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Athlon 64 X2 und Opteron: Zehn Dual-Core-Chips von AMD

Neue Dual-Core-Prozessoren für alle Bereiche. Nur drei Tage nach Intels Vorstellung des ersten PC-Prozessors mit zwei Kernen hat AMD gekontert. Drei neue Opterons will man sofort ausliefern, die Desktop-CPU Athlon 64 X2 kommt jedoch erst im Juni.
/ Jens Ihlenfeld
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Damit hat Intel das Rennen um Dual-Cores in Desktop-Rechnern knapp gewonnen – wenn auch nur mit einer einzigen High-End-CPU. AMD hat bei den Server-Chips die Nase vorn und ist dabei zudem sehr selbstbewusst. Für sein neues Flaggschiff, den Athlon 64 X2 4800+, verlangt AMD wortwörtlich ein paar Dollar mehr: tausend und einen Dollar kostet das gute Stück gegenüber 999,- Dollar für den Pentium Extreme Edition 840.

Alle neuen Dual-Core-Prozessoren basieren auf einem gemeinsamen Kern, der weiterhin in 90 Nanometern Strukturbreite hergestellt wird, sie kommen allesamt aus AMDs Fab30 in Dresden. Die Einstufung in Geschwindigkeitsklassen über die Modellnummer bestimmen dabei sowohl der Takt als auch die Ausstattung mit L2-Cache – wie auch bisher bei den Athlons üblich. Dabei entstehen jedoch auch Prozessoren mit gleichem Takt, aber unterschiedlicher "Model Number". Sie unterscheiden sich durch je 512 KByte oder 1 MByte L2-Cache pro Kern.

Der bisher unter dem Codenamen "Toledo" bekannte Athlon 64 X2 bringt als einzige wesentliche Erweiterung die SSE3-Befehle mit, die Intel mit dem Prescott eingeführt hatte. Der integrierte Speichercontroller kann weiterhin ungepufferte DDR-400-Module ansprechen.

Durch die zwei Kerne und den dafür nötigen Crossbar, der sie verbindet, hat sich die Transistorzahl gegenüber Athlons in 130 Nanometern Strukturbreite mit einem Kern mehr als verdoppelt: von 106 auf 233 Millionen. Auch wenn bei 90 Nanometern jetzt nur 1,35 Volt statt bisher 1,5 Volt Kernspannung benötigt werden, fordert das seinen Tribut: Die typische Leistungsaufnahme gibt AMD für den X2 mit 110 Watt an. Das liegt zwar immer noch unter den 130 Watt der neuen Extreme Edition von Intel, stellt aber für AMD-Systeme neue Herausforderungen bei Kühlung und Stromversorgung dar. Wenn die bisherigen Boards dem gerecht werden, kann der X2 aber darauf laufen. Er passt weiterhin in den Socket 939, ein BIOS-Update ist jedoch zwingend erforderlich.

Wie auch Intel seinen Extreme Edition nicht mehr vor allem für Gamer empfiehlt , so stellt auch AMD für den X2 den Umgang mit digitalen Medien als Haupteinsatzgebiet heraus. In den Unterlagen zur Ankündigung der Dual-Core-Prozessoren empfiehlt AMD weiterhin den Athlon 64 FX als schnellsten Spiele-Prozessor und gibt an, er sei dabei "15 bis 20 Prozent schneller als Dual-Core-Prozessoren". Damit meint AMD wohl nicht nur die eigenen Produkte.

AMD bietet den Athlon X2 in vier Varianten an, vom Modell 4200+ (2,2 GHz, 2 x 512 KByte Cache) für 537,- US-Dollar bis hin zum Modell 4800+ (2,4 GHz, 2 x 1 MByte Cache) für 1.001,- US-Dollar. Alle diese Prozessoren will AMD erst im Juni ausliefern, ein konkreter Termin dafür steht noch nicht fest. Erste Muster stellt AMD bereits PC-Herstellern und Entwicklern zur Verfügung. Die Preise gelten in 1.000er-Stückzahlen für PC-Hersteller und Wiederverkäufer.

Noch wichtiger als der Athlon 64 X2 ist für AMD die Einführung der Opterons mit Dual-Core, die bisher unter den Codenamen "Italy" und "Egypt" bekannt waren. Schließlich will sich AMD künftig verstärkt auf Server konzentrieren. Für die Dual-Opterons hat AMD keinen neuen Markennamen eingeführt, sondern bleibt bei der üblichen Kennzeichnung: Beginnt die Modellnummer mit 8, dürfen auch acht Prozessoren zusammenarbeiten, eine 2 steht für Rechner mit maximal zwei CPUs. Dabei zählt AMD freilich die Sockel, nicht die Kerne. Eine Unterscheidung nach der Größe des L2-Cache nimmt AMD hier nicht vor, was bei Servern und Workstations auch kaum einen Sinn ergeben würde.

Die Dichte der Rechenleistung lässt sich durch die Dual-Opterons jetzt im Server-Umfeld nahezu verdoppeln, da auch die neuen CPUs in bestehende Infrastukturen um den Socket 940 passen. Ihre typische Leistungsaufnahme ist mit 95 Watt angegeben, da sie maximal mit 2,2 GHz takten.

Alle Dual-Core-Opterons kommen mit 2 x 1 MByte Cache, die Preise für 200er-Modelle liegen zwischen 851,- US-Dollar (Opteron 265 mit 1,8 GHz) und 1.299,- US-Dollar (Opteron 275 mit 2,2 GHz). Die 800er-Chips liegen zwischen 1.514,- US-Dollar (Opteron 865 mit 1,8 GHz) und 2.649,- US-Dollar (Opteron 875 mit 2,2 GHz).

Die Achtfach-Prozessoren will AMD ab sofort ausliefern, die 200er-Serie erst Ende Mai. [von Nico Ernst]


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