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Holografische Speicher auf dem Weg zum Industriestandard

Optware und Partner wollen Holographic Versatile Disc voranbringen. Das von ehemaligen SanDisk-, Iomega- und Sony-Mitarbeitern gegründete japanische Unternehmen Optware und seine Partnerfirmen – darunter auch Fujitsu Photo Film – wollen auf Basis der Optware-eigenen "Collinear Technologies" Industriestandards für holografische Datenspeicher schaffen, die nicht nur für den Unterhaltungs- und Computerbereich gedacht sind. Die vielversprechende Technik wird nun gemeinsam mit der in ISO/IEC-JTC-1-Standardisierungsprozesse einbezogenen Ecma International zum Industriestandard entwickelt.
/ Christian Klaß
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Die Ecma (European Computer Manufacturers Association) hat bereits der Gründung eines entsprechenden technischen Komitees zugestimmt, welches unter dem Namen TC44 die Standardisierung von "Holographic Information Storage Systems" steuern soll. Den von der Ecma angenommenen Antrag für die Standardisierung von holografischen Speichersystemen hatten Optware und deren Partner CMC Magnetics Corporation, Fuji Photo Film, Pulstec Industrial, Strategic Media Technology und Toagosei gemeinsam eingereicht; er wurde am 9. Dezember 2004 auf einer Ecma-Versammlung angenommen.

Mittlerweile fand auch das erste organisatorische TC44-Treffen statt, an dem über 25 Personen von Unternehmen und Universitäten aus aller Welt zusammenkamen, darunter auch Mitarbeiter von Pioneer, Panasonic, Sony, Fujifilm, Hitachi, Toshiba, Plasmon, Philips sowie Wissenschaftler der Stanford University. Auch IBM hat laut Optware bereits seine aktive Mitwirkung angekündigt.

TC44 wird sich anfangs drei von Optware und Partnern vorgeschlagenen Projekten für unterschiedliche holografische Datenträger widmen:

  • Holographic Versatile Disc (HVD) Cartridges – je 200 GByte
  • Read-only Holographic Versatile Disc (HVD) – je 100 GByte
  • Holographic Versatile Card (HVC) – je 30 GByte

Das vierte Projekt wird sich einem Gehäuse für die 100-GByte-HVD widmen, deren Durchmesser mit 12 cm dem von CDs und DVDs entspricht. Die Entwicklung globaler Standards soll nach den Kriterien von ISO/IEC JTC 1 sowie der internationalen Standardisierungsgemeinschaft stattfinden.

Die Ecma hat zwar nicht den Status der International Standard Organisation, arbeitet mit dieser aber eng zusammen – fast alle internationalen DVD-Standards sollen durch die Ecma gelaufen sein. Interessant dabei ist, dass man den Holospeichern ein eigenes technisches Komitee (TC44) spendiert hat – und sie nicht in das für optische Speichermedien (TC31) integriert hat. Allerdings findet die Datenspeicherung auch ganz anders statt als bei CDs und DVDs.

Optware verspricht, dass seine Collinear Technology nicht nur für die Musik-, Video- und Computer-Datenspeicherung, sondern auch für den Broadcast-Bereich, die Hochgeschwindigkeitsaufzeichnung und dank seiner File-Strukturen und Schnittstellen auch für große Unternehmensspeichersysteme geeignet ist. HVD-Laufwerke sollen 20 MByte Daten pro Sekunde speichern können.


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