Filesharing schadet Künstlern (nicht)?
In seinem Aufsatz Piercing the peer-to-peer myths: An examination of the Canadian experience(öffnet im neuen Fenster) legt Geist dar, dass vor allem das Argument, die Künstler würden unter Filesharing leiden, nicht haltbar sei. Während die kanadische Musikindustrie über Rückgänge von insgesamt zwei Milliarden kanadischen Dollar in den letzten fünf Jahren beklagt, kommt Geist auf nur 431,7 Millionen, errechnet auf Basis der von der Industrie selbst veröffentlichten monatlichen CD-Verkaufszahlen.
Bezieht man aber auch andere Positionen mit ein, verschiebt sich dieses Bild weiter. Geist nennt hier den Anstieg der DVD-Verkäufe und einen Rückgang des Musikkonsums, bedingt durch stärkere Nutzung von Handys, Computerspielen, Filmen und dem Internet sowie das Absinken der CD-Preise und stärkeren Absatz über Händler wie Wal-Mart, die nur einen kleinen Katalog an Titeln anbieten. Auch kommt den Künstlern nur ein kleiner Teil der Gelder zu, so dass auch die Ausfälle für Künstler in absoluten Zahlen deutlich kleiner ausfallen.
Bezieht man dann noch die Zunahme an Urheberrechtsabgaben mit ein, ergibt sich nach der Rechnung von Geist für die Künstler sogar ein Plus.



