Mobile Inhalte: Einfach = erfolgreich

Brennpunkt des Verbraucherinteresses

Der Medien-Branche steht 2005 ein Jahr bevor, das geprägt ist durch die Nachfrage nach mehr Inhalten, mehr Medien und mehr Auswahl. Die Nachfrage wird damit zu einem größeren und stärker diversifizierten Markt führen, so das Ergebnis einer Studie der Technology, Media & Telecommunications Group von Deloitte.

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Jörg Tesch, geschäftsführender Partner bei Deloitte, dazu: "Der so genannte Massenmarkt wird 2005 allmählich verschwinden und einer Vielzahl von 'Mikromärkten' Platz machen, die den Bedarf ganz bestimmter Gruppen oder Einzelpersonen bedienen. Neue Geräte und Medien werden sich ebenso durchsetzen wie neue Formen der Werbung, darunter eingebettete Werbung in Videospielen, Software oder auf Handys."

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"Durch das Verschmelzen von Medieninhalten und -kanälen erhält der Verbraucher mehr Auswahl. Das wird zu einem sprunghaften Anstieg legaler Musik-Downloads und gemeinsam entwickelter Filme und Spiele führen. Weltweit werden Milliarden Euro für die Personalisierung von Handys mit Klingeltönen, Screensavern und Wallpaper ausgegeben. Außerdem wird es 2005 wesentlich mehr Quellen für Medieninhalte geben. Das digitale Fernsehen wird terrestrische Sender wieder ins Spiel und dem TV-Konsumenten eine noch größere Programmauswahl bringen. Immer mehr Print-Publikationen und Fachzeitschriften werden in elektronischer Form über das Internet verfügbar sein. Und auch Privatpersonen werden mit Hilfe von blogs und wikis in der Lage sein, Meinungen und Informationen weltweit zu veröffentlichen."

Musik-Downloads über das Internet sollen der Studie nach 2005 rapide zunehmen. Illegale Downloads werden demnach zwar weiterhin dominieren, doch der Marktanteil legaler Sites soll deutlich zunehmen. Gründe hierfür sollen das verbesserte Angebot der Online-Music-Stores, die immer größere Basis an digitalen Abspielgeräten (mobil und stationär), die standardmäßige Ausstattung von Laptop- und Desktop-Computern mit CD-Brennern und die höhere Klangqualität legaler Downloads sein. Die Musikindustrie soll der Vorhersage nach beginnen, die finanziellen Vorteile dieses neuen Vertriebskanals sowie neuer Inhalte wie Klingeltöne, Remixes, Live-Aufnahmen, Konzertvideos, Merchandising und Konzertkarten zu erkennen und zu nutzen. Bis Ende 2005 soll das Wachstum illegaler Downloads abflachen, nicht zuletzt auch deshalb, weil "Gelegenheitspiraten" durch seltene, aber medienwirksame Prozesse abgeschreckt werden. Trotzdem sollen illegale Downloads der Musikindustrie immer noch Umsatzverluste in Milliardenhöhe bescheren.

Um den Verbraucher besser zu erreichen, wird der Prognose nach Werbung zunehmend in Medieninhalte eingebunden - Hyperlinks, Toolbars oder Computergrafiken halten Einzug in Videospiele, (vor allem kostenlose) Software, Web-Browser und aktive Handy-Desktops. Diese Werbung soll mit zunehmender Kenntnis des Verbraucherverhaltens immer genauer an die jeweilige Zielgruppe angepasst werden und über eine Internetverbindung je nach Tageszeit und Nutzeraktivität dynamisch verändert werden. Um Akzeptanz zu gewährleisten, muss eingebettete Werbung allerdings deutlich interessanter und weniger aufdringlich erscheinen als die im Internet bisher üblichen Banner-Anzeigen und Pop-Ups, so Deloitte.

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2005 soll es weltweit zwei Milliarden Handy-Kunden geben - und damit verlockende Aussichten für die Produzenten und Verkäufer mobiler Inhalte. Schnellere Netze, leistungsfähigere Prozessoren und bessere Displays machen diese Inhalte grundsätzlich attraktiver, dennoch sollen der Vorhersage nach viele Experimente scheitern, weil Anbieter unzureichend über den sozialen Kontext, die Art der Handy-Nutzung und die technischen Beschränkungen mobiler Geräte informiert sind. Das Handy werde sich vor allem als Kleinst-Fernseher nicht durchsetzen können, weil Qualität und Kosten in keinem Verhältnis zu etablierten TV-Angeboten stehen. Interessant: Mobile Inhalte sollen sich um so besser verkaufen, je einfacher sie sind: Kleine, spezialisierte Content-Pakete zur Personalisierung des mobilen Geräts - Klingeltöne, Screensaver, Wallpaper und andere "Verbrauchsgüter" -, dies sollen Bausteine einer Multimilliarden-Wachstumsindustrie werden.

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