 eingesetzten Software, es findet also keine Emulation statt – die Applikationen laufen auf dem Desktop ebenso wie auf dem Handheld.

Maemo selbst verknüpft diverse Open-Source-Techniken. Als Basis kommt ein Linux-Kernel 2.6 zum Einsatz. Auf ihm setzen die als Plattform-Bibliotheken bezeichneten Komponenten auf, namentlich der X-Server, Matchbox(öffnet im neuen Fenster) , D-BUS(öffnet im neuen Fenster) , GTK+ 2.6, GConf und das GNOME Virtual File System (GNOME VFS).

Darauf setzt dann das Hildon Application Framework auf, ein abgespeckter GNOME-Desktop. Hildon beschränkt sich dabei auf die Komponenten, deren Einsatz auf einem Handheld sinnvoll sind. Bonobo beispielsweise wurde als zu schwergewichtig eingestuft, auch wenn es ein wesentlicher Bestandteil von GNOME ist. Stattdessen kommen CORBA und D-BUS zum Einsatz.

Allerdings wartet Hildon im Gegensatz zu GNOME mit einigen neuen Widgets auf, die eine schnellere Applikationsentwicklung erlauben und zugleich für eine gewisse Einheitlichkeit der Applikationen sorgen sollen. Auch einige GTK+-Widgets wurden angepasst, um sich besser in Maemo zu integrieren und die Unterstützung für Touchscreen wurde verbessert.

So soll Hildon ein neues Desktop für Handhelds darstellen, dessen Kern der "Task Navigator" bildet. Er dient dem Start von Programmen und zum Wechsel zwischen verschiedenen Applikationen, kann aber auch E-Mail-Header und Browser-Lesezeichen innerhalb seines Menüs anzeigen. Dem Task Navigator steht der "Home Bereich" zur Seite, der sich mit Plug-Ins wie einem Feed-Reader oder einer Uhr bestücken lässt. Die "Status Bar" soll über ein Plug-In-Interface den Gerätestatus anzeigen. Das "Control Panel" bietet schließlich ein Framework-Applet, mit denen sich Nutzereinstellungen verändern lassen.

Darüber hinaus stellt Hildon einige systemweite Dienste zur Verfügung, wie eine globale Suche, eine Hilfe-Funktion und die Schnittstellen zu den einzelnen Desktop-Komponenten. Für Multimedia-Applikationen kommen Gstreamer, Helix und EsoundD zum Einsatz, die für die Nutzung mit DSP-basierten Multimedia-Lösungen genutzt werden können. Als schnelle Low-Level-Schnittstelle für Spiele wird SDL 1.2 unterstützt.

Entwickelt wurde Maemo für "Internet Tablet Geräte", insbesondere das Nokia 770 . Künftig soll die Software aber allgemeiner gehalten werden, um auch andere Gerätetypen zu unterstützen. Derzeit setzt Maemo eine Auflösung von mindestens 800 x 480 Pixeln sowie einen Touchscreen voraus und läuft nur auf ARM-Prozessoren mit mindestens 64 MByte RAM und 32 MByte ROM.

Unter maemo.org(öffnet im neuen Fenster) stellt Nokia umfangreiche Informationen zu Maemo sowie die gesamte Entwicklerplattform zum Download bereit. Auch stehen Tutorials zur Entwicklung neuer und Portierung bestehender Applikationen zur Verfügung.


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