Studenten untersuchen Mediennutzung bei der Partnersuche
In den letzten Jahren hat sich das Bild der allgemeinen Mediennutzung in Deutschland gewandelt. "Medien werden in allen Lebensbereichen – Bildung, Beruf und Freizeit – eingesetzt, so dass von diesen beeinflusste Handlungsbereiche immer umfangreicher und bedeutsamer werden. Es entstehen umfangreiche Medienumgebungen, die sich auf funktionale und gesonderte Nutzungsweisen der Menschen beziehen" , so Prof. Dr. Friedrich Krotz, der die Projektarbeit betreut.
Die "Mediatisierte Partnersuche" mit ihren unterschiedlichen Möglichkeiten bilde ein spannendes interdisziplinäres Forschungsfeld: Die Soziologie sei gefragt, da gesellschaftliche Rahmenbedingungen mitbestimmten, welche Erwartungen und Voraussetzungen die Menschen an ihre Liebesbeziehung hätten. Die Kommunikationswissenschaft fordere, die medialen Rahmenbedingungen zu analysieren, unter denen es möglich sei, einen Partner zu suchen. "Des Weiteren wollen wir ergründen, wie die Mediennutzer mit den Medien- und Kommunikationsmöglichkeiten umgehen" , so Sebastian Götz, Student des BA-Studienganges an der Universität Erfurt und Mitglied von "singleprofiler". "Für die Medienwirtschaft ist es interessant, dass Medienunternehmen als Kontakt- und Beziehungsvermittler auftreten und den Kennenlernprozess mittels ihres (Format-)Angebotes leiten."
Als Projektpartner konnte deshalb auch der jüngste Sender der RTL Group "Traumpartner TV" gewonnen werden, der seit Ende letzten Jahres digital über Satellit zu empfangen ist. Das interaktive Programm für Singles verbindet dabei die Medien Fernsehen, Internet und mobile Kommunikation. Der Bildschirm ist in drei Teile untergliedert. Ein Moderator, der in einem Fenster zu sehen ist, leitet einen SMS-Chat, bei dem per Mobiltelefon verschickte Text- und Bildnachrichten der Zuschauer direkt auf dem Bildschirm erscheinen. Im dritten Feld sind Profile von Partnersuchenden zu sehen, die vorher im Internet angelegt wurden. Interessierte Zuschauer können so Kontakt mit dem Absender aufnehmen.
Die jungen, angehenden Kommunikationswissenschaftler suchen zunächst über Anzeigen in Wochenblättern, eine eigenen Homepage und im Fernsehen Singles, die unfreiwillig, vorübergehend oder dauerhaft ohne Partnerschaft leben. Sie sollen zunächst allgemein zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt werden. In Einzelinterviews soll dann der Einsatz der Medien bei der Partnersuche ergründet werden.
Wer das Projekt "singleprofiler" aktiv unterstützen möchte, wende sich per SMS: 01520-4898104 oder per E-Mail: singlebefragung@uni-erfurt.de an die Gruppe.