RegTP senkt Preis für letzte Meile
Während die Deutsche Telekom einen Preis von 17,40 Euro und damit eine erhebliche Preissteigerung beantragt hatte, forderten die Wettbewerber des Ex-Monopolisten eine TAL-Miete von unter 10,- Euro, entsprechend dem europäischen Durchschnitt.
"Auch im europäischen Vergleich liegen wir mit der jetzt getroffenen Entscheidung im guten Durchschnitt der Länder, die nach dem gleichen Kostenmaßstab arbeiten. Der neue TAL-Preis ist als ein sachgerechter und kostenorientierter Preis Garant für einen langfristig angelegten und stabilen Wettbewerb im deutschen TK-Markt" , zeigt sich RegTP-Präsident Matthias Kurth bemüht, mögliche Kritik der Telekom-Konkurrenten zu entkräften.
Wie bereits in den vorangegangenen Entscheidungen hat die RegTP für die Ermittlung marktgerechter TAL-Preise auf ein Kostenmodell des Wissenschaftlichen Instituts für Kommunikationsdienste (WIK), Bad Honnef, zurückgegriffen. Mit Hilfe dieses Kostenmodells ist ein nach Effizienzkriterien optimiertes Anschlussnetz modelliert worden, das den Investitionsberechnungen für eine TAL zu Grunde gelegt worden ist. Ergänzend dazu habe man einen internationalen Tarifvergleich durchgeführt, der aber nur als grobe Richtschnur dienen könne, da noch eine Vielzahl weiterer Informationen notwendig gewesen sei, um eine wirklich qualitative Vergleichsmarktbetrachtung durchführen zu können, heißt es von Seiten der RegTP. Die Wettbewerber der Telekom hatten unter Verweis auf das am 26. Juni 2004 in Kraft getretene Telekommunkationsgesetz (TKG) auf eine europäische Vergleichsmarktbetrachtung gedrängt, mit der auch die Interconnection-Entgelte ermittelt wurden.
Die TAL-Miete spielt vor allem für Anbieter mit eigener Infrastruktur eine wesentliche Rolle, die ihren Kunden einen kompletten Telefonanschluss bieten. Je geringer die TAL-Miete, desto eher rechnet sich auch ein Ausbau in weitere Gebiete.