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Vaporware 2004: PC-Spielekonsole Phantom auf Platz 1

Wired kürt die "virtuellsten" Produktversprechungen 2004

Schon das achte Jahr in Folge hat das Magazin Wired die auf Grund von Lesereinsendungen gekürten "Vaporware"-Gewinner des Jahres veröffentlicht. Das sind Produkte, die zwar von den Firmen groß angekündigt wurden, aber bislang nicht oder mit extremer Verspätung erschienen sind. Neben vielen Computerspielen findet sich dort auf den ersten Plätzen auch andere Soft- und Hardware. Ein alter Bekannter ist derweil von der Liste verschwunden, ohne im Verkaufsregal aufzutauchen.

Eigentlich würde an der Spitze der Liste wieder einmal Duke Nukem Forever "aus" dem Hause 3-D Realms stehen, das zwar bereits 1997 angekündigt wurde, aber nie ans Licht der Öffentlichkeit kam, obwohl es immer wieder einmal Neues dazu gibt. Das Spiel bekam allerdings im letzten Jahr den Lifetime-Achievement-Award und macht damit Platz 1 in der Liste frei.

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An 10. Stelle steht die Grafikkartentechnologie von Alienware, die angeblich Grafikkarten parallel laufen lassen und so ungeahnte Geschwindigkeitsvorteile mit sich bringen soll. Zwar gibt es von Nvidia mit SLI eine konkurrierende Technologie, Alienware jedoch, die ihr Produkt 2004 auf den Markt bringen wollten, brachten - richtig - gar nichts heraus.

An 9. Stelle steht Intels Pentium 4 mit einer Taktfrequenz von 4 GHz. Intel hörte mit 3,8 GHz auf, den Prozessor weiter zu beschleunigen. An 8. Stelle steht dann auch gerechterweise Apples G5-Prozessor mit angeblich 3 GHz. Im Juni 2003 jedoch versprach Steve Jobs, dass IBMs G5-Prozessor 3 GHz binnen zwölf Monaten erreichen würde.

Im letzten Jahr erreichte das Spiel "Team Fortress 2" von Valve Software noch Platz 4, jetzt steht es auf Position 7. Das angeblich bahnbrechende Multi-Player-Spiel, das der Hersteller mit großen Versprechungen anpreist, ist bis heute nicht erschienen. Angekündigt ist es seit 1999.

Platz 6 belegt Gran Turismo 4 von Sony, das auf der PlayStation 2 ein Multiplayer-Feature bieten sollte, bei dem sich die Spieler über das Internet gegenseitig Wettkämpfe liefern sollten. Eigentlich war das Spiel für Mitte 2002 angekündigt, dann auf 2003 verschoben worden und schließlich hieß der Veröffentlichungstermin nur noch 2004. Nun heißt es, das "Januar-März"-Fenster sei ein potenzielles Erscheinungsdatum. Im November teilte Sony zudem mit, dass die Online-Komponente herausfallen würde.

Auf Platz 5 hievten die Wired-Leser die ATI-Radeon-X800-Grafikkartenreihe der XT Platinum Edition, die zwar eigentlich seit Dezember im Handel sein soll, von denen allerdings die Kunden nach Wired-Angaben noch nichts gesehen hätten. Die Kaufinteressierten nennen die Karte bereits "Phantom Edition."

Auf der vierten Position liegt die Funktion TiVoToGo des digitalen Videorekorders von TiVo. Mit ihr soll man per TiVo Series 2 aufgenommenes TV-Material auf einem PC begutachten können. Der Service wurde im Januar 2004 angekündigt - und kam allerdings am 3. Januar 2005 auf den Markt. Dennoch wird bislang weder das Brennen von DVDs noch die MacOS-Plattform unterstützt.

Microsofts Windows-XP-Nachfolger mit dem Codenamen "Longhorn" wurde ursprünglich für 2004 angekündigt, doch verschob das Unternehmen das "offizielle" Erscheinungsdatum für sein Desktop-Betriebssystem nun auf 2006. Teile der WinFX getauften Longhorn-Applikationsplattform, einer Weiterentwicklung von .Net, sollen auch für Windows XP und Windows Server 2003 angeboten werden. Ein auf Longhorn basierendes Server-Betriebssystem soll im Jahr 2007 folgen. Der dritte Vaporware-Award geht somit an Microsoft.

Das hawaiische Unternehmen Maui X-Stream belegt mit seinem - mit großem Tamtam angekündigten - Mac-Emulator CherryOS den zweiten Platz. Sein Erscheinungsdatum wurde nun abermals verschoben: auf das erste Quartal 2005. Womöglich ist der Grund für die Verzögerung der Plagiatsvorwurf, dass CherryOS widerrechtlich Programmcode des Open-Source-Mac-Emulators PearPC übernommen hat, vielleicht auch, weil man eben nicht 80 Prozent der Originalgeschwindigkeit des MacOS emulieren konnte.

Der erste Platz der Vaporware-Awards 2004 geht an Infinium Labs mit seiner PC- basierten Spielekonsole Phantom, die ihrem Namen alle Ehre macht. Sie wurde zwar schon für Anfang 2003 angekündigt, hat sich bisher aber noch nicht in Form eines käuflich erwerbbaren Produkts manifestiert. Nun steht sogar auf der Website des "Herstellers" ganz offiziell "coming soon".


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Fredator 10. Jan 2005

Kleiner Kommentar am Rande: Infinium Labs scheint nicht mit uns ins 21ste gekommen zu...

Seba 10. Jan 2005

Habe sie auch seit Oktober/November sogar schon. Erstanden für 560 Euro... Schweineteuer...

Gary7 10. Jan 2005

Hyperion konnte sich herausreden, indem sie eine Pre-Release Version herausgebracht haben.

Hegel 10. Jan 2005

jo, die 96er Pyramid Demo-Shots mit der Westernstadt und dem Space-Trooper sahen schon...

Bulsara 10. Jan 2005

Dann schreibt doch einen Onlinekommentar an Wired. Mal sehen, wie die darauf reagieren...



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