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Spieletest: Gran Turismo 4 - DAS Rennspiel schlechthin

Pal-Version des Rennspiel-Hits ab 9. März 2005 im Handel. Die Gran-Turismo-Reihe hat Videospielgeschichte geschrieben und dürfte für unzählige Rennspielfreunde auch der Grund gewesen sein, sich überhaupt eine PlayStation zuzulegen. Kein Wunder also, dass auch Teil 4 der Serie mit großer Spannung erwartet wurde. Ab 9. März 2005 steht das Spiel nun endlich auch hier zu Lande in den Läden – und wird fast ausnahmslos für große Begeisterung sorgen.
/ Thorsten Wiesner
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Auch Gran Turismo 4 ist wieder deutlich mehr als "nur" ein typisches Rennspiel – das merkt man schon, wenn man das Spiel das erste Mal startet und erstmal ein schnelles Rennen im Arcade-Modus fährt. Von Beginn an stehen hier bereits deutlich über 200 Fahrzeuge zur Auswahl; unzählige Kurse in Europa, Asien und Amerika wie zum Beispiel die Nürburgring-Nordschleife geben einen ersten Eindruck vom beeindruckenden Umfang dieses Titels.

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Das eigentliche Herzstück ist allerdings wieder der so genannte "Gran-Turismo-Modus". Mit einem Startkapital von 10.000 Credits ausgestattet sucht man zunächst auf einer virtuellen Umgebungskarte nach einem günstigen Gebrauchthändler, um zunächst einen betagten Kleinwagen etwa von Toyota oder Honda zu erwerben und sich den ersten Lizenzprüfungen zu stellen. Diese Übersichtskarte wird auch im weiteren Spielverlauf Ausgangspunkt aller Aktivitäten bleiben – hier findet man nicht nur Händler, sondern auch die unterschiedlichsten Cups und Wettbewerbe.

Glücklich dürfen sich übrigens diejenigen schätzen, die noch einen Spielstand von Gran Turismo 3 oder GT4 Prologue auf ihrer Memory Card besitzen: So dürfen bis zu 100.000 Credits aus GT3 importiert werden, was zur Folge hat, dass gleich zu Beginn ein guter Wagen gekauft werden kann. Prologue-Spieler hingegen haben den Vorteil, dass sie die Fahrprüfungen, in denen Einsteiger das Spiel kennen lernen, nicht mehr unbedingt absolvieren müssen, sondern gleich mit den Wettbewerben anfangen können. Wer keinen alten Spielstand zur Verfügung hat, muss sich allerdings nicht grämen: Auch mit kleinem Startkapital lassen sich die anfänglichen Fahrstunden recht fix hinter sich bringen.

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Die Rennen und Meisterschaften, an denen man sich beteiligt, könnten unterschiedlicher nicht sein: Über klassische Rennstrecken wird ebenso geheizt wie über Rallye-Kurse, Stadt-Corsos oder lange und ausgedehnte Landstraßen. Passend dazu fällt die riesige und sich durch Rennerfolge beständig erweiternde Auto-Auswahl aus: Insgesamt stehen gut 700 Fahrzeuge bereit, und praktisch alle warten mit unterschiedlichen Fahreigenschaften auf.

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Für praktisch jeden Fahrgeschmack dürfte also etwas dabei sein – egal ob Rallye-Peugeot oder BMW-Serienwagen, Oldtimer oder Konzept-Rennwagen, die erworbene Lizenzmenge ist gigantisch. Einen Nachteil haben die Originalnamen allerdings auch: Zu Gunsten der Lizenzgeber verzichtet auch GT4 wieder auf ein Schadensmodell; Ausflüge jenseits der Piste und Karambolagen bleiben somit erneut ohne optische Auswirkungen.

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Natürlich geht es aber nicht nur darum, neue Wagen freizuspielen und sich leisten zu können, sondern auch das Tuning des eigenen Fahrzeugs ist immens wichtig – wer nicht das Beste aus seinem Boliden herauskitzelt, wird auf der Strecke bald chancenlos sein. Dieses beständige Aufmotzen stellt natürlich wieder einmal einen der großen Motivationspunkte von GT4 dar: Rennerfolge lassen sich in neue Motoren, Fahrwerke und unzähliges anderes Equipment investieren, und das macht sich auf der Strecke dann auch sofort durch gesteigerte Leistung bemerkbar.

Das Fahrgefühl war sicherlich schon bei GT3 fast perfekt, insofern konnten die Entwickler in dieser Hinsicht nicht mehr viel falsch machen. Dennoch fällt auf, dass der Schwierigkeitsgrad minimal angestiegen ist – die Fahrzeuge verzeihen Fahrfehler noch weniger, wer etwa zu viel Gas gibt, wird kaum eine Kurve richtig meistern. Zu Beginn dürfte das vor allem bei Anfängern für ein wenig Frust sorgen, nach etwas Einarbeitungszeit weiß man aber eben diesen hohen Realismusgrad zu schätzen. Ein wenig ärgern kann man sich aber mal wieder über die KI, denn immer noch folgen die Computergegner meist recht stur ihrer Ideallinie, überraschende Manöver gibt es nur selten.

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Optisch ist GT4 die Augenweide geworden, die man sich erhofft hatte – egal ob aus Motorhauben-, Ego- oder Rückansicht, immer flitzen die Kurse mit unzähligen Details und trotzdem beeindruckend schnell an einem vorbei. Die wunderschön modellierten Fahrzeuge sind ebenso eine Klasse für sich wie die schönen Lichtbrechungseffekte, wenn etwa durch einen Wald gefahren wird. Auch akustisch wird alles geboten, was man sich wünscht – die Motoren dröhnen voll aus den Boxen, und auch die Menü-Musik nervt nicht so schnell.

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GT4 ist vor allem ein Einzelspieler-Titel, die Multiplayer-Optionen sind begrenzt und auch längst nicht so unterhaltsam. Den zunächst angekündigten Online-Modus hatte Sony ja bereits seit längerem gestrichen, insofern bleibt nur ein 2-Fahrer-Duell per Splitscreen oder das Verlinken von mehreren PS2-Konsolen für Duelle zu mehr als zwei Fahrern. Dafür wartet das Spiel noch mit zwei netten Extras auf: Der Foto-Modus erlaubt es, seinen eigenen Prachtwagen aus unterschiedlichen Perspektiven aufzunehmen und diese Bilder dann auch auf einen USB-Stick zu übertragen. Und per eingebauter B-Spec-Option steuert der Spieler das eigene Fahrzeug nur noch als Teammanager – die eigentliche Fahrt übernimmt dann der Computer.

Gran Turismo 4 ist exklusiv für die PlayStation 2 erhältlich. Der Verkaufspreis liegt bei etwa 60,- Euro.

Fazit:
Wer bei Gran Turismo 4 etwas zu Meckern finden will, muss lange suchen – abgesehen von der Tatsache, dass das Spielprinzip im Vergleich zu den Vorgängern wieder einmal kaum überarbeitet wurde, gibt es fast nichts auszusetzen. 700 Autos, 50 Kurse, die unterschiedlichsten Wettbewerbe, Traumgrafik und perfekte Spielbarkeit – GT4 ist ein Rennspieltraum. Und eine Pflichtanschaffung für jeden PS2-Besitzer.


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