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IMHO: PalmOnes LifeDrive mit Identitätsproblemen

Eine Markteinschätzung zum neuen LifeDrive von palmOne. Mit dem LifeDrive führt palmOne eine weitere Produktgruppe ein, welche die PDAs und Smartphones des Herstellers ergänzen soll. Außerdem will palmOne mit dem Neuling neue Kundengruppen erschließen. Was dem Unternehmen mit den Treo-Smartphones gelang, scheint im Fall des LifeDrive schwierig, wenn man sich Kernfunktionen des Geräts im Vergleich zu ähnlichen Produkten betrachtet. So erweist sich das LifeDrive als gutes Gerät, dem man anmerkt, dass es nicht so recht weiß, wo es eigentlich hingehört.
/ Ingo Pakalski
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Mit dem LifeDrive ist palmOne nicht das gelungen, was das Unternehmen mit dem Treo 600 im Ansatz und mit dem Treo 650 in Vollendung geschafft hat: eine effiziente Symbiose aus PDA und Handy, so dass der Treo 650 zu den derzeit besten Smartphones am Markt zählt. Das LifeDrive hinterlässt hingegen einen eher durchwachsenen Eindruck, was nicht nur der bescheidenen Akkulaufzeit geschuldet ist.

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Nach Auffassung von palmOne soll das LifeDrive als MP3-Player fungieren, eine digitale Bildersammlung umfassen und zudem für die Videowiedergabe geeignet sein. Zwar deckt das Gerät all diese Funktionen ab, aber insgesamt wirken alle Möglichkeiten schlechter als in entsprechenden Einzellösungen oder bei vergleichbaren Produkten.

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Betrachtet man etwa die MP3-Player-Funktionen, vermisst man schnell Bedienelemente am Gerät, um die Wiedergabe zu pausieren, Titel vor- oder zurückzuspringen oder mal eben die Lautstärke zu verändern. All dies ist natürlich über den Touchscreen möglich, aber es ist weniger komfortabel als wenn man diese wichtigen Befehle über separate Knöpfe erreicht – wie man sie an einem gewöhnlichen MP3-Player findet. Im Vergleich zum Preis für das LifeDrive erhält man für weniger Geld einen MP3-Festplatten-Player mit deutlich höherer Kapazität und auch deutlich längerer Akkulaufzeit. Damit kann man mehr Musikstücke bei sich haben und muss weniger häufig an die Steckdose.

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Der Hersteller sieht im LifeDrive ferner ein mobiles Fotoalbum, das auch zur Videowiedergabe genutzt werden kann. Auf dem Markt befinden sich bereits eine Reihe von mobilen Videoplayern, die sich wahlweise an einen Fernseher anschließen lassen, um sich Fotogalerien oder Videodaten mit Freunden an einem entsprechend großen Bildschirm ansehen zu können. Diese Möglichkeit fehlt dem LifeDrive komplett, so dass man für Diashows im Freundeskreis das Gerät immer umherreichen muss, damit andere die eigene Bildersammlung begutachten können.

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Zudem weisen preislich vergleichbare Videoplayer meist deutlich höhere Speicherkapazitäten auf und erlauben zumeist auch die Wiedergabe von MP3-Daten sowie die Anzeige von Fotos. Allerdings darf auch nicht außer Acht gelassen werden, dass diese Video-Player doch ein ganzes Stück größer als das LifeDrive sind. Etwas überrascht stellt man aber fest, dass im LifeDrive keine Digitalkamera eingebaut ist. Auch wenn sich mit solchen Kameras üblicherweise keine hochwertigen Fotos schießen lassen, würde es die Fotofunktionen dennoch abrunden.

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Da das LifeDrive über keine eingebaute Tastatur verfügt, lässt es sich auch nicht ohne weiteres als Notebook-Ersatz verwenden. Denn weder das umfangreiche Bearbeiten von Office-Dokumenten noch das Schreiben längerer E-Mails bereitet per Graffiti 2 oder über die Soft-Tastatur Vergnügen, weil beides alles andere als komfortabel ist. Der Zukauf einer externen Tastatur umgeht das Problem zwar, aber das ist auch schon mit herkömmlichen PDAs und Smartphones ohne Schwierigkeiten möglich, weil Office-Dokumente üblicherweise nicht so viel Speicher einnehmen, dass man dazu zwingend eine Festplatte benötigt.

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Das LifeDrive wirft somit die Frage auf, welche Zielgruppe ein solches Gerät hat. Sicherlich: Wer bereits einen PalmOS-PDA sein Eigen nennt und damit gerne mehr Daten ständig bei sich haben möchte, wird mit dem LifeDrive einen idealen Partner erhalten. Wer allerdings eigentlich ein digitales Bilderalbum mit TV-Anschluss oder einen Festplatten-MP3-Player mit großer Kapazität sucht, wird dem LifeDrive auf Grund der halbherzigen Integration der entsprechenden Funktionen wohl eher den Rücken kehren.

Der Grund dafür ist, dass palmOne mit dem LifeDrive ein Kombigerät anbietet, das die Nachteile aufweist, die man Kombigeräten üblicherweise nachsagt: Sie decken zwar viele verschiedene Funktionen ab, allerdings erhält man deutlich weniger als bei entsprechenden Einzellösungen.

IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)


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