Adapter: Pentium M auf Desktop-Mainboards
Auf der französischen Website x86-Secret(öffnet im neuen Fenster) tauchten die Bilder zuerst auf. Sie zeigen eine etwa spielkartengroße Platine, auf der oben der Mobilprozessor Pentium M Platz findet. Unten weist das Gerät die Pins einer CPU für den Socket 478 auf.
Im Vorfeld der CeBIT konnte Asus Deutschland zu dem nach dem Aufdruck vom taiwanesischen Motherboard-König stammenden Adapter nichts sagen. Das Unternehmen wollte aber auch nicht dementieren, dass es ein solches Produkt entwickelt hat. Ab Donnerstag sollte sich das in Hannover klären lassen.
Das Interesse an einem solchen Adapter dürfte nämlich recht groß sein. Immerhin lassen sich damit leise und stromsparende Rechner bauen, die auf die Features ausgewachsener Desktop-Mainboards mit modernen Chipsätzen nicht verzichten müssen. Bisher ist die Auswahl an Desktop-Boards für den Pentium M recht gering, sie sind obendrein recht teuer. Das könnte sich mit Intels mobiler Version des 915-Chipsatzes ändern, der auch PCI-Express mitbringt – doch der ist noch nicht erhältlich.
Auch mit den aktuellsten 925-Chipsätzen lässt sich aber ein Board mit Socket 478 bauen, auch wenn diese recht selten sind. Das Busprotokoll des Pentium 4 im LGA-Gehäuse hat sich nämlich nicht verändert – und hier setzt auch der "CT-479" getaufte Adapter an.
Wie Intel auf Anfrage erklärte, basiert auch das Busprotokoll des Pentium M auf der Netburst-Architektur des Pentium 4. Die Belegung der Pins sei jedoch gänzlich anders, und natürlich auch die Stromversorgung des Pentium M, der mit deutlich geringeren Spannungen arbeitet. Daher wird der Adapter dem Anschein nach auch über einen Floppy-Stecker mit Strom versorgt und dürfte die nötigen Spannungen dann selbst generieren.
Welche Pentium-M-Modelle sich auf welchen Boards betreiben lassen, ist derzeit noch völlig unklar. Immerhin scheint der Adapter auf den ersten Blick in die "Keep-Out-Area" des Socket 478 zu passen, die für den Kühler vorgesehen ist. Ein Spezialkühler dürfte durch die große Bauhöhe aber notwendig sein.
Auch elektrische Probleme lassen sich nicht ausschließen, wenn man die Taktgeneratoren, Spannungswandler und Puffer-Bausteine auf den bisherigen Fotos des Adapters betrachtet. Asus scheint jedoch schon länger an dem Produkt zu arbeiten, das auf den Bildern die Versionsnummer 1.01 trägt.
Reizvoll wäre die Lösung allemal. Bleibt nur zu hoffen, dass Asus auf der CeBIT nicht nur Stellung zu diesem Gerät bezieht, sondern auch interessante Systeme damit vorführen kann. [von Nico Ernst]
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