Neuer Pentium 4 braucht weniger Strom
Nach der Vorstellung des Prescott-Kerns Anfang 2004 hagelte es Kritik: Als erster Desktop-Prozessor für den Massenmarkt konnte diese CPU über 100 Watt an elektrischer Leistung benötigen. Intel gibt eine entsprechende "Thermal Design Power" (TDP) an, die das Kühlsystem mindestens abführen muss. Im realen Einsatz wird dieser Wert nur unter ungünstigsten Bedingungen erreicht, ist jedoch als Sicherheitsreserve zu sehen.
Die Schallmauer von 100 Watt durchbricht bei der neuen 600er-Serie nur noch das Spitzenmodell 660 mit 3,6 GHz, wie ein vorläufiges Datenblatt von Intel angibt. Für die anderen Modelle schreibt Intel eine TDP von 84 Watt vor.
Anhand des Dokuments wird nun auch klar, wie die mit Spannung erwartete "Enhanced Intel Speed Step Technology" (EIST) funktioniert. Die neuen Prozessoren können ihren Takt in Schritten von 200 MHz auf bis zu 2,8 GHz senken. Das erscheint auf den ersten Blick nicht viel, dabei wird jedoch mit jedem Schritt auch die Spannung gesenkt. Laut Intel ist der Stromspareffekt unterhalb von 2,8 GHz nicht mehr groß genug, um einen weiteren Aufwand bei der Schaltung zu rechtfertigen.
Wie weit die Spannung mit jedem SpeedStep-Schritt sinkt, lässt sich noch nicht abschließend festellen, da jedes Exemplar der neuen CPUs seinen Spannungsbedarf individuell an das Mainboard meldet. Laut dem Dokument kann die maximale Spannung zwischen 1,250 und 1,40 Volt liegen. Da sich die Verlustleistung eines Halbleiters quadratisch zur Spannung verhält, sind die Unterschiede dabei enorm.
Daher sind auch Messungen der Leistungsaufnahme eines P4-System derzeit nur Momentaufnahmen. Einen interessanten Vergleich bietet ein Test von AnandTech(öffnet im neuen Fenster) , bei dem vergleichbar ausgestattete Rechner mit verschiedenen AMD- und Intel-CPUs vermessen wurden. Dabei ist die 600er-Serie ohne Last nur noch einige Watt stromhungriger als die AMD-Rechner. Bei hoher Belastung verbrauchen die Intel-Systeme aber immer noch deutlich mehr Strom. Dennoch dürften sich mit den neuen Intel-CPUs jetzt auch ohne hohen Kühlungsaufwand leise Rechner bauen lassen, die im Dauerbetrieb nicht allzu störend wirken.
Bei der Wahl eines Pentium 4 sollte man vor allem auf ein Modell mit dem E0-Stepping des Cores achten, den Intel schon Mitte 2004 eingeführt hatte. Er bietet erste Stromspareigenschaften wie einen deutlich sparsameren HALT-Modus. Bei den erst langsam in den Markt gelangenden 600er-Modellen ist diese Funktion immer vorhanden.
Ob ein Pentium 4 der 500er-Serie mit E0-Kern ausgestattet ist, lässt sich nur über seine "sSpec-Nummer" herausfinden, die auf jedem Prozessor aufgedruckt ist. Dazu stellt Intel auf seiner Webseite den Processor Finder(öffnet im neuen Fenster) zur Verfügung. Eine Liste der sSpecs aller Pentium-4-Modelle gibt dieses Tool aus, wenn man dort erst "Intel Pentium 4 processors" und dann "Go" anklickt. Darüber lässt sich auch herausfinden, welche CPU in welchen Sockel passt. von Nico Ernst]
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