Spieletest: Splinter Cell Chaos Theory - Agent mit Messer
Mehr Handlungsfreiheit, mehr Action. Viel Zeit zum Ausruhen hat Sam Fisher nicht gerade – die Entwickler von Ubisoft schicken den Geheimagenten in "Chaos Theory" bereits in sein drittes Abenteuer. Dafür versprach man einige spielerische Neuerungen, und tatsächlich gibt es doch einige Unterschiede zu dem schon sehr guten Vorgänger "Pandora Tomorrow".
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Die Hintergrundgeschichte ist einmal mehr zunächst etwas verworren und entfaltet erst nach und nach ihre ganze Dimension. Ein versierter Computerspezialist wurde entführt, Nordkorea führt Schlimmes im Schilde und der Cyberterrorismus könnte gleich die halbe Welt ins Chaos stürzen – kein Wunder, dass da besonders fähige Leute wie Sam Fisher ran müssen, um die Ordnung wieder herzustellen.
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Das grundsätzliche Gameplay dafür ist – wenig überraschend – das gleiche geblieben: Möglichst lautlos schleicht sich Sam an Feinden und Überwachungskameras vorbei, hangelt an Rohren entlang, schlüpft durch Lüftungsschächte oder klemmt sich zwischen Wände, um Kontrahenten lautlos mit einem Sprung von oben unschädlich zu machen. Die bekannte Sichtbarkeitsanzeige informiert beständig darüber, wie gut versteckt gerade agiert wird, eine neue Lärmanzeige informiert zusätzlich, ob die eigenen Schritte deutlich wahrnehmbar sind oder durch die Umgebungslaute wie einen Ventilator oder auch einen laufenden Fernseher überdeckt werden.
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Während früher vor allem lautlose Attacken mit dem eigenen Multifunktionsgewehr dazu dienten, um Kontrahenten auszuschalten, wird Sam diesmal trotz fortgeschrittenen Alters etwas handgreiflicher. Dafür sorgen einerseits ein paar Nahkampf-Kniffe sowie die Möglichkeit, erledigte Wachen gleich über die Schulter zu legen und wegzutragen. Aber auch das neu zur Ausrüstung gehörende Messer erweitert den Aktionsradius spürbar.
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Stichwort Aktionsradius: Ubisoft hatte im Vorfeld versprochen, die spielerische Freiheit bei Chaos Theory deutlich zu erhöhen, und zumindest stellenweise wurde Wort gehalten – der Titel ist längst nicht so linear wie die Vorgänger, immer wieder gibt es verschiedene Möglichkeiten vorwärts zu kommen. So lässt sich ein Schloss etwa knacken oder wegschießen, eine Tür aufbrechen oder durch einen Lüftungsschacht umgehen. Allerdings hat man öfter mal das Gefühl, dass ein Weg der offensichtlich richtige ist – und die anderen nur als zusätzliches Bonbon integriert wurden, um dem Spieler das Gefühl zusätzlicher Freiheit zu geben.
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Auf jeden Fall spürbar besser ist dafür die KI der Gegner: Wer Lichter ausschießt oder Kerzen ausbläst, um unerkannt zu bleiben, muss sich nicht wundern wenn dies Wachen auf einem Routinegang auffällt und sie skeptisch werden. Und dann wird auch aktiv nach Sam gesucht – wobei gerne mal die Taschenlampe angeknipst wird, was die eigene Deckung natürlich schnell auffliegen lässt. Der Schwierigkeitsgrad ist trotzdem etwas moderater als früher, was an dem leicht gesteigerten Action-Anteil liegt sowie der Tatsache, dass das Auslösen eines Alarms nicht mehr automatisch das Scheitern einer Mission bedeutet. Trotz Nahkampf und Messer bleibt auch das dritte Abenteuer von Sam Fisher aber natürlich hauptsächlich ein Stealth-Titel: Schleichen und unauffälliges Vorgehen sind immer noch Trumpf.
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Für viel Atmosphäre sorgen einmal mehr nicht nur das jeweilige Missionsbriefing, sondern auch die ganzen Gespräche, die man während der Missionen aufschnappt – etwa wenn sich zwei Wachen unterhalten. Da gibt es dann nicht nur teils sehr witzige Kommentare zu hören, auch die Hintergrundgeschichte entfaltet sich so immer ein Stückchen weiter.
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Das Prunkstück von Chaos Theory ist einmal mehr die durch eine modifizierte Unreal Engine in Verbindung mit der Physik-Engine Havok dargestellte Grafik, die vor allem auf dem PC nochmals einen Tick detaillierter ist. Über die etwas steifen Animationen sowie die Charakter-Modelle lässt sich zwar weiterhin streiten – sie wirken teils noch zu künstlich – die Level selbst, egal ob es sich um Außenareale, Lagerhallen oder Räume in einem Schiff handelt, sind aber eine wahre Augenweide.
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Von der Grafikpracht profitieren derzeit vor allem Besitzer eines Highend-PCs mit Nvidia-Grafikkarte der GeForce-6xxx-Serie: Die Shader-3.0-Unterstützung lässt ATI-Karten bewusst im Regen stehen, denn es gibt als Ausweg nur einen Shader-1.1-Modus ohne die für hübsche Ausleuchtung sorgenden High-Dynamic-Range-Lichteffekte. Die sichtbaren Qualitätsunterschiede sind zwar nicht sehr groß, aber vorhanden und wären mit einer Unterstützung für das Shader Model 2.x wohl zu vermeiden gewesen. Bei den Konsolen-Versionen – bisher lagen uns Xbox- und Playstation-2-Fassungen vor – gewinnt die Xbox klar. Die Level besitzen deutlich höher aufgelöste und schickere Texturen, Ladezeiten sind kürzer und Ruckler seltener.
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Schon der Vorgänger Pandora Tomorrow wartete mit dem spannenden Vs-Modus auf, der auch jetzt wieder enthalten ist und Spieler gegeneinander antreten lässt. Wirklich neu und gut gelungen ist dafür aber die Koop-Option (sowohl am PC via LAN oder online als auch an der Konsole via Splitscreen): Hier begibt man sich zu zweit auf eine Handvoll speziell designter Maps und muss die jeweiligen Missionsziele durch Teamarbeit lösen – etwa, in dem man sich gegenseitig per Räuberleiter auf die nächste Ebene hilft oder gegenseitig Ausrüstungsgegenstände gibt.
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Splinter Cell Chaos Theory ist für PC, Xbox, Playstation2 und Gamecube bereits im Handel erhältlich; die Gamecube-Version lag uns zum Test leider nicht vor. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
Fazit: Die Solo-Kampagne von Chaos Theory bietet im Vergleich zu früheren Splinter-Cell-Spielen nur wenige, dafür aber durchaus spürbare Änderungen wie etwa die Nahkampf-Optionen, das Messer oder die Lärm-Anzeige. Durch den zusätzlich integrierten Koop-Modus bietet das Spiel aber deutlich mehr Neuerungen, als dass man es nur als Add-On bezeichnen könnte – und die aufgebohrte Grafik sorgt ihrerseits dafür, dass auch dieses Spiel wieder wie die Vorgänger eine Glanzleistung im Stealth-Action-Genre darstellt.