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Spieletest: Jade Empire - Asiatische Action im Rollenspiel

Bioware überrascht mit leicht zugänglichem, stark Action-orientiertem Titel. Bei den Spielen, die Microsoft dieses Jahr als absolute Blockbuster für die Xbox angekündigt hat, nimmt Jade Empire eine ziemliche Sonderstellung ein – der aktuelle Titel von Bioware soll der Microsoft-Konsole neue Popularitätsschübe vor allem bei Fans von Rollenspielen bescheren. Und tatsächlich ist das Spiel ein ziemlich guter Titel geworden, wenn sich auch die Verwandtschaft zu Titeln wie Knights Of The Republic nur schwer leugnen lässt und zudem hier kaum noch von einem Rollenspiel im eigentlichen Sinne gesprochen werden kann.
/ Thorsten Wiesner
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Der Beginn ist rollenspieltypisch: Aus einer Hand voll Charaktere wählt man seinen entweder weiblichen oder männlichen Avatar und entscheidet sich somit auch gleich wahlweise eher für einen schnellen, einen kräftigen oder auch einen sehr ausgewogenen Charakter. Danach geht es gleich direkt ins Spiel hinein – ein Tutorial hat man sich gespart, stattdessen wird direkt im Spiel die allerdings auch recht simple Steuerung gelernt.

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Das Setting von Jade Empire erinnert stark an Filme wie Tiger & Dragon, die Story ist massiv von diversen chinesischen Mythologien beeinflusst. Im Jade-Reich herrscht Unruhe, da gleich eine ganze Reihe von Gefahren die Ruhe stören. Die marodierenden Räuberbanden sind dabei noch das kleinere Problem, hinzu kommen auch noch seltsame Geister – unruhige Seelen, die die Menschen in Angst und Schrecken versetzen. Natürlich ist der Spieler dazu da, diese Probleme zu lösen – und auf Grund diverser Gründe auch geradezu prädestiniert für diesen Job.

Was den Spieler genau dazu befähigt, als Weltenretter zu agieren und Zauberern, Räubern, Dämonen und einigen recht großen Fabelwesen entgegenzutreten, wird zu Spielbeginn noch nicht verraten, denn der alte Lehrmeister Li – der dafür verantwortlich war, dass man in die Martial-Arts-Künste eingeweiht wurde – hüllt sich zunächst ebenso in Schweigen wie die teils freundlich, teils feindlich gesinnten Mitschüler an der Martial Arts Akademie, in der das Spiel beginnt. Jade Empire gelingt es aber recht gut, diese eigentlich recht stereotype Geschichte im Laufe der Zeit immer weiter auszubauen und viele lose Handlungsstränge so zu einem spannenden Ganzen zu vereinen.

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Natürlich warten in Jade Empire viele Quests auf den Spieler – da müssen Bürger beschützt, Kumpane gefunden, Nachrichten überbracht und Rätsel gelöst werden. Mindestens ebenso wichtig sind aber die Kämpfe – und die sind komplett in Echtzeit und vor allem sehr Actionspiel-orientiert. Überhaupt ist der Begriff Rollenspiel im klassischen Sinne eher irreführend für Jade Empire – Action-Adventure mit Rollenspielelementen würde es wohl besser treffen. Im Grunde agiert man in den Gefechten ähnlich wie bei simplen Prügelspielen – eine Taste dient dem einfachen Angriff, eine weitere dem Block und eine weitere einer Spezialattacke, die den gegnerischen Block aushebelt. Zwar gibt es auch einige Kombos, die im weiteren Verlauf möglich sind, sonderlich anspruchsvoll werden die Kämpfe aber dennoch nie.

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Die sehr leichte Zugänglichkeit von Jade Empire geht einher mit der gerade für Bioware-Verhältnisse etwas enttäuschenden Spieltiefe. Natürlich gewinnt der eigene Charakter im Spielverlauf an Erfahrungspunkten hinzu, verbessert so die Gesundheits-, Chi- und Selbstheilungsbalken, wird stärker in Kampf und Magie – nur hat man oft nicht das Gefühl, dass das den Spielverlauf auch wirklich stark verändert. Zwar können Gegenstände aus Truhen und Kästen eingesammelt werden – ein wirkliches Inventar-System gibt es aber eigentlich gar nicht. Und auch der Gesamtumfang wurde im Vergleich zu Spielen wie Baldur's Gate oder KOTOR stark reduziert; auch ungeübte Spieler werden kaum länger als 20 Stunden brauchen, um die Rätsel um die eigene Herkunft und das Jade Imperium zu lösen.

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Wenn auch beim Umfang und der Charakterentwicklung insgesamt etwas "gespart" wurde, sind die zahlreichen Gespräche recht ausufernd – wer minutenlanges Gerede nicht mag, wird wohl oft den Aktionsknopf drücken und sich die Sprachausgabe nicht zu Ende anhören, was dann aber natürlich dazu führt, dass nicht alle Details der Story auch wirklich verstanden werden. Die Multiple-Choice-Gespräche nehmen aber auch großen Einfluss auf die eigene Entwicklung und Wirkung – ähnlich wie bei KOTOR liegt es nämlich an einem selbst, ob man von der Umwelt als gütiger und sympathischer Kämpfer oder gefürchteter und unbequemer Zeitgenosse wahrgenommen wird. Welche Aussagen wie wahrgenommen werden ist dabei meist recht offensichlich.

Die unterschiedliche Entwicklung hat natürlich Auswirkungen auf den Spielverlauf, es gibt unterschiedliche Verläufe, aber auch ein paar Extras bzw. Waffen, die nur Kämpfern der jeweiligen Machtseite zur Verfügung stehen. Für erhöhten Wiederspielwert ist also wieder einmal gesorgt.

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Jade Empire ist mit Sicherheit das bisher schönste Spiel von Bioware – die asiatische Umgebung inklusive historischer Gebäude und üppiger Vegetation ist sehr stimmungsvoll in Szene gesetzt, wenn auch die Interaktionsmöglichkeiten mit der Umwelt mal wieder arg begrenzt sind. Auch die Animationen der Charaktere sind gelungen, gerade im Kampf sind die dem Martial-Arts entlehnten Bewegungen sehenswert. Dafür bleibt die Frame-Rate aber auch alles andere als konstant – gerade in Gefechten mit mehreren Gegnern gibt es teils wirklich drastische Slowdowns von zwei bis drei Sekunden.

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Die komplett deutsche Sprachausgabe ist hingegen rundum gelungen, kaum ein Sprecher, der nicht relativ gut zum jeweiligen Charakter passen würde. Und auch die Bedienung gibt keinen Grund zur Klage – sämtliche Aktionen gehen leicht von der Hand, eine zuschaltbare Minikarte erleichtert das Vorgehen zusätzlich. Allerdings ist ein Verlaufen in den meist recht übersichtlichen Spielabschnitten ohnehin eher unwahrscheinlich.

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Jade Empire ist seit 22. April 2005 exklusiv für die Xbox im Handel verfügbar – einmal in einer normalen Version für rund 60 Euro und einmal in einer Limited Edition für 65,- Euro mit einem Zusatzcharakter (der Mönch "Zeng") und Spieledemos. Umsetzungen für andere Systeme sind derzeit nicht geplant.

Fazit:
Ob man von Jade Empire begeistert ist, dürfte stark davon abhängen, mit welchen Erwartungen an das Spiel herangegangen wird. Rollenspiel-Einsteiger mit Action-Faible etwa könnten nicht besser an das Genre herangeführt werden – simple Handhabung, eine tolle Geschichte, vielfältige Auswirkungen der eigenen Handlung und eine wunderschöne Präsentation machen Lust auf mehr. Erfahrene Bioware-Fans hingegen werden sich wundern, dass Jade Empire praktisch ein Rollenspiel Light ist – deutlich weniger komplex und auch um einiges simpler als frühere Werke dieser Entwicklerschmiede.


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