IDF: Pentium Extreme Edition 840 mit zwei Kernen

Die CPU-Kerne werden gemeinsam über einen einzelnen 800-MHz-Systembus angesteuert, auf 1.066 MHz verzichtete Intel. Eine schnellere CPU-Anbindung, wie sie etwa AMDs Hypertransport bietet, will Intel späteren Prozessor-Generationen vorbehalten. Als ideal zum EE 840 passenden Chipsatz will Intel die 955X.-Express-Familie einführen, auf Grund des LGA 775 passt der Prozessor aber auch in bestehende Mainboards mit älteren Chipsätzen.
Intels 955X Express wartet mit verbessertem Speicher-Controller mit Dual-Channel-Unterstützung für DDR2-667-SDRAM auf – und verwaltet beachtliche 8 GByte Speicher, auch mit ECC-Unterstützung. Darüber hinaus werden bis zu vier SATA-Platten angesteuert, wobei Intel auch die RAID-Unterstützung erweitert hat. In Verbindung mit einer ICH7-South-Bridge werden RAID 0,1, 5, 10 und AHCI ermöglicht. Neben sechs PCI-Express-x1-Steckplätzen findet sich auch PCI-Express x16 auf 955X-Express-Mainboards. Um Dual-Grafikkarten-Konfigurationen unterstützen zu können, ist eine Bridge erforderlich.
Im Vergleich mit dem aktuellen Pentium-Topmodell Pentium 4 Extreme Edition mit einem Kern und 3,73 GHz soll der EE 840 etwa beim Video-Encoding unter Adobe Premiere, beim 3D-Rendering mittels Discreets 3ds max und der MP3-Audiokompression und Normalisierung mittels LAME 50 bis 65 Prozent schneller sein. Kommen mehrere Anwendungen zusammen, soll der Leistungsunterschied besonders zum Tragen kommen: Beispielsweise könnte man Intel zufolge dank des Dual-Kern-Prozessors gleichzeitig Need for Speed Underground 2 spielen und von einem Dual-TV-Tuner gleichzeitig zwei Fernsehsendungen gleichzeitig aufzeichnen, ohne dass dabei die Bildrate der Aufzeichnung oder des Spiels auf unter 30 Bilder/s rutscht. Intel spricht dabei von einer Leistungssteigerung um 124 Prozent.
Um die Leistungssteigerung bei besonders aufwendigen sowie auf Hyperthreading und Multiprocessing optimierten Aufgaben zu demonstrieren, zeigte Intel auf einem Demo-System den Cinebench 2003 (Maxon Cinema 4D) beim Rendering einer Szene. Dabei schaffte es das EE-840-System auf eine Renderzeit von 37,8 Sekunden, das Einzelkern-System braucht laut Intel doppelt so lange. Bei alltäglichen Anwendungen soll die Leistungssteigerung hingegen im Schnitt 40 Prozent über dem des P4 EE 3,73 GHz liegen. Zudem sollen Dual-Core-Systeme ebenso wie Multi-Prozessor-Systeme auch bei hoher Last schneller auf Nutzeraktionen reagieren.
Den Stromverbrauch seiner Dual-Core-Desktop-CPUs hat Intel noch nicht genau genannt, er soll jedoch bei dem Pentium-D-Modell nicht über 95 Watt und beim Extreme Edition nicht über 130 Watt liegen.
Der Pentium Extreme Edition 840 und die Pentium-D-Prozessoren wurden für das zweite Quartal 2005 angekündigt.
Für die Zukunft stellte Intel für das erste Halbjahr 2006 mit "Presler" auch schon den auf 65 nm geschrumpften Smithfield-Nachfolger mit verdoppelter Level-2-Cache-Größe und ohne Hyperthreading vor. Basis des Presler ist der Hyperthreading-fähige Einzel-Kern-Prozessor "Cedar Mill", dessen Kern im Doppelpack und mit deaktiviertem Hyperthreading den Presler ergibt. So kann Intel mit einem Kern sowohl Einzel- als auch Dual-Kern-CPUs bauen. Anders als beim Smithfield werden beim Presler zwei separate CPUs in ein Gehäuse gepackt und nicht ein Chip mit zwei Kernen. Intel erwartet, dass 2006 insgesamt mehr Dual- als Single-Core-CPUs verkauft werden.



