Spieletest: Enthusia Professional Racing - GT4-Konkurrent
Rennspiel von Konami für Profis. Auf der PlayStation 2 gibt es nicht nur Unmengen von Tennisspielen, sondern vor allem auch Gran Turismo 4 von Sony – einen der umfangreichsten, realistischsten und motivierendsten Titel, die jemals für Konsolen veröffentlicht wurden. Konami hat sich nicht gescheut, trotz der Vorzüge dieses Top-Spiels eine direkte Konkurrenz zu entwickeln – und will jetzt mit Enthusia Professional Racing am Thron des Genrekönigs rütteln.
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Den Entwicklern von Konami war allerdings von vorneherein klar, dass es darauf ankommen würde, neue Elemente ins Gameplay einzufügen – nur mit einem "typischen" Rennspiel hätte man GT4 kaum gefährlich werden können. Und so wartet Enthusia tatsächlich mit einigen Ideen auf, die man in dieser Form bisher noch nicht gesehen hatte.
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Groß angekündigt wurde im Vorfeld unter anderem das Visual Gravity System, das dem Spieler durch eine kleine Grafik am unteren Bildschirmrand die wirkenden G-Kräfte anzeigt; so soll es möglich sein, besser auf wirkende Fliehkräfte zu reagieren und schnellere Rundenzeiten zu erzielen. Mehr als eine nette Spielerei ist das Ganze allerdings nicht – kaum jemand wird im harten Renngetümmel Zeit und Muße haben, dieses Diagramm zu studieren.
Deutlich gelungener sind dafür die Punkteverteilungen im Spiel – Enthusia kann sich rühmen, fast schon rollenspielartige Elemente ins Genre eingebracht zu haben. So werden nach jedem Rennen Skill- und so genannte Enthu-Punkte verteilt. Die Skill-Punkte gibt es für fehlerfreies Fahren an der Ideallinie, Enthu-Punkte orientieren sich an der Aggressivität des eigenen Fahrens; wer zu rabiat vorgeht, verspielt seine Fitness-Werte und muss im schlimmsten Fall damit rechnen, für eines der wöchentlichen Rennen im Karriere-Modus gesperrt zu werden.
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Das ist aber immer noch nicht alles, was Enthusia an Besonderheiten zu bieten hat. Ebenfalls recht gut ist die Idee, die eigenen Erfolge nicht nur von der Platzierung, sondern auch vom jeweils gefahrenen Auto abhängig zu machen. Wer zu Beginn einen billigen Wagen auswählt, mit dem aber PS-stärkere Konkurrenten abhängt, bekommt mehr Punkte gutgeschrieben als der, der mit seinem Top-Auto gegen schwache Konkurrenten antritt. Auch ungewöhnlich: Es gibt kein Geld, mit dem neue Wagen gekauft werden; stattdessen wird jeweils ein Wagen der geschlagenen Kontrahenten per Zufallsgenerator nach dem Rennen verlost.
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Im Gegensatz zu GT4 wartet Enthusia nicht mit einer Fahrschule auf, es darf also sofort im Karriere-Modus "Enthusia Life" oder einem schnellen Rennen zwischendurch angetreten werden. Wer erstmal üben will, kann allerdings den "Driving Revolution"-Modus anwählen. Hier geht es darum, Tore an der richtigen Position mit der optimalen Geschwindigkeit zu durchfahren – eine gute Übung, um Lenkung und Tempo in den Griff zu bekommen.
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Eben Letzteres ist allerdings gar nicht so einfach – Enthusia ist tatsächlich nochmals etwas realistischer als GT4 und verlangt einiges an Fingerspitzengefühl, bevor das eigene Auto problemlos über den Kurs gehetzt werden kann; Simulations-Freaks wird das freuen. Ärgerlich nur, dass die Konkurrenz auf den Kursen in Sachen KI deutlich zu wünschen übrig lässt – die fährt nämlich meist stur Ideallinie und rast einem gerne hinten rein. Da das dann Abzug bei den eigenen Enthu- und Skill-Punkten gibt, ist das besonders nervtötend.
Optisch und akustisch erreicht Enthusia nicht ganz die Klasse von GT4, die Präsentation ist im Großen und Ganzen aber trotz des teils sehr drastischen Kantenflimmerns sehr gut. Das Spiel ist seit Anfang Mai exklusiv für die PlayStation 2 im Handel. Der Preis liegt bei knapp 60,- Euro.
Fazit: Nein, an GT4 kommt Enthusia dann doch nicht ganz heran. Simulationsanhänger sollten sich den Titel trotzdem unbedingt besorgen – hier wird nicht nur einiges an Fahrkönnen verlangt, sondern das typische Rennspiel-Gameplay durch einige neue Elemente gekonnt aufgelockert.