Intel liefert ersten Prozessor mit Dual-Core (Update)

Die Gamer stehen jetzt als Zielgruppe des neuen Chips nicht mehr an erster Stelle. Intel spricht vielmehr von "Computer-Hobbyisten und Multimedia-Enthusiasten". Das mag daran liegen, dass derzeit nur wenige Spiele von der Kraft der zwei Kerne profitieren. Bei der "Pentium Extreme Edition 840" arbeitet jeder der beiden Cores mit 3,2 GHz, Intels am höchsten getakteter Single-Core-Prozessor (Pentium 4 570J) kommt auf 3,8 GHz.
Der bisher unter dem Codenamen "Smithfield" gehandelte 840, der erstmals auch den Namen "Pentium 4" ablegt, wird folglich von Intel auch vor allem für Multimedia-Authoring empfohlen. Dort sind die meisten Anwendungen, vom MP3-Encoder bis zum aufwendigen Programm für den Videoschnitt, schon seit Jahren auf den Betrieb mit mehreren Prozessoren ausgelegt. Hier sind Leistungssteigerungen bis zu nahezu der doppelten Geschwindigkeit gegenüber einem einzelnen Core möglich. Wie berichtet , unterstützt Intel jedoch schon seit geraumer Zeit Software-Entwickler beim Optimieren für Dual-Cores.
Der 840 läuft auch in bisherigen Mainboards mit dem Sockel 775, dafür ist jedoch auf jeden Fall ein Bios-Update nötig. Intel empfiehlt für den neuen Prozessor den PCI-Express-Chipsatz 955X, bisher unter dem Codenamen "Glenwood" bekannt. Der 955X kann DDR2-2-Speicher mit bis zu effektiv 667 MHz betreiben, auch ECC-Module für Workstations sind möglich. Bis zu acht GByte RAM kann der Chipsatz adressieren, womit 64-Bit-Anwendungen gerade auf Workstations endlich einen Sinn haben.
In den USA bieten bereits Alienware, Dell und Velocity Micro erste Systeme mit Intels neuer Plattform an. Die Preise bewegen sich meist deutlich über 2.000,- US-Dollar – allein der Prozessor kostet die PC-Hersteller in 1.000er-Stückzahlen schließlich 999,- US-Dollar. Für den Massenmarkt kommt laut Intels aktueller Roadmap der erste Dual-Core-Prozessor als "Pentium D" erst Ende Mai auf den Markt.
Update (18. April 2005, 15:30 Uhr):
Inzwischen hat Intel auch die Datenblätter für den 840 und den 955X vorgelegt. Demnach ist die "Thermal Design Power" für den ersten Dual-Core-Prozessor auf 130 Watt festgelegt – mehr als bei jedem anderen bisherigen Desktop-Prozessor. Gerade bei Selbstbau-PC sollte man also Wert auf eine besonders leistungsfähige Kühlung legen.
Zudem kann die Southbridge ICH7R des 955X-Chipsatzes vier PCI-Express-Lanes für einen zweiten PCIe-Grafikslot zur Verfügung stellen, was Asus und Intel auf den abgebildeten Boards auch genutzt haben. Ob sich damit wie bei Nvidias SLI auch zwei Grafikkarten im Tandembetrieb zusammenschalten lassen, ist jedoch noch unklar. [von Nico Ernst]



