Eigener TV-Sender für private Film-, Foto- und Musiksammlung
Um das Desktopbild und den Stereoton des modVES-Rechners ins wohnungseigene Antennennetz einzuspeisen, wird ein handelsüblicher TV-Modulator (HF-Modulator) für rund 80 – 160 Euro verwendet. Dieser TV-Modulator wandelt das am Scart-Eingang anliegende TV-Out-Signal der Grafikkarte und das Audiosignal der Soundkarte in einen eigenen TV-Kanal um. Damit es mit keinem bereits belegten TV-Kanal zur Kollision kommt, ist eine freie Frequenz für den eigenen TV-Kanal zu wählen. Hier hilft die Kontrolle über das TV-Gerät weiter.
Anschließend wird das Antennenausgangsignal des Modulators mit dem vorhandenen Antennenetz verbunden. Spezielle SAT-Antennendosen oder besonders abgeschirmte Antennenleitungen werden für den Anschluss des TV-Geräts nicht benötigt. Das modVES-Konzept arbeitet im Frequenzbereich herkömmlicher, analoger Antennenstrukturen mit Frequenzen bis zu 862 MHz.
Gewählt wurde dieser Weg für eine höhere Reichweite, da die gewählte IR-Funkbrücke mehr Leistung als eine Funkfernbedienung haben soll – über eine Frequenz von 433 MHz soll bis zu 30 Meter durch Wände und Decken gefunkt werden können. Allerdings können unter Umständen Latzenzzeiten zum Tragen kommen, etwa wenn zu schnell auf einer IR-Tastatur getippt wird.
Reine Audioübertragung ist theoretisch ebenfalls möglich, wenn man keinen Fernseher für den Empfang sondern ein Radio zur Wiedergabe der eigenen MP3-Sammlung verwenden möchte. So könnte man einen MP3-Player mit einem passenden FM-Modulator verbinden und das Signal im Radiofrequenzbereich als eigenen Antennenkabel-Radiosender innerhalb der Wohnung einspeisen.
Das modVES-Konzept soll jedoch nicht nur der einfachen Verteilung multimedialer Inhalte dienen, sondern es auch erlauben, beliebige Anwendungen des Rechners von jedem TV-Gerät in der Wohnung aus zu starten und per Rückkanal zu steuern. Wer möchte, kann über die Fernseher in seiner Wohnung E-Mails abfragen, im Internet surfen oder TV-Aufnahmen programmieren.
Wiedergegebene Inhalte lassen sich bei Bedarf über einen zweiten, gesonderten, analogen TV-Kanal ins Antennennetz der Wohnung einspeisen und über den modVES-Rechner in Echtzeit aufzeichnen. Verfügt der modVES-Rechner zum Beispiel über eine empfangsbereite digitale Satelliten- oder DVB-T-Karte, lassen sich ohne zusätzliche Empfänger (DVB-Receiver) an jedem Fernseher die Programme wiedergeben und gleichzeitig über den modVES-Rechner aufzeichnen.
Aufgrund der Funktionsvielfalt und Flexibilität öffnet das modVES-Konzept "der kreativen Umsetzung eines komplexen Home-Entertainment-Systems Tür undTor", so Alexander Hoch. Bereits seit drei Jahren beschäftigt sich Hoch mit seinem System und betreibt es funktionsfähig bei sich zu Hause.
Über 1.800 Filme wurden von Hoch bereits aus dem Fernsehen aufgezeichnet und rund 1.200 Filme archiviert. Im 24-Stunden-Einsatz erprobt, handelt es sich somit um keine theoretischen Überlegungen – und auch um keinen Aprilscherz, über den Aufbau modulationsbasierender Videoserversysteme schrieb Hoch bereits zahlreiche Artikel in Computer- und Videomagazinen. Mit dem modVES-Konzept läutet er die zweite Generation seiner modulationsbasierenden Videoserverlösung ein. Dabei ist er nicht der einzige, der einen TV-Modulator für diesen Zweck einsetzt, weit verbreitet war die Idee bei Computernutzern aber bisher nicht.
Wer mehr über das modVES-Konzept wissen will, findet einen von Hoch verfassten modVES-Grundlagenartikel mit dem Titel "Der eigene TV-Sender" in der PC Professionell 05/2005 (S. 172). Auch ein offizielles modVES-Forum hat der Autor zum Start seiner zweiten modVES-Generation ins Leben gerufen: Unter modves.de(öffnet im neuen Fenster) finden interessierte Heimnetzwerker ab 1. April 2005 zwar nicht den vorerst der gedruckten Ausgabe des PC-Pro-Magazins vorbehaltenen Grundlagenartikel, können dort aber Fragen zur Technik stellen sowie Details zu den Hard- und Softwarekomponenten des modVES-Referenzrechners finden.
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