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IDF: Pentium Extreme Edition 840 mit zwei Kernen

In abgespeckter Version als Pentium D. Anlässlich des Intel Developer Forum (IDF) Spring 2005 in San Francisco wurde mit dem Pentium Extreme Edition 840 Intels erster Dual-Core-Prozessor für den Desktop-Bereich vorgestellt. Für weniger Geld soll es den Pentium D geben, der zwar ebenfalls zwei Kerne, dafür aber kein Hyper-Threading bietet.
/ Christian Klaß
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Der Pentium Extreme Edition 840 basiert auf einem Stück Silizium mit zwei 3,2-GHz-Pentium-4-Kernen mit je eigenem 1-MByte-Level-2-Cache und findet im aktuellen LGA-775-Sockel sein Zuhause. Beide in 90 nm gefertigten Kerne verstehen sich auf Hyperthreading, so dass insgesamt vier Threads auf einmal verarbeitet werden können. Auch Intels zu AMD64 kompatible 64-Bit-Erweiterung EM64T inkl. Execute Disable Bit wird unterstützt.

Die CPU-Kerne werden gemeinsam über einen einzelnen 800-MHz-Systembus angesteuert, auf 1.066 MHz verzichtete Intel. Eine schnellere CPU-Anbindung, wie sie etwa AMDs Hypertransport bietet, will Intel späteren Prozessor-Generationen vorbehalten. Als ideal zum EE 840 passenden Chipsatz will Intel die 955X.-Express-Familie einführen, auf Grund des LGA 775 passt der Prozessor aber auch in bestehende Mainboards mit älteren Chipsätzen.

Intels 955X Express wartet mit verbessertem Speicher-Controller mit Dual-Channel-Unterstützung für DDR2-667-SDRAM auf – und verwaltet beachtliche 8 GByte Speicher, auch mit ECC-Unterstützung. Darüber hinaus werden bis zu vier SATA-Platten angesteuert, wobei Intel auch die RAID-Unterstützung erweitert hat. In Verbindung mit einer ICH7-South-Bridge werden RAID 0,1, 5, 10 und AHCI ermöglicht. Neben sechs PCI-Express-x1-Steckplätzen findet sich auch PCI-Express x16 auf 955X-Express-Mainboards. Um Dual-Grafikkarten-Konfigurationen unterstützen zu können, ist eine Bridge erforderlich.

Im Vergleich mit dem aktuellen Pentium-Topmodell Pentium 4 Extreme Edition mit einem Kern und 3,73 GHz soll der EE 840 etwa beim Video-Encoding unter Adobe Premiere, beim 3D-Rendering mittels Discreets 3ds max und der MP3-Audiokompression und Normalisierung mittels LAME 50 bis 65 Prozent schneller sein. Kommen mehrere Anwendungen zusammen, soll der Leistungsunterschied besonders zum Tragen kommen: Beispielsweise könnte man Intel zufolge dank des Dual-Kern-Prozessors gleichzeitig Need for Speed Underground 2 spielen und von einem Dual-TV-Tuner gleichzeitig zwei Fernsehsendungen gleichzeitig aufzeichnen, ohne dass dabei die Bildrate der Aufzeichnung oder des Spiels auf unter 30 Bilder/s rutscht. Intel spricht dabei von einer Leistungssteigerung um 124 Prozent.

Um die Leistungssteigerung bei besonders aufwendigen sowie auf Hyperthreading und Multiprocessing optimierten Aufgaben zu demonstrieren, zeigte Intel auf einem Demo-System den Cinebench 2003 (Maxon Cinema 4D) beim Rendering einer Szene. Dabei schaffte es das EE-840-System auf eine Renderzeit von 37,8 Sekunden, das Einzelkern-System braucht laut Intel doppelt so lange. Bei alltäglichen Anwendungen soll die Leistungssteigerung hingegen im Schnitt 40 Prozent über dem des P4 EE 3,73 GHz liegen. Zudem sollen Dual-Core-Systeme ebenso wie Multi-Prozessor-Systeme auch bei hoher Last schneller auf Nutzeraktionen reagieren.

Neben dem voraussichtlich teuren Pentium Extreme Edition 840 wird es mit der ebenfalls für das 2. Quartal 2005 angekündigten Pentium-D-Serie (Codename Smithfield) für den Desktop-Bereich noch etwas günstigere Dual-Kern-Prozessoren geben, die allerdings zur Differenzierung ohne Hyperthreading kommen. Dass Extreme Edition und Pentium D mit Dual-Kern mit jeweils 230 Millionen Transistoren und insgesamt 2 MByte Level-2-Cache aufwarten, kommt nicht von ungefähr: Der Pentium D ist ein Extreme Edition mit deaktiviertem Hyperthreading, kann also nur zwei statt vier Threads gleichzeitig verarbeiten. Als passenden Chipsatz nennt Intel hier die i945-Express-Familie, konkrete CPU-Modellnamen und Taktraten wurden aber noch nicht genannt.

Den Stromverbrauch seiner Dual-Core-Desktop-CPUs hat Intel noch nicht genau genannt, er soll jedoch bei dem Pentium-D-Modell nicht über 95 Watt und beim Extreme Edition nicht über 130 Watt liegen.

Der Pentium Extreme Edition 840 und die Pentium-D-Prozessoren wurden für das zweite Quartal 2005 angekündigt.

Für die Zukunft stellte Intel für das erste Halbjahr 2006 mit "Presler" auch schon den auf 65 nm geschrumpften Smithfield-Nachfolger mit verdoppelter Level-2-Cache-Größe und ohne Hyperthreading vor. Basis des Presler ist der Hyperthreading-fähige Einzel-Kern-Prozessor "Cedar Mill", dessen Kern im Doppelpack und mit deaktiviertem Hyperthreading den Presler ergibt. So kann Intel mit einem Kern sowohl Einzel- als auch Dual-Kern-CPUs bauen. Anders als beim Smithfield werden beim Presler zwei separate CPUs in ein Gehäuse gepackt und nicht ein Chip mit zwei Kernen. Intel erwartet, dass 2006 insgesamt mehr Dual- als Single-Core-CPUs verkauft werden.


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