Neue Kamera-Linsen: 80 Prozent dünner als Papier
Der Linsentyp kann sogar als Zoom eingesetzt werden und arbeitet ohne mechanische Bauteile. Die Wissenschaftler Tigran Galstian und Vladimir Presnyakov stellten das optische Instrument in einer Ausgabe des Journal of Applied Physics (J. Appl. Phys. 97 103101) vor.
Die Linsen bestehen aus Flüssigkeitskristallen in einer handelsüblichen elektro-optischen Zelle mit einem Anteil eines nicht näher bezeichneten lichtempfindlichen monomeren Materials. Wird das Monomer-Material einem Laser ausgesetzt, formt es ein Netzwerk stabiler Polymere, deren Dichte abhängig von der Stärke der Belichtung ist. Das Polymer-Netz sei wie ein Spinnennetz aufgebaut und das Zentrum sei dichter als die Peripherie, erklärte Galstian.
Wenn man eine schwache Spannung anlegt, orientieren sich die Kristalle im Zentrum neu und anders an als diejenigen an der Peripherie, womit sie die Form und das Verhalten einer Linse annehmen, erklärte Galstian die Änderung des Refraktionsindexes.
Die Krümmung der Linse und damit ihr Fokalpunkt kann mit wechselnder Spannung und Frequenz des elektrischen Stroms verändert werden. Mit einer Spannungsänderung von 1,5 auf 4,5 Volt konnten die Wissenschaftler beispielsweise den Fokalpunkt innerhalb von wenigen Millisekunden von 1,6 auf 8 Meter (5fach) ändern. Der Fokalpunkt kann insgesamt von 60 cm bis unendlich modifiziert werden. Über die Marktreife des Systems wurden keine Angaben gemacht.


