Drei Sicherheitslöcher in Mozilla und Firefox
Ein Sicherheitsloch in Firefox 1.0 und Mozilla 1.7.5 betrifft die Tabbed-Browsing-Funktionen, worüber sich der JavaScript-Sicherheitsmanager austricksen lässt, der normalerweise die hier geschilderten Angriffsszenarios verhindern soll. Zur Ausnutzung des Sicherheitslochs muss ein Opfer dazu gebracht werden, einen Link per Drag-and-Drop auf ein bereits geöffnetes Tab-Fenster zu ziehen. Über dieses Sicherheitsloch lassen sich zwar Daten auf ein fremdes System schleusen oder Cookie-Daten ausspähen, allerdings müssen bestimmte Voraussetzungen vorliegen und eher unübliche Aktionen der Nutzer vollzogen werden, so dass die davon ausgehende Gefährdung als gering einzustufen ist.
Cookie-Daten lassen sich ausspähen, indem ein präparierter Link auf ein bereits geöffnetes Tab-Fenster gezogen wird, was dem Angreifer den Zugriff auf die Cookies der betreffenden Seite erlaubt. Zur Installation von Software aus Firefox heraus muss ebenfalls ein Link auf ein Tab-Fenster gezogen werden. In diesem Fall muss der zuvor bereits geladenen Seite die Installation von Software gestattet sein, damit das Sicherheitsloch von einem Angreifer überhaupt ausgenutzt werden kann.
Auch das Ablegen von Dateien auf dem Rechner des Opfers ist per Drag-and-Drop möglich, was aber nur funktioniert, wenn in dem betreffenden Tab-Fenster vorher mit about:config die Konfigurationsseite des Browsers aufgerufen wurde. Schließlich sieht ein weiteres Angriffsszenario vor, Programmcode ohne Berechtigung auszuführen, allerdings müssen dafür für die geöffnete Seite spezielle Konfigurationen in about:config vorgenommen werden, die normalerweise deaktiviert sind. Michael Krax hat eine Beispielseite(öffnet im neuen Fenster) bereitgestellt, auf der die beschriebenen Angriffsmöglichkeiten ausprobiert werden können.
Ein weiteres Sicherheitsloch in Firefox 1.0 und Mozilla 1.7.5 erlaubt mit Hilfe eines installierten Flash-Plug-Ins oder des Opacity-Filters das Verstecken der Browser-Konfiguration (about:config) in einem verborgenen Frame, um darüber gezielt Änderungen an der Browser-Konfiguration vorzunehmen. Dies wäre denkbar, indem ein Angreifer eine präparierte DHTML-Seite bereitstellt, auf der etwa ein Browser-Spiel angeboten wird. Das Opfer muss dann dazu gebracht werden, auf bestimmte Bereiche innerhalb der DHTML-Seite zu klicken, so dass der Angreifer gezielt Änderungen an der Browser-Einstellung in Firefox oder Mozilla vornehmen kann. Auch für dieses Sicherheitsloch hat Michael Krax eine Beispielseite(öffnet im neuen Fenster) bereitgestellt.
Auch das dritte von Krax entdeckte Sicherheitsloch in Firefox 1.0 und Mozilla 1.7.5 stellt keine wesentliche Gefahr dar, da sich ein dadurch vorgenommener Angriffsversuch leicht enttarnen lässt. Firefox und Mozilla verhindern, dass ausführbarer Programmcode aus dem Browser auf den lokalen Rechner gezogen wird. Dies gilt aber nicht für Bilddateien, so dass ein Angreifer dem Browser eine manipulierte Bilddatei unterschieben kann, damit das Opfer das Bild respektive die ausführbare Datei auf dem eigenen Rechner lädt. Nachdem die manipulierte Datei auf den Rechner geladen ist, wird die Datei aber mit korrekter Endung angezeigt, so dass leicht erkennbar ist, dass es sich hierbei keineswegs um eine Bilddatei handelt. Auch wenn Dateiendungen vielfach auf Windows-Systemen ausgeblendet werden, gibt auch das entsprechende Icon Aufschluss darüber, dass es sich keineswegs um eine Bilddatei, sondern um eine ausführbare Datei handelt. Auch dieses Sicherheitsloch demonstriert eine passende Beispielseite(öffnet im neuen Fenster).
Etwas unklar ist, warum Michael Krax mit der Bekanntgabe der Sicherheitslücken nicht gewartet hat, bis aktualisierte Windows-Versionen von Firefox und Mozilla verfügbar sind, die von Endkunden eingesetzt werden können. Derzeit stehen wohl nur Nightly Builds zur Verfügung, in denen die Sicherheitslöcher geschlossen wurden. Das Mozilla-Team wurde Ende Januar 2005 bzw. Anfang Februar 2005 über die Sicherheitslöcher informiert. Vor einigen Tagen wurden die Sicherheitslöcher geschlossen, aber es stehen noch keine aktualisierten Versionen von Firefox und Mozilla für Endanwender bereit.
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