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Spieletest: Star Wars Republic Commando - Taktik-Shooter?

Und schon wieder ein neues Star-Wars-Spiel von Lucas Arts. Sicher, eine so starke Lizenz wie Star Wars muss gemolken werden, trotzdem müssten sich derzeit wohl auch die größten Krieg-der-Sterne-Fans fragen, ob es wirklich nötig ist, dass Lucas Arts beinahe im Monatsrhythmus neue Spiele zum Thema veröffentlicht. Immerhin: Das jetzt erhältliche "Republic Commando" sollte sich ja vom Shooter-Einerlei auf Grund zahlreicher Taktik- und Strategie-Elemente unterscheiden – theoretisch zumindest.
/ Thorsten Wiesner
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In der Rolle eines Elite-Soldaten kämpft der Spieler hier in den Klon-Kriegen für das Delta Team im namensgebenden "Republic Commando" – und zwar nicht allein: Zwar ist man die ersten Minuten noch solo unterwegs, schon bald schließen sich aber drei Kumpanen dem Spieler an und bilden die ab sofort immer zu viert operierende Truppe. Gelungen ist das als erste Mission getarnte Tutorial: Während bereits die ersten Gefechte toben, erfährt man alles über das Anbringen und Entschärfen von Bomben, den Nachtsichtmodus und die unterschiedlichen Waffen wie Blaster und Scharfschützengewehr oder Granaten.

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Zwar übernimmt man nie die Steuerung der drei Kollegen, mit Hilfe von Anzeigen auf dem Hud ist man aber ständig über deren Position sowie ihren Gesundheitszustand informiert. Zudem erweisen sich die Spezialisten als große Hilfe beim Hacken von Terminals oder dem Sprengen: Der jeweils auf dem Screen aufleuchtende Aktionspunkt muss nur anvisiert werden; sobald dann die F-Taste gedrückt wird, rennt das am nächsten stehende Teammitglied zur betreffenden Stelle und übernimmt die jeweilige Aufgabe.

Lucas Arts bewirbt "Republic Commando" mit den Worten: "Noch nie war strategische Action so leicht spielbar!". Diese Aussage stimmt, was die einfache Spielbarkeit angeht; allerdings hat das Wort Strategie bei diesem Spiel kaum eine Berechtigung. Sicher, es gibt die Möglichkeit, den Team-Mitgliedern Formationsbefehle zu geben – aber viel mehr als ein "Greift an" oder "Haltet die Stellung" ist nicht möglich. Prinzipiell lässt sich das Spiel problemlos lösen, ohne jemals einen Formationsbefehl zu geben. Selbst wer sich nur auf sich selber konzentriert und nur ab und zu gesundheitlich geschwächten oder vorübergehend ausgeschalteten Kollegen mit etwas Bacta aushilft, muss kaum größere Probleme fürchten.

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Lang Rede, kurzer Sinn: Letztendlich ist Republic Commando also zu über 90 Prozent ein ganz normaler Ego-Shooter wie so viele andere auch. Das wäre an sich nichts Schlimmes, wenn das Gameplay mit ein paar Überraschungen oder dichter Atmosphäre aufwarten würde; aber auch hier ragt der Titel kaum aus dem Massenmarkt heraus.

Das beginnt schon bei den wenigen Gegner-Typen: Kampfdroiden, Geonosianer und Trandoshaner – meist läuft einem immer wieder das Gleiche vor die Flinte. Die Gegner-KI ist meist mau, die Feinde kommen fast immer direkt auf den Spieler gestürzt. Insofern macht es auch kaum etwas, dass das Waffenarsenal überschaubar klein ist – die paar Blaster, Scharfschützen- und Strahlengewehre sowie Granaten reichen locker, um des Ansturms Herr zu werden.

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Die einzelnen Missionen, die in zahlreiche Unterabschnitte aufgeteilt sind, können jede für sich mit einer schlüssigen Handlung aufwarten und bieten Star-Wars-Fans sogar die Möglichkeit, schon mal ein paar (wenige) Eindrücke von der Handlung des nächsten Star-Wars-Films (Episode 3) zu bekommen. Allerdings sind die Missionen untereinander nicht wirklich verknüpft – eine anhaltend spannende Atmosphäre entsteht so nicht gerade.

Überhaupt steckt in Republic Commando deutlich weniger Star-Wars-Flair als in vielen andere Spielen – klar, Schauplätze und Charaktere entspringen dem Star-Wars-Universum, das Gameplay ist allerdings ungewöhnlich brutal und blutig für einen Star-Wars-Titel, und die sonst gewöhnte, leicht pathetische Dramatik inklusive typischer Filmmusik fehlt über weite Strecken ebenso.

Optisch stellt Republic Commando gehobenes Mittelmaß dar – das Spiel sieht recht gut aus, kann mit Grafik-Highlights wie Chronicles of Rddick aber beim besten Willen nicht mithalten. Dafür ist die deutsche Sprachausgabe gut; vor allem überzeugt, wie die Team-Mitglieder auch während der Kämpfe immer wieder Kommentare und Tipps von sich geben.

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Neben der Einzelspieler-Kampagne steht auch ein Multiplayer-Modus für bis zu 16 Spieler via LAN oder online zur Verfügung. Geboten werden die Standard-Modi – Deathmatch, Team Deathmatch und Capture The Flag; besondere Einfälle sind hier leider Mangelware.

Star Wars Republic Commando ist bereits im Handel erhältlich. Neben der hier getesteten PC-Version ist auch eine Xbox-Fassung verfügbar.

Fazit:
Republic Commando ist ein solider und für gut zehn Stunden im Singleplayer-Modus recht kurzweiliger Shooter – Star-Wars-Fans wird also durchaus einiges an Unterhaltung geboten. Enttäuschend ist allerdings, dass die vorab angekündigten Taktikelemente so rudimentär ausgefallen sind und sich die Entwickler damit begnügt haben, im Großen und Ganzen "nur" solide Standardware abzuliefern – da wäre deutlich mehr drin gewesen.


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