Forscher warnen vor unsicheren Autoschlüsseln
Die Forscher nutzten nicht sonderlich teure Geräte, mit denen Diebe Autos oder Bezahl-Tags in der näheren Umgebung testen könnten, um dann mit den erhaltenen Informationen deren geheimen Schlüssel zu knacken. Auf diese Weise ließen sich Diebstahlsicherungen verhältnismäßig einfach umgehen oder auf Kosten des Nutzers Benzin kaufen, so die Forscher.
Die Forscher entdeckten die Probleme bei der Untersuchung des "Registration and Identification System" von Texas Instruments, das auf Basis von RFID arbeitet. Rund 150 Millionen entsprechender Transponder sind den Forschern zufolge in Schlüsseln neuerer Autos von mindestens drei Herstellern im Einsatz. Hinzu kommen rund 6 Millionen Schlüsselanhänger zum drahtlosen Benzinkauf.
In ihrem Papier Analysis of the Texas Instruments DST RFID(öffnet im neuen Fenster) kommen die Forscher zu dem Schluss, dass die Sicherheitsvorkehrungen des Systems inadäquat sind, fasst Avi Rubin, technischer Direkter des Johns Hopkins Information Security Institute und Autor der Studie, zusammen. Millionen von Tags verfügen laut Rubin über eine Verschlüsselung, die ohne direkten Kontakt geknackt werden könne.
Eigentlich sollen die RFID-Tags verhindern, dass Diebe das Auto ohne den entsprechenden Schlüssel starten können. Dazu wird die Benzinzufuhr unterbrochen, wenn das Auto keinen entsprechenden RFID-Chip identifizieren kann. Ein zufälliger String wird an das RFID-Tag gesendet, von diesem verarbeitet und als numerische Antwort zurückgesendet.
Den Forschern gelang es aber nun, den in dieser Überprüfung genutzten mathematischen Prozess aufzudecken. Dazu benötigten die Forscher etwa 16 speziell programmierte Chips für unter 200,- US-Dollar, um den Code dann innerhalb von 15 Minuten zu knacken. Mit dem so gewonnenen geheimen Schlüssel gelang es dann, das Sicherheitssystem eines Autos zu umgehen und diesem ein korrektes RFID-Tag vorzutäuschen.
Als Abhilfe schlagen die Forscher eine Abschirmung der RFID-Tags vor, sofern diese nicht direkt in Benutzung sind. Aber auch andere Systeme könnten ähnliche Probleme aufweisen, derzeit arbeite man an einem entsprechenden Papier, so die Forscher.