Nintendos GameCube-Nachfolger mit Wireless LAN (Update)
Die Entwicklung der bisher nur unter dem Arbeitstitel Revolution bekannten Spielekonsole läuft Nintendo zufolge nach Plan. Vor 2006 wird sie aber voraussichtlich nicht erscheinen – zumindest die für den Herbst 2005 erwartete Xbox 2 wird also eher da sein. Iwata kündigte an, dass "Revolution" über WLAN verfügen wird.
Die WLAN-Verbindung soll nicht nur die Konsolen direkt vernetzen, sondern auch das Einwählen in das Internet ermöglichen, um so Spiele auch in aller Welt austragen zu können. Die dafür notwendige Infrastruktur soll kostenlos bereitgestellt werden, äußerte sich Reggie Fils-Aime, Vize-Präsident von Nintendo America für Sales und Marketing, gegenüber Gamespot(öffnet im neuen Fenster) .
Für Reggie Fils-Aime hat der XBox-Nachfolger viel mit roher Kraft zu tun, während Nintendos Revolution sich auf neue Spielekonzepte konzentriert, was aber nicht bedeuten soll, dass Nintendos Revolution keine kräftige Hardwarebasis bereitstellen wird. Die Herzstücke der neuen Konsole sind laut Nintendo ein Prozessor mit Codenamen "Broadway", den Nintendo und IBM gemeinsam entwickeln, sowie "ein Set von Grafik-Chips" von ATI namens "Hollywood". Nintendo verspricht, damit bislang nicht gekannte Spielerlebnisse möglich machen zu wollen.
Auf der Game Developers Conference (GDC) in San Francisco sprach Iwata jedoch vorrangig über spielerische Konzepte anstatt über technische Details der Konsole. Unter dem Motto "The Heart of the Gamer" fordert Iwata dazu auf, mehr phantasievolle Spiele zu entwickeln. Die Spieleindustrie könne sich nicht auf immer bessere Grafik und noch bessere Hardware verlassen, um das Publikum zu begeistern. "Die besten Ideen, nicht die höchsten Budgets, werden gewinnen" , sagte Iwata.
Für die Spielefachmesse E3 im Mai 2005 in Los Angeles ist nur ein kleiner Auftritt der Revolution zu erwarten. DS, GBA und GC bleiben die wichtigsten Produkte auf Nintendos Messestand. Möglicherweise wird aber hinter den Kulissen mehr gezeigt. Satoru Iwatas vollständige GDC-Rede ist als Audio-Datei(öffnet im neuen Fenster) und Mitschrift(öffnet im neuen Fenster) unter www.nintendo.com zu finden.
Für Nintendos DS wird es laut Hersteller bereits im vierten Quartal 2005 in den USA die ersten internetfähigen Spiele geben. Der neue Service soll DS-Spieler über WLAN-HotSpots kabellos miteinander spielen lassen. Einer von mehreren global spielbaren WLAN-Titeln wird das neue Animal Crossing sein, an dem Nintendos eigenes Entwicklerteam derzeit arbeitet. Auf der Konferenz demonstrierte Iwata in einem spontanen Mario Kart DS-Match – mit acht Spielern auf einmal – die WLAN-Fähigkeiten des Nintendo DS.
Iwata zufolge hat sich das DS in den 16 Wochen nach seinem Verkaufsstart in den USA und Japan bereits 4 Millionen Mal verkauft. Zwischen seiner Rede und dem Start des neuen Systems in Europa lägen nur noch wenige Stunden und er rechne mit einer Verkaufszahl von 6 Millionen bis Ende März.
Dass Nintendo für neue Spielideen gut ist, sollen zwei neue, ungewöhnliche DS-Titel zeigen: Im an Tamagotchi & Dogz erinnernden "Nintendogs" müssen sich Spieler um viele digitale Welpen kümmern und sie aufziehen. Sie können ihnen sprachliche Kommandos geben, mit ihnen spielen, sie dressieren und dabei eine emotionale Beziehung zu ihnen aufbauen. Nintendogs kommt noch 2005 in den USA auf den Markt. "Elektroplankton" hingegen soll in Bild und Klang eher an eine andere Welt erinnern. Durch den Einsatz sowohl des Touchscreens als auch der Spracherkennung soll es Spieler mal beruhigen, mal stimulieren. "Dieses Spiel soll Harmonie erzeugen, kein Adrenalin" , erklärt Satoru Iwata.
Derweil gibt Nintendo den GameCube nicht auf: Ein neues Zelda, das sich grafisch an den Nintendo-64-Vorgängern orientiert, soll noch dieses Jahr erscheinen und bereits auf der E3 spielbar sein – von den Fans wird es bereits sehnsüchtig erwartet. Das Spiel kommt noch im Jahr 2005 auf den Markt und Nintendo hofft, damit einen der begehrtesten Konsolentitel des Jahres zu liefern. [Von Andreas Sebayang und Christian Klass]



