AOL verbiegt Port 25 zur Spam-Bekämpfung (Update)
Kunden sollen auf E-Mail-Submission über Port 587 ausweichen
Um die Verbreitung von Viren, Würmern, Trojanischen Pferden und Spam aus dem eigenen Netz einzuschränken, hat AOL eine kleine Änderung an seinem Netzwerk vorgenommen. Verbindungen auf Port 25 werden per Redirect über Server von AOL geleitet, um diese dort auf Malware zu überprüfen. Nutzern von Webmail-Diensten kann dies aber unter Umständen Probleme bereiten. AOL ist damit aber nicht allein.
Der Versand von E-Mails erfolgt für gewöhnlich auf Port 25, hier nehmen Mail-Server E-Mails an, die per SMTP verschickt werden. Das recht einfache Protokoll beherrschen aber mittlerweile die meisten Würmer, um sich darüber mit einer eigenen SMTP-Engine zu verschicken. Zudem nutzen Spammer gekaperte Desktop-PCs, um über Port 25 ihre Werbebotschaft in die Welt zu blasen.
Dem will AOL - wie einige andere Provider schon zuvor - entgegentreten und legt dazu eine Umleitung auf Netzwerkverbindungen, welche Port 25 nutzen. So werden E-Mails über entsprechende Server geleitet, auf dem sie vor dem Versand geprüft werden, so dass seitens AOL Würmer und andere Schädlinge an der Verbreitung gehindert werden können.
Der Nutzer sollte davon eigentlich nichts mitbekommen, doch in manchen Fällen treten beim E-Mail-Versand Probleme auf. So lehnt beispielsweise GMX die Annahme von E-Mails ab, die auf diese Weise umgelenkt wurden, vorausgesetzt, der jeweilige GMX-Nutzer hat seine Spamschutz-Einstellungen explizit auf "Annahme verweigern" gestellt. Als Ausweg empfiehlt AOL, Message Submission (RFC 2476) auf Port 587 zu nutzen, das von vielen Anbietern unterstützt wird - darunter auch von GMX. Dennoch kann es zu Problemen kommen, da nicht alle Anbieter den Versand über Port 587 unterstützen. Mitunter kann hier aber noch auf eine SSL-Verschlüsselung zurückgegriffen werden, da hierbei in der Regel Port 465 zum Einsatz kommt.
Im Vorfeld der Umstellung habe man sich um eine Kontaktaufnahme mit entsprechenden Anbietern bemüht, um mögliche Probleme zu eliminieren, so AOL gegenüber Golem.de. Leider haben aber nur zwei kleinere Anbieter auf AOLs Kontaktbemühungen reagiert. Die Umstellung wurde weltweit durchgeführt, wobei Deutschland das letzte AOL-Land in der Kette war.
Auch andere Provider greifen zu entsprechenden Mitteln, um den Versand schadhafter E-Mails über die eigenen Netze zu unterbinden.
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die umstellung erfolgte uebringens vor ca. einem jahr..
1., 587 ist offen 2., wer behauptet, zehntausende euro sind notwendig, um neben port 25...
endlich mal jemand, der erkannt hat, worum es geht. vielen dank :)
Und die haben keinen Mailserver zum versenden ? Ich meine wenn du dein Postfach dort...