Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Spieletest: Mercenaries - Als Söldner unterwegs in Nordkorea

Neues Spiel von Pandemic (Full Spectrum Warrior) für Xbox und Playstation2. Kriegsspiele gibt es wie Sand am Meer, wobei die jeweiligen Szenarien fast immer die gleichen sind – nämlich entweder der erste und zweite Weltkrieg oder Vietnam. Für Mercenaries haben sich die Entwickler von Pandemic hingegen ein fiktives Zukunftsszenario überlegt; allerdings eines, das durch seine Nähe zum aktuellen Zeitgeschehen fast schon wieder beängstigend realistisch ist.
/ Thorsten Wiesner
13 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Drei Söldner (zwei Männer, eine Frau) unterschiedlicher Nationalitäten stehen zu Beginn von Mercenaries zur Auswahl, von denen sich der Spieler zunächst einen Charakter auswählt und dann das Spiel beginnt. Die Personenwahl hat nur minimale Einflüsse auf den Spielverlauif, all zu viel Zeit muss man mit dem Studieren der Hintergrundgeschichte zu den Charakteren also nicht verbringen. Dafür sollte man der nachfolgenden Einführung aufmerksam folgen: Unruhen in Nordkorea haben den ehemaligen Diktator General Song und seine kommunistische Marionetten-Regierung aus 52 Gefolgsleuten gestürzt. Die früheren Machthaber sind nun aber anscheinend unter anderem damit beschäftigt, Atomwaffenfähiges Material aus dem Land zu schaffen oder für militärische Zwecke zu nutzen – ein Plan, der gleich eine ganze Reihe unterschiedlicher Föderationen auf den Plan ruft.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

So tummeln sich in Nordkorea nicht nur einheimische Truppen, sondern auch eine Einsatzgruppe von Alliierten, diverse asiatische Teams und die russische Mafia. Der Spieler steht dabei ein wenig zwischen den Fronten: Zwar beginnt man mit Aufträgen für die Alliierten, kann im Spielverlauf aber immer wieder neue Bonus-Aufgaben übernehmen und so seine Sympathiewerte bei mehreren Kriegsparteien ausbauen. Ein Stimmungsbarometer zeigt jeweils an, wie man von der jeweiligen Nation gerade gesehen wird; so lange man es nicht übertreibt, ist ein beständiger Wechsel zwischen den Fronten aber kein Problem. Nur für Nordkorea kann man aus verständlichen Gründen nie in die Missionen ziehen.

Die großen Vorzüge von Mercenaries lernt man bereits in der ersten Mission kennen, in der es darum geht lebend das alliierte Hauptquarier zu erreichen. Ähnlich wie bei der GTA-Reihe ist es dem Spieler auch bei Mercenaries prinzipiell komplett selbst überlassen, wie er die Aufgaben auf den riesigen 3D-Arealen löst.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

So steht es einem frei, zu Fuß an den feindlichen Stellungen vorbei zu schleichen oder aber eines der zahlreichen Fahrzeuge zu besteigen, wie etwa Panzer, Truppenwagen, Jeeps oder etwas später gar Hubschrauber. Daraus leiten sich dann wieder jeweils andere Möglichkeiten ab: Wer sich in einen nordkoreanischen Transporter setzt wird von den Kriegsgegnern nicht als Feind erkannt, sondern kann getarnt hinter feindliche Linien fahren. Im Panzer hingegen wird die eigenen Absicht auch den Kontrahenten schnell klar – dafür darf man dann aber auch gleich mit massivem Waffeneinsatz vorrücken.

Passend zur spielerischen Freiheit, die wirklich für praktisch jede Mission einige Möglichkeiten bereit hält, sind auch die Missionen an sich sehr abwechslungsreich. Das beginnt beim Zerstören feindlicher Waffenanlagen, führt über die Entführung oder Befreiung von Spionen und wichtigen Kriegstreibern und endet noch längst nicht bei den zahlreichen, fast schon Minispiel-artigen Aufträgen, wo etwa unter Zeitdruck mit einem Panzer eine bestimmte Strecke passiert werden muss. Die unzähligen Nebenquests, die je nach Gusto angenommen werden können, helfen sehr gut dabei zu verbergen und zu verschmerzen, dass Mercenaries letztendlich schon recht linear ist

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Das jeweilige Vorgehen wirkt sich nicht nur auf den Missionsverlauf aus, sondern hat auch spielerische Konsequenzen: Wer etwa die gesuchten 52 Nordkoreaner nicht mit einem gezielten Schlag bewusstlos macht und lebend gefangen nimmt, sondern stattdessen sofort zur Schusswaffe greift, bekommt hinterher eine geringere Belohnung. Zudem ist gerade die US-Armee immer um ihren Ruf besorgt – wer da etwa harmlos involvierte Passanten niederstreckt, muss sich anhören, dass er für negative Presse sorgt.

Um trotz der zahlreichen Möglichkeiten überschaubar zu bleiben, bietet Mercenaries zahlreiche Hilfe-Optionen an. So gibt es eine Karte, die alle wichtigen Standorte anzeigt, sowie einen PDA, über den man nicht nur Waffennachschub ordern kann, sondern auch Emails erhält – und in diesen Nachrichten stehen neben Missionsaufträgen auch immer wieder wichtige Tipps und Tricks. Auch die sehr eingängige Steuerung dürfte Anfängern entgegen kommen.

Auszusetzen gibt es an Mercenaries nur einige wenige Punkte: So könnte die KI – sowohl der Kameraden als auch der Feinde – durchaus etwas besser sein, gefährliche Schussgefechte gibt es meist nur dann, wenn der Gegner gleich mit mehreren Soldaten anrückt. Dank der Zielautomatik ist das Schießen aus dem Lauf aber auch mit dem Pad von PS2 und Xbox kein Problem. Und auch optisch wäre noch etwas mehr drin: Die Kriegsschauplätze sind zwar gut in Szene gesetzt, allerdings wirken gerade die Gebäude seltsam undetailliert und können zudem größtenteils auch nicht betreten werden.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Zusätzliche Pluspunkte erntet das Spiel dafür auf Grund des guten Einsatz der Physik-Engine: Praktisch alles lässt sich in die Luft sprengen, was für viele optisch beeindruckende Explosionen sorgt – wenn es auch nicht gerade realistisch ist wie manchmal Autos und Panzer durch die Luft wirbeln. Wer allerdings einmal einen platzierte Bombe abgeschmissen oder ein großes Gebäude gesprengt hat, wird auf Grund der optisch beeindruckenden Folgen auf den letzten Funken Realismus verzichten können. Für zusätzliche Atmosphäre sorgen diverse Soundeffekte sowie die komplett deutsche Sprachausgabe.

Mercenaries ist für die Xbox und die Playstation2 erhältlich, wobei die Xbox-Version mit etwas besserer und schnellerer Grafik aufwartet. Das Spiel hat aus verständlichen Gründen keine Jugendfreigabe erhalten – wer es kaufen will, muss also mindestens 18 Jahre alt sein.

Fazit:
Das ungemein realistische Szenario von Mercenaries ist sicherlich Geschmackssache und dürfte nicht jedermanns Sache sein – vor allem die Zwischensequenzen sind manchmal fast schon sehr an realen Geschehnissen orientiert. Davon abgesehen ist das Spiel aber einer der besten, unterhaltsamsten und vielseitigsten Kriegstitel, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind – wer Action mit viel Handlungsspielraum schätzt, wird Mercenaries lieben.


Relevante Themen