Macrovision trommelt für DVD-Schutz "RipGuard"

Neuer Kopierschutz für DVDs kommt Mitte 2005

Mit einer weiteren Pressemitteilung wirbt Macrovision für sein neues Kopierschutzverfahren, welches das Rippen von DVDs unmöglich machen soll. Wie die Technik funktioniert und ob Inkompatibilitäten mit bestehenden DVD-Playern zu befürchten sind, wird nicht verraten.

Artikel veröffentlicht am ,

Macrovision ist ein Pionier des Kopierschutzes für Kinofilme. Nahezu jeder VHS-Rekorder und jeder DVD-Player ist mit analoger Macrovision-Technik ausgestattet. Bei VHS-Bändern befindet sich dabei ein Störsignal in der Austastlücke, auf das die Eingangsstufe eines Videorekorders hereinfällt. Ein DVD-Player wird über eine Kennung auf der DVD angewiesen, dieses Signal selbst zu erzeugen. Im MPEG-2-Strom eines Filmes selbst ist der Schutz nicht enthalten.

Stellenmarkt
  1. Sachgebietsleitung (w/m/d) Informationstechnik
    Stadt Starnberg, Starnberg
  2. Senior Requirements Engineer UH-Tiger und Software-Entwickler RTU (gn)
    ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, Donauwörth
Detailsuche

Das soll sich nun ändern. Bereits im November 2004 hatte Macrovision sein System "RipGuard" angekündigt. Nun legt das Unternehmen mit einer weiteren Pressemitteilung nach: RipGuard sei bereits in "einigen ausgewählten" DVD-Presswerken verfügbar, die Auslieferung der ersten Discs finde im zweiten Quartal 2005 statt. Welche Studios ihre DVDs damit ausstatten wollen, wurde nicht verraten.

Ebenso ist noch völlig unklar, wie RipGuard funktioniert und ob es dabei, ähnlich den "Un-CDs" aus dem Audio-Bereich, Inkompatibilitäten mit DVD-Playern gibt. Auch ist nicht bekannt, ob sich derartige Discs am PC überhaupt ansehen lassen.

Statt die Kunden schon im Vorfeld aufzuklären, macht sich Macrovision die Argumentation der Inhalte-Industrie zu eigen: "Macrovision wurde entwickelt, um das DVD-Rippen und die daraus resultierende Versorgung mit illegalen P2P-Inhalten drastisch einzuschränken."

Golem Karrierewelt
  1. AZ-104 Microsoft Azure Administrator: virtueller Vier-Tage-Workshop
    19.-22.12.2022, virtuell
  2. IPv6 Grundlagen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    19./20.12.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Bereits im November 2004 hatte das Unternehmen angekündigt, dass es Macrovision nicht nur bei Drohungen belassen will. Damals berichtete das Unternehmen von ersten Tests, nach denen der Schutz bei den "meist verwendeten" Programmen zum Auslesen einer DVD effektiv sei. Entweder sei dies gar nicht möglich, so Macrovision, oder der Vorgang werde "bis zur Sinnlosigkeit" verlangsamt. Das wirft auch die Frage auf, wie und ob DVD-Player mit Standard-PC-Laufwerken mit dem Kopierschutz zurechtkommen werden.

Das erinnert an die ersten Versuche mit dem Schutz für Audio-CDs, bei denen einige wenige Laufwerke innerhalb von mehreren Stunden die Scheiben auslesen konnten, obwohl dies gar nicht möglich sein sollte. Heutige Geräte ignorieren die Verfahren zum Teil vollständig und lesen die CDs mit voller Geschwindigkeit aus. Dessen ist sich offenbar auch Macrovision bewusst: Der neue Schutz soll durch die Analyse neuer Ripping-Verfahren ständig weiterentwickelt werden.

Rechtlich gesehen ist ein neues Kopierschutzverfahren indes gar nicht nötig. So wie in den USA der "Digital Millennium Copyright Act" (DMCA), verbietet in Deutschland das 2002 reformierte Urheberrecht das Umgehen eines Kopierschutzes. [von Nico Ernst]

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


andreas kelterborn 18. Mär 2006

user815 16. Feb 2005

Hi Leutz ich wäre mir nicht so sicher mit dem schnellen Knacken. Beispiel : Premiere...

Katsenkalamitaet 15. Feb 2005

Man kann sich die Zähne auch an der Bordsteinkante ausbeissen.

JTR 15. Feb 2005

Oder noch einfacher: gehackte Firmware drauf laden, fertig. Man wer heute noch in DRM...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Twitter
Was bisher bei Elon Musks Twitter 2.0 geschah

Nach der Twitter-Übernahme durch Elon Musk ist klar: Das Netzwerk hat wesentlich weniger Mitarbeiter. Es ist aber noch viel mehr passiert.
Ein Bericht von Oliver Nickel

Twitter: Was bisher bei Elon Musks Twitter 2.0 geschah
Artikel
  1. Telefónica: Warum der LTE-Ausbau in der U-Bahn so lange dauert
    Telefónica
    Warum der LTE-Ausbau in der U-Bahn so lange dauert

    Seit August 2010 laufen in Deutschland LTE-Netze. Nun wird 5G langsam wichtiger, doch die Berliner U-Bahn ist noch immer nicht für alle mit 4G versorgt.

  2. Responsible Disclosure: Obi macht das Melden einer Sicherheitslücke schwer
    Responsible Disclosure
    Obi macht das Melden einer Sicherheitslücke schwer

    Ein Sicherheitsforscher hat eine Lücke bei mehreren Unternehmen und Stadtverwaltungen gemeldet. Obi machte es ihm besonders schwer.

  3. Glasfaser: Konkurrenz gegen Abschaltrecht des Kupfernetzes der Telekom
    Glasfaser
    Konkurrenz gegen Abschaltrecht des Kupfernetzes der Telekom

    Noch ist die Telekom weit davon entfernt, ihr Kupfernetz abschalten zu können. Doch erste Planungen laufen und die Konkurrenz stellt Forderungen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bei Amazon • Samsung SSDs bis -28% • Rabatt-Code für ebay • Logitech Mäuse, Tastaturen & Headsets -53% • HyperX PC-Peripherie -56% • Google Pixel 6 & 7 -49% • PS5-Spiele günstiger • Tiefstpreise: Palit RTX 4080 1.369€, Roccat Kone Pro 39,99€, Asus RTX 6950 XT 939€ [Werbung]
    •  /