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Spieletest: Brothers in Arms - Shooter mit Taktik & Pathos

Spiel für PC, Xbox und Playstation2 erhältlich. Da hat Ubisoft ein glückliches Händchen in puncto Timing bewiesen: Der Taktik-Shooter Brothers in Arms kommt hier zu Lande genau zu dem Zeitpunkt in die Läden, wo die TV-Serie Band of Brothers ihre FreeTV-Premiere feiert. Auch wenn es offiziell keine Verbindung zwischen Spiel und Fernsehproduktion gibt – der Zusammenhang zwischen beiden ist schon recht offensichtlich.
/ Thorsten Wiesner
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Auch Brothers in Arms spielt 1944, thematisiert die Kriegshandlungen in der Normandie an Hand der Geschichte einer ganz speziellen Kompanie und hat einen sehr ähnlichen Beginn: Kurz bevor ein Trupp von Fallschirmjägern in Frankreich abspringen will, wird das Flugzeug von feindlichen Geschützen getroffen. Die US-Soldaten müssen recht unkoordiniert und schnell springen, verlieren sich so zunächst aus den Augen – und in der Rolle des unfreiwilligen Anführers Matt Baker ist man zunächst einmal damit beschäftigt, die in der Gegend versprengten Kameraden wieder einzusammeln.

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Schon bald hat man einen zweiten Gefolgsmann an seiner Seite, mit der Zeit wächst das eigene Team immer weiter – bis man schließlich zwei kleine Grüppchen kommandieren darf. Jeder der Kumpanen hat einen eigenen Namen und eine eigene Geschichte, was die Truppe zusammenschweißen soll. Eine vergleichbar tiefgründige Bindung wie eben bei Band of Brothers wird allerdings nicht erzeugt, dafür sind die gegebenen Hintergrundinfos dann doch zu knapp.

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Brothers in Arms unterscheidet sich von den zahlreichen anderen Shootern im Zweiten Weltkrieg wie etwa Call of Duty vor allem durch zwei Elemente: die Idee des visualisierten Sperrfeuers sowie der kleinen Taktikelemente. Ist man in den Missionen auf Feldern, Höfen und Äckern unterwegs, sieht man meist, bevor man die Feinde selber erkennt, kleine rote Kreise. Diese Symbole geben an, dass der Gegner derzeit relativ unbedrängt feuern kann und ein weiteres Vorrücken kaum möglich ist. Belegt man den Feind nun allerdings mit Sperrfeuer, wird aus dem roten Kreis ein grauer; sobald er komplett grau ist, sind die deutschen Kontrahenten komplett in ihrer Deckung verschwunden und trauen sich kaum noch, einmal aus ihr aufzutauchen.

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Neben diesem Sperrfeuer sind die taktischen Möglichkeiten die zweite Besonderheit von Brothers in Arms. Durch Drücken der V-Taste kann in eine Art Übersichtmodus geschaltet werden – eine Karte zeigt die eigene Position, die des Feindes und die Lage des Areals, wodurch sich das weitere Vorgehen planen lässt. Die Karte kann allerdings nur sehr eingeschränkt gedreht und verschoben werden, zudem lassen sich hier keinerlei Befehle geben.

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Kommandos verteilt man hingegen im Spielgeschehen selber, und das auf recht einfache Art und Weise – prinzipiell braucht es dafür nicht mehr als die rechte Maustaste. Ein einfacher Klick auf ein beliebiges Areal lässt die Kameraden den gewünschten Punkt ansteuern. Geraten sie dabei unter Beschuss, suchen sie selbstständig Deckung und feuern zurück. Per Rechtsklick auf Feinde lässt sich das eigene Feuer aber auch auf bestimmte Ziele konzentrieren, auch der Befehl zum Stürmen feindlicher Einheiten kann so erteilt werden.

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Leider lässt die KI der Kameraden oft ein wenig zu wünschen übrig – so kommt es durchaus vor, dass die Jungs auf der falschen Seite der Hecke Deckung suchen und so ganz einfach von den Kontrahenten liquidiert werden können. Allzu sehr muss man das Ableben der Kameraden übrigens nicht bedauern: In den nächsten Missionen stehen alle wieder frisch und munter zur Verfügung.

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Gepatzt haben die Entwickler von Gearbox leider beim Leveldesign – schon bald merkt man nämlich, dass prinzipiell immer dasselbe zu tun ist: Der Feind wird gesichtet und mit Sperrfeuer traktiert; währenddessen rückt ein Teil des Teams in den eng begrenzten – Mauern, Hecken und Ähnliches beschränken die Level immer recht eindeutig – Arealen vorwärts, bis man dem Feind "überraschend" in die Flanke fällt und ungehindert seitlich oder von hinten mit Pistole, Karabiner oder anderen Gewehren ausschalten kann. Zwar wird auch mit Granaten gearbeitet, MG-Stellungen werden besetzt und Scharfschützengewehre genutzt, Panzer kommen ebenfalls zum Einsatz, prinzipiell bleibt dieses Vorgehen aber die gesamte Zeit gleich.

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Die Optik von Brothers in Arms muss systemabhängig beurteilt werden: Auf der Xbox sieht das Spiel sehr schick aus und gehört definitiv zur grafischen Oberklasse, auf dem PC hingegen hat man schon deutlich Besseres gesehen – je dichter an die Texturen herangegangen wird, desto mehr fällt auf, wie einfach diese oftmals gehalten sind. Die deutsche Sprachausgabe hingegen ist über weite Strecken wirklich gut; allerdings muss man gerade in den jeweiligen Einleitungssequenzen auch immer wieder eine gute Prise Pathos der Marke "ich wollte niemals Gruppenführer werden" über sich ergehen lassen.

Durchaus unterhaltsam ist der Multiplayer-Modus ausgefallen, da auch hier die Taktikkomponente erhalten bleibt und der Spieler weiterhin zwei Teams kommandieren darf. Auf unterschiedlichen Karten kann so sabotiert, spioniert und geschossen werden.

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Brothers in Arms ist für PC, Xbox und PlayStation 2 im Handel erhältlich. PC- und Xbox-Version sind spielerisch nahezu identisch, die PS2-Umsetzung lag uns zum Test nicht vor. Das Spiel ist nicht übermäßig brutal, auf Grund der Thematik hat der Titel allerdings dennoch keine Jugendfreigabe von der USK erhalten und kann erst ab 18 Jahren erworben werden.

Fazit:
Brothers in Arms hat das Problem, dass die Entwickler vielleicht ein wenig zu sehr auf einen realistischen Missionsablauf gesetzt haben. Mag sein, dass es 1944 wirklich so war, dass beständig immer wieder Sperrfeuer eröffnet und dann den Feinden in die Flanke gefallen werden musste; hat man das auch mit wechselnd großer Kameradenzahl dreimal gemacht, stellt sich aber langsam die Langeweile ein, zumal die Areale immer nur ein arg eingeschränktes Vorgehen zulassen. Davon abgesehen kann das Spiel in puncto Bedienbarkeit, Atmosphäre und mit den leichten Taktikelementen aber durchaus überzeugen – wer eine spielerische Umsetzung zum TV-Ereignis Band of Brothers sucht, macht mit Brothers in Arms sicherlich keinen Fehlkauf.


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