EDOS: Forschungsprojekt will Open-Source-Qualität steigern
Die Komplexität moderner Software habe einen nicht vorhersehbaren Grad erreicht, aktuelle Linux-Systeme bestehen beispielsweise aus Tausenden von Einzelprogrammen. Dadurch werde die Zusammenstellung eines solchen Systems zu einer komplexen Aufgabe, die wegen der traditionell kurzen Release-Zyklen im Open-Source-Bereich kontinuierlich wiederholt werden muss, begründen die Projektpartner ihre geplante Forschung.
Das betreffe aber nicht nur Linux, sondern jedes große modulare Softwareprojekt. Dabei sind die Mitglieder des Konsortiums aber vorwiegend an Lösungen im Bereich von Open-Source-Projekten interessiert.
EDOS steht dabei für "Environment for the Development and Distribution of Free Software" (Entwicklungs- und Distributionsumgebung für Freie Software). Die Projekt-Teilnehmer wollen neue Wege zur Beherrschung der Komplexität in Open-Source-Software erforschen und entwickeln. Die Teilnehmergruppe besteht aus sechs Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie vier Softwareherstellern und Dienstleistern, darunter die INRIA (Projekt Koordination) und Universität von Paris 7, die Universität von Tel-Aviv, die Universität von Genf, die Universität von Zürich und CSP Torino. Als private Unternehmen sind die Mandrake-Tochter Edge-IT (Projektmanager), NUXEO, NEXEDI und SOT beteiligt.
Geplant sind zwei spezielle Applikationen, eine für verteiltes Arbeiten mit gleichrangigen Stationen entwickelt (P2P-System), die andere zielt auf die Verbesserung und Automatisierung von Testverfahren ab.
Das Projekt EDOS wird von der EU-Kommission mit einem Betrag in Höhe von 2,2 Millionen Euro unterstützt und ist für eine Laufzeit von 30 Monaten konzipiert. Die daraus entstehende Software wird einer Open-Source-Lizenz unterliegen. Theoretische Erkenntnisse sollen im Zuge des Projektes in wissenschaftlichen Magazinen veröffentlicht werden.



