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Spieletest: Cossacks II Napoleonic Wars - Schlachtengetümmel

Opulente Schlachten aus der Zeit Napoleons nachspielen. Mit "Cossacks II: Napoleonic Wars" ist der verspätete Nachfolger des bekannten Strategiespiels Cossacks erschienen, der in den Zeiten der napoleonischen Kriege spielt. So befehligt man als Hobbygeneral wahlweise französische, britische, russische, preußische oder ägyptische Truppen verschiedenster Waffengattungen.
/ Andreas Donath
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Neben einer Kampagne mit optionaler Einführung in die Spielbedienung bietet Cossacks 2 auch Einzelspielergefechte, die historische Schlachten nachahmen sollen. In letzteren können sich Spieler nicht nur mit Computergegnern, sondern auch mit menschlichen Gegnern über LAN und Internet messen. Mit dem neuen Einzelspieler-Modus "Schlacht um Europa" wird der Kampagnen-Modus fortgeführt – rundenbasiert rückt man hier in Regionen vor, um diese dann bei Gegner-Präsenz in Echtzeit zu erobern. Auf dem Weg zur Herrschaft über Europa stehen Bündnisschlüsse, Schutzherrschaften und ähnliche diplomatische Mittel zur Verfügung.

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Die Truppensteuerung ist in Cossacks 2 nicht auf individuelle Soldaten beschränkt – vielmehr entwickeln die Truppen erst ihre volle Schlagkraft, wenn sie zu größeren Einheiten zusammengefasst in die Schlacht geführt werden. Dazu sind auch noch unterschiedliche Formationen möglich, die mal mehr, mal weniger sinnvoll einzusetzen sind. Drakonische Kriegsherren müssen bei Cossacks 2 umdenken: Wer seine Truppen die ganze Zeit in Linienformationen anstatt in einer Marschformation vorrücken lässt, riskiert deren Ermüdung und somit auch die Schwächung ihrer Kampfkraft und Verteidigungsfähigkeit.

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Auch die Bildung einer Verteidigungsstellung zur Abwehr möglicher Kavallerie-Angriffe sollte man beherrschen, sonst werden die Truppen schnell aufgerieben. Die Formationsbildung und -umbildung geschieht bei zusammengefassten Einheiten per Knopfdruck, der wahlweise auch per Tastaturkürzel anstatt über das Menü vorgenommen werden kann. Normale Soldaten können erst ab einer gewissen, von der Waffengattung abhängigen Zahl zu einer Schwadron zusammengefasst werden, wozu ein Offizier notwendig ist. Um die Moral und Kampfstärke weiter zu verbessern, kann man auch noch Trommler und Ähnliches hinzufügen.

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Doch nicht nur die Schlachtaufstellung, sondern auch die Geländebeschaffenheit, die Reichweite der Waffen, die Moral und – wie bereits erwähnt – die Erschöpfung der Truppen gilt es zu beachten. So bringt es praktisch überhaupt nichts, aus geringer Entfernung zu schießen, wenn der Gegner gut verdeckt im Wald sitzt. Bei der Geländewahl ist außer den schon erwähnten Wäldern auch noch die Topografie zu berücksichtigen: Es spielt eine erhebliche Rolle, ob man auf, hinter oder am Fuße eines Hügels oder z.B. im Sumpf steht. Auch die Kartenaufklärung ist wichtig, sonst wird man schnell im eigenen Hinterland in die Zange genommen.

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Um die Kampfkraft einer gegnerischen Formation anzuschlagen, kommt es darauf an, wie massiv und mit welchen Einheiten der Gegner angreift. Bei Nichtbeachtung der unterschiedlichen Moral- und Erschöpfungszustände nehmen die Soldaten schnell Reißaus, obwohl sie körperlich eigentlich fast unversehrt sind. Das Sammeln dieser zerstörten Formationen und der Neuaufbau ist Zeit raubend und sorgt deshalb für einen weiteren Gegnervorteil.

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Die Soldaten stehen außer in den historischen Schlachten nicht unbegrenzt zur Verfügung, sondern müssen noch im Rahmen eines komplizierten Wirtschaftssystems angeworben werden. Außer den in Minen abzubauenden Rohstoffen wie Gold, Kohle oder Stein benötigt man Holz, Nahrung und Produktions- sowie Ausbildungsstätten, die teilweise aufeinander aufbauend die Erstellung bestimmter Einheitstypen erst ermöglichen.

Außer im schon erwähnten historischen Modus gilt es in den nicht besonders großen Karten zunächst immer erst, ausreichende Mengen der Rohstoffquellen zu sichern und im Spielverlauf zu verteidigen. Die größte Armee ist beispielsweise nichts mehr wert, wenn dem Spieler die Kohlevorräte zur Herstellung von Schießpulver ausgehen. Zwar gibt es auch die Möglichkeit, auf dem Markt fehlende Rohstoffe einzukaufen, doch sind hier die Preise abhängig von dem Angebot und der Nachfrage, so dass es immer besser ist, möglichst autark zu sein.

Damit ergeben sich viele strategische und taktische Möglichkeiten, dem Gegner eins auszuwischen und seine Produktions- und Rohstoffquellen, aber auch seine Versorgungswege zu zerstören bzw. gleich zu erobern. Die große Zahl unterschiedlicher Einheiten und die damit verbundenen Vor- und Nachteile ermöglichen viele Erfolg versprechende Aktionsmöglichkeiten, um das Schicksal zu den eigenen Gunsten zu beeinflussen.

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Hobbygeneräle mit Abneigung von Wirtschaftssimulationen müssen aber dennoch keine Angst haben: Versorgungsrouten werden genauso wie die Wegfindung automatisch, wenn auch nicht immer besonders intelligent durchgeführt. Wenigstens bei den Marschrouten kann man auch Zwischenpunkte setzen, so dass der eigene Tross nicht unvermittelt durch gegnerisches Gebiet marschiert.

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Die Grafik des Spiels bietet keine überragenden Leckerbissen, doch die Animationen, die Gestaltung der Landschaft und der Effekte ist ausreichend gut, um die Atmosphäre aufrechtzuerhalten. Die aufwendig produzierten Videoeinspielungen, die den Zustand der Armeen, die Vorbereitungen auf Schlachten und Ähnliches mit echten Schauspielern in historischen Kostümen zeigen, tragen viel zum Spiele-Feeling bei, ohne zu nerven. Auch die gesprochenen Kommentare und die sonstige Tonuntermalung sind durchaus stimmig.

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Obwohl das Spiel den Eindruck einer 3D-Perspektive vermittelt, ist ein Drehen der Karte und somit die Veränderung des Blickwinkels nicht möglich. Gerade bei den in Cossacks II unvermeidlichen Massenschlachten kann dabei die Übersicht etwas verloren gehen, da Bebauung und Vegetation im Wege stehen und die Sicht verdecken können – immerhin ist aber ein in die Karte Hinein- und aus ihr Heraus-Zoomen möglich. Die Soldaten und Gebäude sind schlicht in 2D gehalten, was allerdings schwächeren Rechnern zu Gute kommt.

Fazit:
Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Kavallerie, der Fußtruppen, aber auch von Wehrgebäuden und Artillerie sowie die Möglichkeit, dem Gegner Produktions- und Rohstoffquellen abzuluchsen, machen Cossacks II: Napoleonic Wars zu einem Strategie-Leckerbissen, an dem man viele Stunden Spaß haben kann – vor allem mit menschlichen Gegenspielern.

Leicht ist Cossacks II: Napoleonic Wars nicht, zumal es gilt, in sehr kurzer Zeit taktische und strategische Entscheidungen für unheimlich viele Einheiten zu treffen, was Anfänger schnell zu hektischem Geklicke verführt und für Frusterlebnisse sorgen kann. Auch im Multiplayer-Spiel sollte man es langsam angehen und sich nicht gleich mit erfahrenen Gegnern anlegen. Vielmehr sollten erst einige KI-Schlachten erfolgreich überstanden werden, um nicht gleich zu Anfang zu verzweifeln.


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