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Studie: Deutsche kennen die Gefahren durch das Internet...

...tun aber nicht genug für ihre Internetsicherheit. Viele deutsche Computernutzer interessieren sich nur wenig für das Thema Internetsicherheit, ergab eine vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Auftrag gegebene Umfrage. Demnach nutzen 25 Prozent der deutschen Internetnutzer keinen Virenscanner und die Hälfte surft ohne Firewall. Dieser Umstand überrascht, zumal 90 Prozent der Nutzer sehr wohl wissen, dass ihr PC über das Internet einer Gefahr ausgesetzt ist.
/ Ingo Pakalski
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Obwohl der Wissensstand deutscher Internetnutzer über die im Internet lauernden Gefahren recht hoch ist, sehen viele keinen Bedarf zum Handeln. 70 Prozent der Anwender ist bewusst, dass Absenderadressen von E-Mails gefälscht sein können und sogar 90 Prozent der Nutzer wissen, dass ihr PC über das Internet von Fremden gesteuert werden kann. Zu diesem Ergebnis kommt eine durch TNS Emnid durchgeführte Umfrage, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beauftragt wurde.

Trotz dieser Erkenntnisse ziehen viele Internetnutzer nicht die erwartete Konsequenz daraus: So bewegt sich jeder vierte deutsche Anwender ohne installierten Virenscanner im Internet und jeder Zweite verzichtet auf den Einsatz einer Firewall zur Absicherung des eigenen Rechners. Daten-Backups legen 50 Prozent der Computernutzer nach der Umfrage regelmäßig an.

"Die Studie deckt eine scheinbar paradoxe Situation auf: Man weiß zwar offensichtlich um die Gefahr, fühlt sich selbst aber nicht zum Handeln aufgefordert. Die Vorsorge ist mangelhaft, weil rein privat genutzte Rechner häufig nur eine geringe Bedeutung haben" , erklärt Dr. Udo Helmbrecht, Präsident des BSI. Als Erklärung sieht Helmbrecht, dass für zwei Drittel der Befragten ein Computerausfall - nach eigener Einschätzung - keine schwer wiegenden Folgen hätte.

Der BSI-Präsident weist aber darauf hin, dass unsichere PCs die gesamte IT-Infrastruktur gefährden würden. Schließlich könnten nur solche Sicherheitslücken massiv von Angreifern ausgenutzt werden, die bei vielen Rechnern bestünden. Weitere Aufklärung wäre deshalb unbedingt notwendig, so Helmbrecht weiter. Insgesamt verfügen die deutschen Internetnutzer über durchschnittliche IT-Fachkenntnisse: Die Hälfte kennt sich nach eigenen Angaben gut bis sehr gut aus. Nur jeder Zehnte gibt an, wenige bis gar keine Fachkenntnisse zu besitzen.

Allerdings weist der BSI-Präsident darauf hin, dass es allein mit der Errichtung entsprechender Schutzmaßnahmen nicht getan ist. Um sicher im Internet zu surfen, müssten bestehende Sicherheitslücken regelmäßig geschlossen werden. Allerdings steht das nur für jeden dritten Internetnutzer regelmäßig auf der Tagesordnung. Auch Virenscanner werden nur unzureichend aktualisiert - lediglich jeder Dritte führt eine wöchentliche Aktualisierung durch, die Mehrzahl lädt neue Virensignaturen nur einmal monatlich, wodurch die Schutzfunktion eines Virenscanners stark geschwächt wird, da täglich eine Hand voll neuer Viren, Würmer und anderer Schadprogramme entdeckt werden.

Die Umfrage ergab, dass 57 Prozent der Deutschen online sind. Die Internetnutzung steigt dabei mit Einkommen und Bildung. Allerdings gibt es noch immer große Altersunterschiede: Während 80 Prozent der 14- bis 29-Jährigen das Internet nutzen, ist das Verhältnis bei den über 60-Jährigen genau entgegengesetzt: Nur jeder Fünfte surft im Netz. Der Hauptgrund liegt darin, dass ein Drittel der Befragten keinen Computer besitzt und ein weiteres Drittel am Internet kein Interesse hat. Keinen Zugang zum Internet haben 15 Prozent. Wer online ist, benutzt das Netz hauptsächlich für die Suche nach Informationen, zum Lesen von Nachrichten und zur E-Mail-Nutzung. Jeder dritte Internetnutzer erledigt darüber hinaus seine Bankgeschäfte über das Internet.

Bei der im September 2004 durchgeführten Studie von TNS Emnid wurden 1.000 Personen ab 14 Jahre in einer repräsentativen Umfrage befragt. Im weiteren Studienverlauf wurden 530 Internetnutzer ausführlicher interviewt.


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