Neue VIA PT-Chipsätze mit AGP und PCI-Express

Drei neue Chipsätze für Pentium 4 vorgestellt

Am heutigen Montag hat VIA seine PT-Serie an neuen Chipsätzen für Intel-Prozessoren vorgestellt. Besonders interessant ist der PT880Pro, der sowohl einen AGP- als auch einen PCI-Express-Steckplatz zur Verfügung stellt.

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Bisher hatte Via für die aktuellen Intel-CPUs nur den PT880 im Programm, der einen AGP- und mehrere PCI-Ports sowie einen Controller-DDR-Speicher bieten konnte. Dieses Modell wird weiter als Lowcost-Lösung angeboten. Neu ist der PT880Pro, der sowohl DDR- als auch DDR2-Speicher ansteuern kann.

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Als besonderes Feature kann dieser Chipsatz sowohl einen AGP-8x-Port als auch einen Slot für PCI-Express-x16 zur Verfügung stellen. Wie die Mainboard-Hersteller dieses Feature nutzen, bleibt ihnen überlassen. Es ist jedoch möglich, beide Slots gleichzeitig zu nutzen und auch verschiedene 3D-Anwendungen auf beiden Karten laufen zu lassen. VIA-Mitarbeiter John Gatt hat dies im Forum von Viaarena bereits demonstriert.

Ob sich damit auch eine Anwendung beschleunigen lässt, indem die Karten wie bei Nvidias SLI gemeinsam genutzt werden, steht noch nicht fest. Dabei kommt es vor allem auf Unterstützung durch die Treiber an, zudem müssen die Grafikprozessoren noch untereinander direkt per Hardware verbunden werden.

Interessant ist das Feature jedoch allemal, da man mit dem PT880Pro auf ein neues Mainboard mit einem schnelleren Prozessor umsteigen kann, aber nicht gleich die Grafikkarte wechseln muss - und später immer noch zu einem PCIe-Modell wechseln kann. Laut VIA handelt es sich bei der Lösung nicht um einen Workaround, der etwa AGP auf PCIe aufsetzt, sondern um eine native Lösung nach AGP 3.0.

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VIA PT894
VIA PT894
Auch einen neuen reinrassigen PCIe-Chipsatz hat VIA jetzt im Programm. Er hört auf den Namen PT894. Die Northbridge liefert dabei sowohl einen x16-Anschluss als auch Support für zwei weitere Slots nach x1. Zusätzlich stellt dann die Southbridge noch Support für zwei weitere x1-Karten und auch herkömmliche PCI-Slots zur Verfügung. Durch diese Lastverteilung der PCIe-Anbindungen dürfte sich der gesamte Datendurchsatz im System bei hoher Last erhöhen, wenn etwa eine Gigabit-Netzwerkkarte direkt über die Northbridge angebunden wird. Benchmarks dazu legte Via aber noch nicht vor.

Der dritte neue Chipatz ist der PT894Pro, der sich vom PT894 nur durch zwei Grafikslots an der Northbridge unterscheidet und somit auch SLI-Betrieb ermöglichen sollte - immer vorausgesetzt, die Treiber der Grafikkartenhersteller werden entsprechend angepasst. Die SLI-Konfiguration besteht aus je einem x16- und einem x4-Slot wie bei VIAs Athlon-64-Chipsätzen. Bei der Pro-Version des Chipsatzes sind die x1-Slots für PCIe nur direkt über die Southbridge realisiert.

Dieser Baustein heißt VT8237 und dient allen drei neuen Chipsätzen für die Peripherie-Anbindung. Er stellt Schnittstellen für Maus, Tastatur, acht Ports nach USB 2.0, Gigabit-Ethernet und Modem zur Verfügung. Auch die "Legacy"-Schnittstellen (Seriell, Parallel, Floppy) sind noch vorhanden. Vier herkömmliche ATA-Massenspeicher können ebenso angeschlossen werden wie vier S-ATA-Festplatten im RAID-Betrieb. Das Sound-Interface ist weiterhin über VIAs "Vinyl Audio" vorhanden, bei dem sich je nach dem vom Board-Hersteller eingesetzten Codec sechs oder acht Kanäle ausgeben lassen.

Allen neuen PT-Chipsätzen ist auch die Unterstützung für zwei Speicherkanäle gemein, die DDR- oder DDR2-Speicher aufnehmen können. [von Nico Ernst]

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