Entlassungen bei Infineon befürchtet
Wie bereits berichtet , kommt Infineon aus der Krise nicht heraus. Im gerade abgeschlossenen Geschäftsquartal ging der Umsatz um 9 Prozent zurück und auch den Ausblick auf das dritte Quartal zeichnete Infineon nicht rosig.
Um die Fixkosten um die angepeilten 200 Millionen Euro zu senken, baut Infineon jetzt offenbar auch Teile des Unternehmens ab. Erster Ansatzpunkt ist das schleppende Geschäft mit Bausteinen für die Glasfaserkommunikation. Nach einigen Streitigkeiten mit dem US-Interessenten Finisar sind sich die beiden Unternehmen jetzt einig geworden. Infineon und Finisar hatten sich seit einer ersten Unterzeichnung eines Kaufvertrages im Oktober 2004 wechselseitig Vertragsbruch vorgeworfen. Als Resultat geht jetzt nur ein Teil der Aktivitäten an das US-Unternehmen.
Wie Infineon mitteilte, gehen "bestimmte Vermögenswerte" des Unternehmens, das vor allem in Berlin Glasfaserprodukte entwickelt, an Finisar. Dafür erhält Infineon 50 Millionen Dollar in Aktien, was einer Beteiligung mit 13 Prozent an Finisar entspricht. Enthalten sind in dem Paket unter anderem Lagerbestände, Betriebsmittel und geistiges Eigentum – also wohl die Designs und Patente. Ganz ausgestiegen ist Infineon aus dem Glasfaser-Geschäft damit nicht. Für Spezialanwendungen, etwa den designierten DSL-Nachfolger FTTH ("Fibre to the Home") oder den Automobilbau, entwickelt Infineon weiterhin Glasfaser-Komponenten. Die jetzt verkauften Unternehmensbereiche betreffen vor allem die 10-Gigabit-Transceiver, bei denen es um hohes Volumen geht und wo seit kurzem ein hoher Preisdruck herrscht.
Wie die dpa jedoch aus der Hauptversammlung von Infineon in München berichtet, wird Finisar nicht alle Mitarbeiter von Infineon übernehmen können. Drei Standorte in Berlin, München und Longmont (USA) sollen geschlossen werden. Insgesamt könnten 350 Mitarbeiter betroffen sein, 280 davon in Berlin. Infineon-Chef Ziebart schloss dabei gegenüber der Nachrichtenagentur betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. [von Nico Ernst]



