Roadmap: Pentium 4 ab August deutlich billiger
In ihren "Roadmaps" informieren die Halbleiterhersteller ihre direkten Kunden, also Komponenten- und PC-Hersteller frühzeitig über neue Produkte und Trends. Diese vertraulichen Papiere gelangen aber immer wieder an die Öffentlichkeit. Die darin enthaltenen Informationen, insbesondere zukünftige Preise, können sich beim Vollzug von Preisänderungen aber noch geringfügig ändern – ebenso wie die genauen Termine für neue Produkte.
Dennoch sind vor allem Intels Roadmaps in der Regel recht zuverlässig. Aus der jüngsten Ausgabe dieses Dokuments geht hervor, dass Intel die bisher als Mainstream-Produkte anzusehenden Pentium-4-Prozessoren der 500er-Serie (vom Modell 520 mit 2,8 GHz bis Modell 570 mit 3,8 GHz) schneller als erwartet durch die neue 600er-Serie ersetzen wird. Diese Prozessoren mit Prescott-Kern, auf 2 MByte verdoppeltem L2-Cache, neuen Stromsparfunktionen und 64-Bit-Unterstützung werden damit im zweiten Halbjahr 2005 zum Standard. Für die 500er-Serie sind laut der Roadmap keine neuen Taktfrequenzen geplant.
Da der Pentium 4 570J mit 3,8 GHz derzeit noch den höchsten Takt der Desktop-Prozessoren aufweist, soll er noch im zweiten Quartal 2005 mit dem Pentium 4 670 ein Pendant mit 3,8 GHz erhalten. Diese CPU soll dann zum fast schon extremen Preis von rund 850,- US-Dollar angeboten werden.
Der Todesstoß für die 500er-Serie erfolgt laut der aktuellen Roadmap aber erst im August 2005. Die Preise der 600er-Serie werden dann nach unten durchgestuft, der 670 soll dann nur noch rund 600,- US-Dollar kosten, die bisher für den 660 mit 3,6 GHz gefordert werden. Die neue Mittelklasse stellt bei Intel dann der Pentium 4 650 mit 3,4 GHz dar, der im Sommer 2005 nur noch rund 270,- US-Dollar kosten soll.
| Prozessor | Takt | Preis (aktuell) | Preis (08/2005) |
| Pentium 4 630 | 3,0 GHz | $ 224 | $ 180 |
| Pentium 4 640 | 3,2 GHz | $ 273 | $ 220 |
| Pentium 4 650 | 3,4 GHz | $ 401 | $ 270 |
| Pentium 4 660 | 3,6 GHz | $ 605 | $ 400 |
| Pentium 4 670 (ab Q2/05) | 3,8 GHz | $ 850 | $ 600 |
Für die 500er-Serie sieht Intels Roadmap vorerst keine Preissenkungen vor, die Prozessoren dürften aber bis August 2005 auch im Preis angepasst werden. Bisher ist die 600er-Serie bei gleichem Takt rund 20 bis 50 Prozent teurer als die 500er-Serie. Intel spricht in der Roadmap auch von einer aggressiven Markteinführung der 600er, was im IT-Jargon "Ramp" genannt wird.
Dennoch dürften die 500er auch über das Ende des Jahres 2005 noch gut verfügbar und vielleicht zum Schnäppchenpreis zu haben sein. Selbst der nur noch in geringen Stückzahlen gefertigte Northwood-Kern des Pentium 4 ist derzeit noch im Handel zu haben. Die Tage des Sockel 478 sind aber mit der 600er-Serie als neuem Desktop-Standard bei Intel gezählt: Die neuen Kerne erscheinen nur noch für den Socket 775.
Da mit dem Pentium 4 6xx 64-Bit-Computing endgültig zum Standard wird, plant Intel laut der Roadmap im zweiten Halbjahr, die 600er-Serie mit der bisher als "Vanderpool" bekannten Virtualisierungstechnik auszustatten, um sich deutlicher von AMD abzuheben. Vermutlich ist Vanderpool auch in den aktuellen 600er-Prozessoren enthalten – aber wie einst HyperThreading vorerst abgeschaltet. [von Nico Ernst]