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Lidl-Tickets: Wucherpreise bei eBay (Update)

Bahn will Verkauf weiterhin verbieten. Deutschland im Schnäppchenwahn: Nachdem die bei Lidl angebotenen Bahnfahrkarten zum Pauschalpreis von 49,90 Euro nahezu ausverkauft sind, stehen am Abend des ersten Verkaufstages bereits Tausende der Tickets bei eBay. Dabei werden schon jetzt Preise geboten, die beinahe die teuersten regulären Verbindungen der Bahn erreichen.
/ Christian Klaß
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Für Lidl und die Bahn AG darf die Aktion(öffnet im neuen Fenster) als voller Erfolg gewertet werden. Seit Donnerstag, dem 19. Mai 2005, bietet Lidl insgesamt eine Million Ticket-Hefte an. Diese bestehen aus zwei Blanko-Fahrscheinen und sind für alle Züge, auch die teuren ICEs, auf allen Strecken gültig. Um bei Hin- und Rückfahrt flexibel zu bleiben, kann der Kunde die Strecke und das Reisedatum selbst eintragen.

Diese beiden Tickets brachten offenbar einige Geschäftemacher auf die Idee, unter der Bezeichnung "Fahrkarte" oder "Lidl-Ticket" die Fahrscheine bei eBay getrennt anzubieten. Um die Rückfahrt muss man sich selbst kümmern. Oder wie diesem Angebot(öffnet im neuen Fenster) gleich vom selben Verkäufer noch die Rückfahrkarte(öffnet im neuen Fenster) ersteigern. Die beiden Angebote lagen beim Verfassen dieser Meldung bei über 102,- respektive 90,- Euro. Dafür kann man auch schon zum regulären Preis von München nach Hamburg mit dem ICE fahren. Für den Verkäufer hat sich damit sein eingesetztes Geld vervierfacht.

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Manche Anbieter führen auch gleich das maximal bei Lidl pro Person verkaufte Kontingent an fünf Ticket-Heften auf, für die bereits über 300 Euro geboten werden. Andere verlangen schon als Startpreis(öffnet im neuen Fenster) für ein Ticket-Heft 256,- Euro – dafür fand sich jedoch bisher kein Bieter. Die Bahn AG hatte schon vor dem Verkaufsstart der Lidl-Tickets darauf hingewiesen, dass der Weiterverkauf verboten sei. Das Unternehmen erklärte aber nicht, wie und auf welcher Rechtsgrundlage man dies durchsetzen will – kein Wunder, schon bei den noch heißer begehrten Karten für die Fußballweltmeisterschaft 2006 ist das Wiederverkaufsverbot umstritten.

Im Bayerischen Fernsehen bekräftige jedoch am Donnerstagabend im "Rundschau Magazin" ein Sprecher der Bahn, man sei im Gespräch mit eBay, um dort den Tickethandel zu unterbinden. Gleiches erklärte die Bahn gegenüber dem Tagesspiegel. In den Tagesthemen der ARD erklärte Bahnchef Hartmut Mehdorn mittlerweile etwas hilflos: "Eigentlich haben wir mit eBay eine Verabredung, dass das nicht geht", als Ulrich Wickert ihm die aktuell laufenden Auktionen zeigen wollte. EBay selbst äußerte sich dazu bisher nicht.

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Dabei lohnen sich die Lidl-Tickets selbst zum regulären Preis nach unterschiedlichen Aussagen von Verbraucherschützern nur bei Strecken ab etwa 300 Kilometern. Und wenn man auf die spontane Fahrt angewiesen ist: Wer sich drei Tage im Voraus für einen Zug entscheidet, kann wochentags mit den Sparpreisen(öffnet im neuen Fenster) der Bahn 25 Prozent Abschlag erhalten, am Wochenende sogar 50 Prozent. Zudem bietet die Bahn immer wieder Sonderrabatte zum Besuch von Veranstaltungen wie aktuell der Bundesgartenschau in München. Und auch lokale Angebote gilt es zu beachten. So können beispielsweise mit dem Bayernticket(öffnet im neuen Fenster) fünf Personen einen Tag unter Verzicht auf ICE und IC quer durch Bayern fahren – für ganze 24 Euro. [von Nico Ernst]

Nachtrag vom 20. Mai 2005, 11:30 Uhr:
Wie Deutsche-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn am Donnerstagabend im ZDF sagte, wird es keine weiteren Tickets geben: "Das war eine einmalige Werbeaktion." In einigen Lidl-Filialen konnten sich jedoch am Donnerstag die leer ausgegangenen Kunden in Wartelisten eintragen. Bei eBay nimmt derweil die Zahl der angebotenen Tickets ständig zu. Auch die einzeln angebotenen Fahrscheine, die nicht zur Rückfahrt berechtigen, werden vermehrt gelistet.


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