VATM: Telekom fordert weiterhin Mondpreise für letzte Meile
Die Deutsche Telekom (DTAG) hofft, dass die RegTP die Entgelte für die so genannte letzte Meile zum Endkunden von derzeit 11,80 Euro auf 17,40 Euro erhöhen wird. Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) hält dagegen, dass vielmehr eine Absenkung auf unter 10 Euro überfällig sei. Dies gelte besonders mit Blick auf die Wettbewerbssituation in vergleichbaren Ländern, wo die Kosten deutlich niedriger liegen.
"Jetzt hat es der Regulierer in der Hand, ob er die Weichen für einen kräftigen Investitionsschub stellen oder den Fuß auf der Bremse lassen will" , so VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Er ist sich sicher, "dass zu hohe TAL-Preise auch überhöhte Entgelte für alternative Zugänge wie etwa Line-Sharing oder künftig Bitstream-Access festschreiben werden."
Dies würde nach Ansicht Grützners auch der Breitbandentwicklung schaden. Große Wettbewerbspotenziale könnten dadurch weiterhin ungenutzt bleiben, wenn die Basis für ein konsistentes Entgeltkonzept falsch gesetzt werde.
"Wenn wir weiter damit argumentieren, dass es ausreicht, im europäischen Mittelfeld mitzuschwimmen, werden wir als größte europäische Industrienation zwangsweise immer weiter zurückfallen und Investitionen wie Arbeitsplätze verlieren" , warnte Jürgen Grützner. In Europa ist die ITK-Branche der wichtigste Wachstumsmotor für die Wirtschaft. Aber auch hier liegt Deutschland einstweilen weit abgeschlagen hinter anderen großen Industriestaaten.
Der VATM fordert vor diesem Hintergrund TAL-Preise von unter 9,- Euro.
"Mit 17,40 Euro behaupteter Kosten für die TAL läge die DTAG auf dem letzten Platz in ganz Europa und würde sich damit zum ineffizientesten großen TK-Unternehmen erklären. Wir gehen davon aus, dass die DTAG in Wahrheit mindestens so effizient arbeitet wie die Telecom Italia oder die Exmonopolisten in Dänemark, Estland oder den Niederlanden."
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