100.000 warten auf DSL (Update 2)
Wie das Magazin "Plusminus" in seiner Sendung vom 1. Februar 2005 berichtete, warten derzeit 100.000 potenzielle Kunden auf ihren T-DSL-Anschluss. Die Einrichtung ist in diesen Fällen bei Resellern der Telekom-Dienste wie 1&1, Arcor oder Freenet bestellt worden. 1&1 machte gegenüber dem Fernsehsender die Software verantwortlich, über die Reseller bei der T-Com die Anschlüsse bestellen können.
T-Com-Sprecher Frank Domagala bestätigte die Schwierigkeiten gegenüber Plusminus: "Ich will das alles nicht beschönigen, diese Probleme gibt es. Und wir arbeiten mit Nachdruck daran, diese Probleme zu lösen." Einige Kunden, bei denen T-DSL technisch gesehen verfügbar wäre, warten laut Plusminus bereits 18 Monate auf die Freischaltung ihres Anschlusses.
Da wirkt es etwas verwunderlich, dass Web.de, ebenfalls Anbieter von T-DSL-Anschlüssen, als Reaktion auf die Ausstrahlung eine Pressemitteilung veröffentlichte, in welcher das Unternehmen verspricht, seine Anschlüsse seien "innerhalb weniger Tage verfügbar". Gegenüber Golem.de erklärte Web.de-Sprecherin Eva Vennemann, ihr Unternehmen sei nicht auf die problematische T-Com-Software angewiesen: Wie Web.de nach Erscheinen dieser Meldung genauer erklärte, kauft das Unternehmen nicht nur direkt bei der T-Com ein, vielmehr landen die Anträge direkt beim rosa Riesen. Daher ist Web.de auch nicht auf die fragliche Software angewiesen. Sofern T-DSL durch die Eingabe der Rufnummer seitens der Telekom(öffnet im neuen Fenster) als verfügbar bezeichnet wird, könne man in wenigen Tagen mit der Freischaltung rechnen, erklärte Vennemann weiter. Einen genauen Zeitrahmen nannte die Sprecherin jedoch nicht.
Web.de mache dabei aber laut 1 & 1 nichts besonderes: Die DSL-Anmeldungen würden dabei über die sogenannte INDIV-Schnittstelle (Indirekter Vertrieb) der Telekom laufen, die auch alle anderen Provider nutzen können. 1 & 1 probiert selbst erst den Weg über die problematische Software und wenn Anträge mit unerklärlichen Fehlermeldungen zurückkommen, geht man über INDIV.
Über die Freischaltungsprobleme hinaus kritisieren Verbraucherschützer auch die massive Werbung der T-Com, vor allem das Versprechen auf einen Erlass von Grund- und Anschlussgebühr. Wie Plusminus anhand eines Falles berichtete(öffnet im neuen Fenster), wird dabei mit der nächsten Rechnung der gesamte Betrag eingezogen und diese Summe in den folgenden Monaten mit je knapp 10 Euro wieder gutgeschrieben. Hans-Frieder Schönheit von der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs in Bad Homburg bezeichnete diese Praxis als "irreführend." [von Nico Ernst]
- Anzeige Hier geht es zu den besten Deals auf Mobilfunk, Internet und mehr bei der Telekom Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



