China entwickelt eigenen Mikroprozessor
Bereits im Jahr 2002 hatte die staatliche "Chinese Academy of Sciences" (CAS) mit "Godson" ihren ersten Prozessor vorgestellt. Nach Angaben der Forschungseinrichtung, die derzeit 58.000 Mitarbeiter in allen Bereichen der Wissenschaft beschäftigt, war der erste Godson befehlskompatibel zu den RISC-Prozessoren von MIPS.
Mit welchem Befehlssatz der neue "Godson II" arbeitet, gab die CAS(öffnet im neuen Fenster) noch nicht bekannt. Nach einem Bericht der staatlichen chinesischen Webseite Peoples Daily(öffnet im neuen Fenster) soll der neue Prozessor aber mit 500 MHz arbeiten und dabei die Leistung eines Pentium III erreichen. Ob der Vergleich für denselben Takt gilt, ließen die offiziellen chinesischen Quellen dabei offen. Ebenso fehlen Angaben zu Strukturbreiten, Bus-Takten und Cache-Größen.
Der Prozessor soll aber unter einem 64-bittigen Linux und unter X-Windows jedoch erfolgreich getestet worden sein. Derzeit arbeitet die CAS mit anderen staatlichen Organisationen an der Aufnahme der Massenfertigung. Was genau man sich von den chinesischen CPUs versprechen darf, ist schwer zu beurteilen. Entwicklungen wie der Godson oder Godson II wurden bisher im Gegensatz zu anderen internationalen CPU-Designs nicht auf Konferenzen wie dem "Microprocessor Forum" oder der "ISSCC" der Öffentlichkeit vorgestellt.
Zu vermuten ist jedoch, dass China sich mit Godson II weiter von den vor allem in den USA vorangetriebenen Hightech-Standards unabhängig machen will. So hat China mit der "EVD" bereits eine DVD-Alternative entwickelt, die aber bisher nur auf dem heimischen Markt angeboten wird. [von Nico Ernst]



