Erste Prototypen von holografischen Laufwerken
Das Laufwerk "Tapestry HDS 200-R" speichert 200 GByte auf einer Disc, die mit 130 Millimetern Durchmesser nur etwas größer als eine DVD ist. Die Daten selbst werden in einer 1,5 Millimeter dünnen Polymer-Schicht festgehalten, die von zwei Kunststoffscheiben umschlossen ist. Wie die holografische Speicherung funktioniert, hatte Golem.de bereits gezeigt.
Jahrelang schien die im Prinzip revolutionäre Technologie nicht wirklich realisierbar, was unter anderem am lichtempfindlichen Medium liegt. Nun scheint sich mit dem InPhase-Laufwerk, dessen Schnittstelle das Unternehmen nicht mitteilte, aber der erste Schritt in den Massenmarkt abzuzeichnen. Dafür spricht, dass für das Gerät Teile von anderen Speicherherstellern entwickelt wurden. So stammt der Lademechanismus von Alps und Hitachi Maxell hat die Cartridge entwickelt. Dieses Unternehmen arbeitet laut InPhase bereits an Geräten für die Massenfertigung der Medien.
Wofür die Holo-Speicher letztendlich eingesetzt werden sollen, ist indes noch unklar. In den nächsten Jahren konkurrieren erst einmal HD-DVD und Blu-ray Disc um den Massenmarkt, der vor allem durch die Speicherung von Filmen getrieben wird. Beide Lösungen bieten jedoch in der ersten Stufe mit einer Datenschicht nur Kapazitäten von rund 15 bzw. 25 GByte – sollen aber schon im Weihnachtsgeschäft 2005 auf den Markt kommen.
Viel Zeit bleibt den Holo-Pionieren damit nicht. Immerhin ist, wie berichtet, die holografische Speicherung inzwischen auf dem Weg zum ISO-Standard. [von Nico Ernst]