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PDA-Markt: Marktforscher verlieren den Überblick

PDA-Marktzahlen rutschen in die Beliebigkeit ab. In den vergangenen Monaten erschienen immer abenteuerlichere Ergebnisse rund um den PDA-Markt von den verschiedenen Marktforschungsunternehmen, die jeweils andere, nicht nachvollziehbare Gründe fanden, den PDA-Markt nach Gutdünken in eine bestimmte Richtung zu trimmen. Den Vogel schießt nun Gartner Dataquest ab, indem in der aktuellen Erhebung Geräte mit gleichem Funktionsumfang willkürlich dem PDA-Markt zugerechnet oder weggelassen werden.
/ Ingo Pakalski
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Verwundert reibt man sich die Augen, wenn man sich die Ergebnisse der Markterhebung für den PDA-Markt von Gartner Dataquest für das 1. Quartal 2005 betrachtet: Da gehören Research In Motion, der Anbieter vom BlackBerry, sowie überraschenderweise der Handy- und Smartphone-Hersteller Nokia nach Auffassung der Marktforscher in den PDA-Markt. Allerdings bietet weder Research In Motion noch Nokia einen PDA an und beide Unternehmen hatten strenggenommen auch nie solche Geräte in ihrem Sortiment.

In den Marktzahlen von Gartner Dataquest findet sich keine auch nur annähernd schlüssige Erklärung, weshalb Nokia plötzlich zu einem PDA-Hersteller wurde. Das gleiche Unverständnis betrifft die Entscheidung, sowohl ein Symbian-Smartphone Nokia 9300 Communicator als auch das WindowsCE-Smartphone iPaq H6300 von HP als PDA zu betrachten, aber andererseits den mit Handy-Funktion versehenen BlackBerry 7100 ebenso wie die PalmOS-Smartphones Treo 600 und Treo 650 aus der Erhebung herauszuhalten.

Es bleibt somit das bestgehütete Geheimnis von Gartner Dataquest, was einen Nokia 9300 Communicator oder iPaq H6300 in den technischen Kernfunktionen in Bezug auf die PDA-Einordnung von einem BlackBerry 7100 oder Treo 650 unterscheidet. Somit hätte Gartner Dataquest auch den BlackBerry 7100 sowie Treo 650 zum PDA machen und die Nokia- und HP-Smartphones außen vor lassen können.

Die ganzen Vorkommnisse sind noch erstaunlicher, wenn man sich vor Augen führt, wie leicht sich die Produktgruppen PDA, Handy und Smartphone auseinander halten lassen. Üblicherweise zeichnet sich ein PDA dadurch aus, dass solche mobilen Geräte keine Mobilfunkfunktionen aufweisen, während sich ein Smartphone von einem Handy dadurch unterscheidet, dass native Applikationen nachträglich installiert werden können.

Vor allem zwischen Smartphones und PDAs ist eine Unterscheidung enorm wichtig, schließlich werden beide Produktgruppen vollkommen unterschiedlich am Markt positioniert: Während Smartphones meist über Mobilfunkbetreiber und häufig auch mit entsprechenden Subventionen bei Abschluss eines Mobilfunkvertrages angeboten werden, erhält man PDAs zum Vollpreis ohne derartige Vergünstigungen. Darüber hinaus visiert ein PDA eine vollkommen andere Zielgruppe an als es Smartphones tun.

Die Marktforscher scheint all dies vollkommen kalt zu lassen, denn in den vergangenen Monaten wurde keine vermeintliche PDA-Marktstudie veröffentlicht, in der nicht unpassenderweise Geräte von Research In Motion oder Nokia auftauchten. Das von Gartner Dataquest nun willkürlich vorgenommene Hinzufügen oder Weglassen bestimmter Gerätegruppen nimmt den Marktzahlen endgültig jegliche Aussagekraft und zeigt schlaglichtartig die Absurdität dieser Ergebnisse.

So wurde Research In Motion (RIM) im abgelaufenen 1. Quartal 2005 laut Gartner Dataquest zum PDA-Marktführer, womit ein Unternehmen gekürt wurde, das niemals PDAs gefertigt hat. Erst auf Rang zwei folgt dann palmOne, allerdings ohne die Zahlen der verkauften Treo-Smartphones, während die iPaq-Smartphones bei HP sehr wohl mitgerechnet wurden, was HP einen dritten Platz bescherte. Und auf Rang vier folgt dann mit Nokia nach RIM ein weiterer Nicht-Hersteller von PDAs, bevor Dell das Marktfeld der Top 5 abschließt.


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