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Ingenieurwissenschaften mit weniger Studienanfängerinnen

Elektrotechnik bleibt wenig attraktiv für Frauen. Im Rahmen des Deutschen Ingenieurtags 2005 hat das Kompetenzzentrum Frauen in Informationsgesellschaft und Technologie Besorgnis erregende Studienanfänger-Rückgänge bei den Ingenieurwissenschaften vermeldet. Gestützt auf vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Jahr 2004 soll es wieder einen deutlichen Rückgang der Studienanfängerinnenzahlen in den Ingenieurwissenschaften gegeben haben.
/ Christian Klaß
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Während im Vorjahr 2003 noch sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern deutliche Zuwächse zu verzeichnen waren, ging die Zahl der Erstsemester im Studienjahr 2004 um insgesamt 2 Prozent zurück. 2003 waren es bei den Ingenieursstudiengängen noch 87.542, 2004 nur noch rund 85.800 Studienanfänger.

Eine Betrachtung der einzelnen ingenieurwissenschaftlichen Studienbereiche habe gezeigt, dass im Bauingenieurwesen und in der Elektrotechnik die stärksten Einbrüche zu verzeichnen waren. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Studienanfänger im Bauingenieurwesen um 12,6 Prozent (von 9.491 auf 8.293) und in der Elektrotechnik um 10,1 Prozent (19.055 auf 17.136).

Auch im Bereich Maschinenbau/Verfahrenstechnik gingen die Erstsemesterzahlen im Jahr 2004 zurück. Im Vergleich zum Vorjahr nahmen insgesamt 7,7 Prozent weniger Personen ein Studium in diesem Bereich auf.

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Bei den Studienanfängerinnen soll der Rückgang anteilig merklich höher sein als bei ihren männlichen Kollegen: Im Bauingenieurwesen war beispielsweise ein Rückgang von 13,7 Prozent und in der Elektrotechnik von 12,2 Prozent zu verzeichnen. Noch härter trifft es den Maschinenbau, nach einem Zuwachs um 19,7 Prozent im Jahr 2003 gingen die Zahlen im Jahr 2004 wieder um 22,7 Prozent zurück. Absolut bedeutet dies mehr als 1.500 Frauen weniger für ein Studium in diesem Bereich.

Differenziert nach Hochschultyp soll sich zudem zeigen, dass der Einbruch der Studienanfängerinnenzahlen bei Fachhochschulen deutlich stärker ist als an den Universitäten. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich etwa die Zahl der Frauen im Maschinenbau an den Fachhochschulen um 26,6 Prozent reduziert, während an den Universitäten der Rückgang mit 16,1 Prozent um mehr als 10 Prozentpunkte niedriger lag.

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Es gibt jedoch auch Gutes zu berichten: Insgesamt soll seit 1975 ein kontinuierlicher prozentualer Anstieg weiblicher Ingenieure mit vollendetem Abschluss zu beobachten sein – von etwa 5 Prozent im Jahr 1975 auf knapp 22 Prozent in 2003. Daten für 2004 wurden noch nicht bekannt gegeben. Die insgesamt positive Entwicklung ist allerdings nicht bei allen Ingenieursfächern gleich stark. Am stärksten ist der Anteil fertiger weiblicher Ingenieure in der Architektur – er machte 2003 einen Anteil von 51,5 Prozent aus. Hingegen machten die Absolventinnen im Bauingenieurwesen 2003 nur ein Fünftel aus (20,3 Prozent), im Wirtschaftsingenieurwesen lag ihr Anteil bei 17,2 Prozent und im Maschinenbau bei 14,8 Prozent. Die wenigsten Frauen sind in der Elektrotechnik zu finden, in der 2003 unter den insgesamt 6.956 Absolventen nur 396 Frauen waren, was einem Anteil von 5,7 Prozent entspricht.

Diese Verteilung zeigt sich auch beim hauptberuflich angestellten wissenschaftlichen Personal in den Ingenieurwissenschaften. In der Architektur sind die meisten Frauen beschäftigt: 2003 war mehr als ein Viertel (26,1 Prozent) des hauptberuflichen Personals weiblich. Deutlich niedriger ist ihr Anteil im Bauingenieurwesen (15 Prozent) und im Maschinenbau (13,2 Prozent). Schlusslicht ist auch hier der Bereich Elektrotechnik: nur 6,6 Prozent des Personals ist weiblich.

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Dennoch gab es in den letzten zehn Jahren eine positive Entwicklung, vermeldet das Kompetenzzentrum. Der Anteil der angestellten Ingenieurinnen habe sich sowohl absolut als auch prozentual fast verdoppelt: 1992 waren unter den insgesamt 24.241 hauptberuflich in Deutschland beschäftigten Ingenieuren nur 1.765 Frauen (7,3 Prozent), 2003 machten die Frauen 13,3 Prozent (3.469) der insgesamt 26.006 Beschäftigten aus.

In den letzten zehn Jahren habe sich auch der Anteil der Frauen an den Professuren in den Ingenieurwissenschaften positiv entwickelt, bleibt aber weiter auf sehr niedrigem Niveau. Von den insgesamt 8.401 Professuren in den ingenieurwissenschaftlichen Lehr- und Forschungsbereichen waren 2003 gerade mal 493 von Frauen besetzt. Wenig überraschend dabei ist, dass der Anteil der Professorinnen in der Elektrotechnik am geringsten ist: 2003 waren nur 64 der insgesamt 2.181 Professuren in diesem Bereich mit einer Frau besetzt, was einem Anteil von nur 2,9 Prozent entspricht – die Elektrotechnik bleibt damit eine Männerdomäne.


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