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Urteil gegen DVD-Kopierschutz in Frankreich

Kopierschutz auf DVD von Mulholland Drive muss entfernt werden

Angaben der französischen Verbraucherschutzorganisation "Union Fédérale des Consommateurs - Que Choisir" (UFC) zufolge hat ein Berufungsgericht in Paris den Kopierschutz einer DVD für illegal erklärt, da dieser im beklagten Fall das Recht auf Anfertigung einer Privatkopie verhinderte.

Artikel veröffentlicht am ,

Ein Verbraucher, der eine DVD kauft, muss davon eine Kopie zu privaten Zwecken machen können, entschied das Gericht. Das Urteil vom 22. April 2005 sagt UFC-Que Choisir zufolge im Kern aus, dass die Ausübung des Rechtes auf eine private Kopie unvereinbar mit den technischen Schutzmaßnahmen der DVD ist.

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Im betreffenden Fall wollte eine Privatperson die DVD des Films "Mulholland Drive" auf eine VHS-Kassette kopieren, um den Film bei ihrer Mutter anzusehen, die nicht über einen DVD-Player verfügt. Die Kopierschutzvorrichtung auf der DVD machte dieses Unterfangen allerdings unmöglich.

Da der Käufer die DVD legal im Handel erworben hatte und eine Kopie der DVD im Rahmen der legalen Privatkopie benutzen wollte, hat sich das Berufungsgericht von Paris gegen die Entscheidung der vorhergehenden Instanz gewandt. Das Gericht erinnert insbesondere daran, dass "das Recht auf eine private Kopie, für das die Verbraucher eine Lizenzgebühr zahlen, diesen erlaubt, eine Kopie eines Werkes zu machen, das strikt für ihren persönlichen Gebrauch vorgesehen ist". Es scheint bei analogen Kopienanfertigungen vornehmlich um den Macrovisions-Schutz gegangen zu sein, da die CSS-Verschlüsselung beim Kopieren auf eine Videokassette keine Rolle spielt.

Die andere wesentliche Entscheidung aus dem Urteil betrifft die Art und Weise, wie die DVD gekennzeichnet war. Tatsächlich befand sich auf der Mulholland- Drive-DVD ein in kleiner Schrift angebrachter Hinweis "CP" (copie prohibée - Kopieren verboten). Das Berufungsgericht war jedoch der Ansicht, dass dieser Hinweis den Verbraucher nicht ausreichend darüber informiert, dass jegliche Kopie, auch eine Privatkopie, unmöglich ist.

Nach Medienberichten wurden "Les Films Alain Sarde" und "Studio Canal", die den Film produziert haben, angewiesen, innerhalb eines Monats den Kopierschutz auf allen DVDs von Mulholland Drive zu "entsperren". Wie das geschehen soll, ist allerdings nicht erörtert worden. Gleichzeitig müssen Les Films Alain Sarde und der Filmverleih Universal Pictures Frankreich jeweils 100,- Euro Schadensersatz an den Verbraucher zahlen. Außerdem müssen die beiden Gesellschaften und Studio Canal ihm 150,- Euro sowie 1.500 Euro an den französischen Verband der Video-Distributoren SEV (Syndicat de l'Edition Vidéo) überweisen.

UFC-Que Choisir frohlockt nun gar, dass, wenn diese Rechtssprechung Schule macht, dies sowohl bei DVDs als auch bei Audio-CDs zu einem Verbot von Anti-Kopierschutzmaßnahmen führen könnte. In Deutschland dürfen Privatkopien nach aktueller Rechtsprechung nur dann angefertigt werden, wenn dabei kein Kopierschutz umgangen wird - dank weit verbreiteter Kopierschutzmaßnahmen ist diese Erlaubnis aber nur selten mit legalen Mitteln umzusetzen. [von Tim Kaufmann]

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Jilles 09. Aug 2006

Bist wohl sehr Weltfremd. Versuch doch mal einer 70-80 järige Frau einen DVDPlayer zu...

Felix 27. Apr 2005

Naja, geht auch ein wenig einfacher: Du hast die Kopien vor dem neuen Gesetz in...

Kai F. Lahmann 27. Apr 2005

"deutlich" ist sicherlich etwas anderes. hier hat offenbar die Privatkopie im...

h31z4 27. Apr 2005

...ist das ein sehr gutes Zeichen. "Kopierschutz"-Maßnahmen haben bislang noch nie das...

Franz 27. Apr 2005

...mag ich die Froschfresser ja nicht. Aber dieses Urteil beweist eins, dass deren Justiz...


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