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Epic Games kauft Reality Engine (Update)

Unreal Engine 3 bald mit Echtzeit-Radiosity-Rendering? Mit seiner aus einem Hobby hervorgegangenen Reality Engine hat Artificial-Studios-Gründer Tim Johnson einen vielversprechenden Konkurrenten für namhafte 3D-Engines geschaffen. An dem Echtzeit-Radiosity-Rendering der Reality Engine zeigte sich auch Epic Games interessiert und kaufte sich kurzerhand die Engine samt Johnson für die Verbesserung der eigenen Unreal Engine ein.
/ Christian Klaß
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Anders als die Konkurrenz beherrscht die Reality Engine besonders realistische Licht- und Schatteneffekte mittels Echtzeit-Radiosity-Rendering. Das "Precomputed Radiance Transfer" (PRT) genannte Verfahren soll auch in weiträumigen Arealen und detaillierter Umgebung eingesetzt werden können. Außerdem soll die Engine über eine ausgefeilte Physik-Simulation verfügen.

Tim Johnson, der Hauptentwickler der Reality Engine und Gründer von Artificial Studios, wird sich bei Epic Games dem für die Entwicklung der Unreal Engine 3 verantwortlichen Team anschließen. Auf der nächste Woche stattfindenden E3 2005 wird Johnson bereits als Epic-Angestellter zugegen sein.

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Epic wird die Reality Engine zu Gunsten der Unreal Engine 3 einstampfen und auch keinen Support mehr dafür zu leisten. Stattdessen soll die vorhandene Softwaretechnik analysiert und – wo sinnvoll – in die Unreal Engine 3 integriert werden. Entwicklern mit einer Reality-Engine-Lizenz will man Upgrades auf die Unreal Engine 3 zu besonders günstigen Konditionen anbieten.

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Bisher mit der Reality Engine arbeitende Entwicklerstudios sind Immersion Software mit "Cell Factor", Team Tarsier mit ihrem 3D-Adventure "Metronome" sowie Dreamgazers mit ihrem Action-Adventure "Dreamers". Über Metronome und Dreamers hatte Golem.de bereits berichtet , beide stecken noch in einer frühen Entwicklungsstufe und scheinen eher zu den innovativeren Spielen zu zählen. Man darf gespannt sein, ob die drei Entwicklerteams nun auf die Unreal Engine 3 umsteigen werden oder sich anderweitig umschauen müssen.

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Epic Games hat bereits einige Entwickler und Publisher für seine Ende 2005/Anfang 2006 fertig werdende Unreal Engine 3 gewinnen können, darunter auch Bioware, Microsoft und Midway. In diesen Tagen kam noch Silicon Knights hinzu. Sowohl die Reality Engine als auch die Unreal Engine 3 sind für PCs und Next-Generation-Konsolen gedacht.

Nachtrag vom 12. Mai 2005, 22:00 Uhr:
Artificial Studios hat zwar seinen Hauptentwickler und Gründer verloren, will aber dennoch weitermachen – und hofft offenbar, dass die bestehenden Lizenznehmer nicht sofort zur Unreal Engine 3 überwechseln. Wie Jeremy Stieglitz, Präsident und technischer Leiter des Unternehmens mitteilte, werden bestehende Lizenzvereinbarungen auch nach dem Verkauf der Reality Engine an Epic nicht angetastet und sollen auch verlängert sowie für mehrere Spiele eingesetzt werden dürfen. Das gerade erst veröffentlichte Evaluationspaket für die Engine sei bereits größtenteils von den verbleibenden Entwicklern geschrieben worden.

Man werde Lizenzpartnern weiterhin zu Seite stehen, ihnen Bug-Fixes für die aktuelle Engine-Version liefern und dabei helfen, dass auf der Reality Engine basierende Spiele der Partner auf den Markt kommen können. "Ich muss allerdings anmerken, dass alle Entwickler, die bis jetzt noch nicht unterschrieben haben, dieses alsbald möglich tun sollten, oder sie werden die Chance zur Lizenzierung der Reality Engine verlieren" , so Stieglitz in Bezug auf die nun verkauften Rechte an der Engine. "Obwohl wir in Kürze das Buch für Lizenzabschlüsse zuklappen werden, bin ich zuversichtlich, dass der Kreis der Reality-Engine-Entwickler ihre Arbeit mit der Technologie fortsetzen und ihre Spiele auf den Markt zu bringen wird; angefangen mit den beeindruckenden Titeln, die auf der E3 gezeigt werden."


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