Nokia macht Schnittstellen für mobiles Fernsehen öffentlich
Nokia will es Betreibern und Diensteanbietern so leichter machen, eine Interoperabilität zwischen Geräten unteschiedlicher Hersteller sicherzustellen. Im Kern setzt Nokia aber auf DVB-H, das vom European Telecommunications Standards Institute (ETSI) 2004 verabschiedet wurde.
Mit MPEG-4-Kompression, niedrigerer Auflösung und niedrigen Datenraten soll DVB-H – das H steht für Handheld – besser für mobile Endgeräte geeignet sein als DVB-T. Während DVB-T pro Frequenz vier TV-Kanäle mit einer Bandbreite von je 3 MBit/s unterbekommt, sind es bei DVB-H zehnmal mehr Kanäle, da jeder nur 120 bis 300 KBit/s beansprucht. Insgesamt sind 40 bis 50 DVB-H-Sender geplant, bundesweit genutzt werden sollen brachliegende DVB-T-Frequenzen.
Anders als bei DVB-T-Boxen wird DVB-H aber über einen Rückkanal verfügen, denn die DVB-H-Empfänger werden schon prinzipbedingt über GPRS oder UMTS verfügen. Daten können sowohl in Rotation ("Datenkarussel") abwechselnd mit den MPEG-4-Bursts (Streaming mit Pausen, energiesparender für Clients) als IP-Datenpakete (via IP Casting) über DVB-H breitbandig an alle Nutzer gesendet als auch von diesen direkt per Rückkanal als Downloads angefordert werden. So sollen sich kostengünstige und schnelle Massenbelieferung mit individuellen Angeboten verbinden lassen, was etwa mit UMTS alleine nicht möglich wäre – hier reicht die Bandbreite nicht aus, um Fernseh-Streams an mehr als eine Hand voll Nutzer innerhalb einer Funkzelle zu liefern.
Mit dem Start kommerzieller TV-Programme für DVB-H rechnet Nokia 2006.
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