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Linux 2.6.11 bringt neue Funktionen

Geringere Latenz für Audio und Video sowie Infiniband-Unterstützung. Linus Torvalds hat Linux in der Version 2.6.11 freigegeben. Die neue Version schließt die in letzter Zeit bekannt gewordenen Sicherheitslöcher und kommt mit Infiniband-Unterstützung sowie vielen anderen neuen Funktionen.
/ Jens Ihlenfeld
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Zwei Monate nach dem Kernel 2.6.10 erschien jetzt die Version 2.6.11. Die Modifikationen sind als komprimierter Patch mit 4 MByte wieder so umfangreich ausgefallen wie bei den letzten 2.6er-Versionen. Dafür wartet der neue Kernel aber mit einer breiten Palette von neuen Funktionen und Verbesserungen auf.

Durch das Hinzufügen einer weiteren Ebene in die virtuelle Speicherverwaltung haben Andi Kleen und Nick Piggin die Möglichkeit geschaffen, den kompletten Adressraum von 64-Bit-Architekturen zu verwenden. Für Desktop-Benutzer, die Audio- oder Videoschnitt durchführen, sind vor allem Änderungen von Ingo Molnars interessant, durch die der "Big Kernel Lock" (BKL) abgeschafft wurde. Dieser sorgte bisher in allen Linux-Versionen dafür, dass in kritischen Kernel-Bereichen der gesamte Kernel für weitere Systemaufrufe gesperrt wurde, was bei Audio- und Video-Streams unter hoher Systemlast schon mal zu kurzen Aussetzern führen konnte.

Auch aufgenommen wurde der von Topspin veröffentlichte Quellcode für die Unterstützung von Infiniband, eine für externe Server-Verbindungen entwickelte, parallelisierbare serielle Übertragungstechnik, die schon länger einzeln erhältlich war.

Unterstützt wird jetzt auch VIAs Sicherheitsfunktion Padlock(öffnet im neuen Fenster), die in aktuellen Nehemiah-Kernen von VIA enthalten ist. Padlock bietet neben einem Hardware-Zufallszahlen-Generator die Möglichkeit, einige Verschlüsselungsfunktionen in Hardware abzuwickeln, was den Prozessor stark entlasten kann.

Auch bei der Unterstützung verschiedener Architekturen gibt es Neuerungen: So fügte Andi Kleen bereits Unterstützung für die Mitte des Jahres erwarteten CPUs von AMD mit CMP-Unterstützung (Chip-Multi-Processing) hinzu, die ähnlich wie Intels HyperThreading mehrere Threads pro CPU parallel abarbeiten können. Besitzer von Apples G4-iBooks können sich auf die Implementierung von Suspend-to-RAM freuen und der ARM-Maintainer Russell King hat Mehrprozessor-Unterstützung (SMP) für ARM CPUs hinzugefügt.

Verschiedene Teilbereiche des Kernels wurden aktueller Hardware angepasst und überarbeitet. Die größten Änderungen entfallen dabei auf ACPI, IDE, NFS, PCMCIA, SATA, SELinux, USB und das Power-Management. Für Hardware-3D-Beschleunigung wurde das DRI-Interface (Direct Rendering Infrastructure) erweitert und das Input-System weiter modernisiert. Die auch extern erhältliche Advanced Linux Sound Architecture (ALSA) wurde auf den Stand der aktuellen Version 1.0.8 gebracht.

Intern wurden bereits einige Änderungen für den Austausch von Speicher in laufenden Systemen (RAM Hotplug) vorgenommen, wie es bessere Serversysteme bieten. Eine vollständige Unterstützung dafür soll aber erst in einer der kommenden Kernel-Versionen folgen. [von René Rebe]


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