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Physik im PC: Asus fertigt PhysX-Steckkarten (Update)

Ageia verkündet weitere Partnerschaften mit Entwicklern. Moderne Spiele verlangen dem PC einiges ab, ohne leistungsfähige Grafikhardware ist etwa an realistische Darstellung nicht zu denken – um die künstliche Intelligenz und die Physiksimulation für eine glaubwürdige Spielwelt muss sich die CPU bisher noch alleine kümmern. Für die Physiksimulation will Ageia mit seinem PhysX-Chip der CPU die Arbeit weitgehend abnehmen und nannte auf der Electronic Entertainment Expo (E3) mit Asus einen ersten Hersteller entsprechender Steckkarten.
/ Christian Klaß
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Noch befinden sich Asus und Ageia aber in Verhandlungen, bis jetzt gibt es laut den Partnern nur eine prinzipielle Übereinkunft, dass Asus eigene PhysX-Steckkarten entwickeln und verkaufen wird. Mehr zu den Plänen soll später verkündet werden, Ageia erwartet erste Produkte für das Jahr 2005 – passend zur Auslieferung erster davon profitierender Spiele. Asus Deutschland konnte auf Nachfrage auch noch nicht mehr sagen als Ageia.

Um PhysX nutzen zu können, muss ein Spiel Ageias Software-Physik-Engine NovodeX nutzen, die auf die PhysX-Hardware zugreifen kann. Alternativ nutzt NovodeX die normale CPU – wobei die Software auch schon für Dual-Core-Prozessoren optimiert werden soll. Der PhysX-Chip soll speziell für die Simulation von Festkörpern, Flüssigkeiten, Kleidung und Haaren sowie Kollisionsberechnungen optimiert sein, was ihn in diesen Fällen um ein Vielfaches effizienter und leistungsfähiger als PC-Prozessoren macht. Beispielweise sollen so Explosionen und ihre Auswirkungen oder wallende Haare deutlich realistischer berechnet werden können als bisher.

Die Liste der Spieleentwickler bzw. Publisher, deren Spiele NovodeX und somit auch PhysX nutzen, wächst langsam, aber beständig an: Bei Atari sollen das Dungeons-&-Dragons-Strategiespiel Dragonshard und künftige Spiele von Ataris Entwicklerstudio Shiny Entertainment auf NovodeX setzen. Bei Big Huge Games wird das Echtzeitstrategiespiel "Rise of Nations: Rise of Legends", bei Bongfish Interactive Entertainment das Snowboarding-Spiel "Stoked Rider", bei Cryptic Studios die City-of-Heroes-Erweiterung "City of Villains" sowie künftige Titel und bei PerfectPlay Entertainment das "Metathrone Project" für die Physik-Technik angepasst.

Auch Ritual Entertainment, bekannt für Spiele wie Sin, Heavy Metal F.A.K.K. 2 und Counter Strike Condition Zero, will die Physik-Engine in künftige Spiele integrieren. Gleiches gilt für den Call-of-Duty-Entwickler Spark Unlimited, dessen neues Pandora-Spiel die PhysX-Hardware gar zwingend voraussetzen soll – allerdings mehr aus Gründen einer groß angelegten Technik- und Werbepartnerschaft. Der wohl wichtigste Partner für Ageia ist weiterhin Epic Games, die PhysX mit ihrer Unreal Engine 3 unterstützen wollen – und bereits viele Lizenznehmer für ihre Engine haben.

Auf der E3 demonstriert auch das Berliner Entwicklerteam Yager Development Hardwarebeschleunigung per PhysX-Chip in Verbindung mit seinem neuen, bisher nur unter dem Arbeitstitel bekannten Spiel Eye of the Storm. Dabei handelt es sich um ein Action-Spiel, das sich um Guerilla-Kämpfe in futuristischen Großstadtumgebungen dreht. Wie beim Erstlingswerk von Yager, dem gleichnamigen Flug-Actionspiel für Xbox und PC, darf also wieder geballert werden.

Damit die eigene Engine von Entwicklern möglichst breit eingesetzt und nicht nur in Verbindung mit dem PhysX-Chip und für den PC interessant ist, entwickelt Ageia auch eine auf die PlayStation 3 angepasste, hoch parallelisierte Version der NovodeX-Engine. Bei der Xbox 360 ist man schon weiter, hier gibt es schon Partner, die auf Ageias Technik setzen: Phantagram, bekannt für die Spieleserie Kingdom Under Fire, will die NovodeX-Physik-Software für einen neuen Xbox-360-Titel verwenden, Ubisoft will bei dem Next-Generation-Konsolenspiel Tom Clancy's Ghost Recon 3 ebenfalls darauf setzen.

Ageias neuer Marketing-Leiter Andy Keane zeigt sich erfreut über das Interesse der Spieleentwickler und begeistert von den bereits zu sehenden Resultaten. Ob der von Ageia auch als "Physics Processing Unit" (PPU) beschriebene PhysX-Chip die Entwicklung der Spiele wie seinerseits die ersten 3D-Karten vorantreiben und zu einem normalen Bestandteil von Spiele-PCs werden können, bleibt abzuwarten. Noch sind NovodeX und PhysX nur proprietäre Technik, PhysX kann nicht mit jeder Physik-Engine genutzt werden – hierzu fehlen noch offene Programmierschnittstellen bzw. Unterstützung durch APIs wie DirectX. Fraglich ist auch, wie teuer die PhysX-Karten werden und was ein Spieler in Zukunft letztlich insgesamt ausgeben muss, um hübsche Grafik in einer aufwendig simulierten künstlichen Welt erleben zu können.

Nachtrag (19. Mai 2005, 13:30 Uhr): Den notwendigen Compiler für die PhysiX-Plattform liefert Codeplay(öffnet im neuen Fenster) , mit denen Ageia ein Abkommen geschlossen hat.


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