Metro: Dank RFID in 15 Jahren alles automatisiert?
Mit den Automatisierungen werden voraussichtlich viele Arbeitsplätze verloren gehen, auch wenn laut Mierdorf die erzielten Rationalisierungseffekte dazu dienen würden, mehr Personal dort zu beschäftigen, wo es der Wertschöpfung diene, man damit also mehr verkaufen könne. Als Beispiel führt Mierdorf die Kundenberatung an. Mierdorf, bei der Metro als Logistik-, Personal- und IT-Chef für die RFID-Etiketten verantwortlich, erklärte gegenüber dem Wirtschaftsmagazin: "Spätestens in 15 Jahren werden wir alles automatisiert haben."
Von der Politik fordere Mierdorf laut der WirtschaftsWoche(öffnet im neuen Fenster) , dass RFID nicht durch eine Regelungswut erstickt werde – auch aus den CDU/CSU-Reihen hieß es bereits 2004, dass man RFID nicht zerreden oder durch überzogene gesetzliche Regelungen kaputt machen dürfe. Es wäre Mierdorf zufolge für Deutschland von Vorteil, wenn der Standort bei der Anwendung der neuen Technologie seine Vorreiterstellung beibehalte.
Seit November 2004 soll das Unternehmen von 22 seiner Lieferanten nur noch RFID-bestückte Paletten annehmen. Bis Ende 2005 soll diese Zahl auf rund 100 Hersteller anwachsen, von denen 70 Prozent des Sortiments stammen würden, will die WirtschaftsWoche weiter erfahren haben. Die Metro teste derzeit in ihrem "RFID Innovation Center" im Kaufhof-Lager in Neuss den RFID-Einsatz in Kassensystemen, Leergutrücknahmeautomaten, Umkleidekabinen, Regalen und Kühlschränken. Ein ausführlicher Artikel zu den Metro-Plänen soll in der kommenden Wirtschaftswoche-Ausgabe 03/2005 zu finden sein.
RFID-Technik hat nach Einschätzung des Branchenverbandes Bitkom das Potenzial, in Deutschland einen Schub für mehr Wachstum und Beschäftigung auszulösen. Die neuen Funketiketten sollen nicht nur die Logistik revolutionieren, sondern auch die Produktsicherheit erhöhen und den Verbraucherschutz verbessern. Datenschützer sehen das freilich etwas anders: So mahnte etwa der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, auf der 28. Datenschutzfachtagung (DAFTA), dass RFID-Chips nur so gestaltet werden dürften, dass der Nutzer den Inhalt auslesen und die Sendefunktion deaktivieren kann. Technische Systeme müssen so gestaltet werden, dass eine heimliche Überwachung der Nutzer unterbleibt.