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Phantom - PC-basierte Konsole taucht wieder auf

Start ist weiterhin für 2005 geplant – Konsole ist auf der CES zu sehen. PC-basierte Spielekonsolen haben es – abgesehen von der durch Microsoft gedeckten Xbox – bisher nicht auf den Markt geschafft, entweder wurden sie aufgegeben oder lassen ewig auf sich warten. Seinem Namen alle Ehre gemacht hat auch die von Infinium Labs entwickelte Spielekonsole Phantom, die zwar schon Anfang 2003 angekündigt wurde, sich bisher aber noch nicht in Form eines käuflich erwerbbaren Produkts manifestiert hat – nun gibt es jedoch wieder Neues zu berichten, denn Anfang Januar 2005 soll Phantom auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas gezeigt werden.
/ Christian Klaß
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Zuletzt war Infinium Labs auf der US-Spielefachmesse E3 im Mai 2004 vertreten, allerdings stahlen dem System zwei PC-Spielehandhelds die Show. Im Jahr 2004 investierte Infinium Labs zudem viel Zeit darin, kritische Journalisten vor Gericht zu zerren – wenn auch bisher erfolglos. HardOCP hatte wegen der ständigen Phantom-Verschiebungen die Unternehmensführung von Infinium Labs durchleuchtet und einige interessante Details veröffentlicht.

Infinium Labs selbst fing sich laut The Register im April 2004 nicht nur eine Klage von einem enttäuschten Ex-Angestellten, sondern auch von DiStream ein, deren Softwaretechnik das Unternehmen inspiziert und nachprogrammiert haben soll. Ende November/Anfang Dezember 2004 klagte schließlich The Register zufolge(öffnet im neuen Fenster) noch die Investment-Bank SBI-USA wegen Betrug und Vertragsverletzung, was Infinium Labs allerdings als haltlos bezeichnete, da SBI-USA selbst keine Investoren habe an Land ziehen können. Laut der Site " Where is Phantom?(öffnet im neuen Fenster) ", welche die Geschichte um Phantom kritisch begleitet, kam Mitte Dezember 2004 noch der Datenbank-Dienstleister Baytree Associates hinzu, da Infinium Labs angeblich nicht zahlte. Auf www.WhereIsPhantom.com(öffnet im neuen Fenster) laufen deswegen schon Wetten, wie lange Infinium Labs finanziell noch durchhält und ob es die Phantom jemals auf den Markt schaffen wird.

Auf der CES 2005 will Infinium Labs seinen "Phantom Game Service" einmal mehr demonstrieren. Es scheint also immer noch Hoffnung für die zugehörige, auf Windows XP Embedded basierende und als Phantom Game Receiver bezeichnete Spielekonsole zu geben. Diese wird per Breitband über den Phantom Game Service mit Spielen beliefert und basiert – diese Daten sind mittlerweile bekannt – auf einem Athlon XP 2500+, einem Nforce-2-Ultra-400-Board, einer GeForceFX 5700 Ultra, 256 MByte RAM sowie einer 40-GByte-Festplatte und kommt mit drahtloser Tastatur, Maus und Gamepad. Mit einer GeForceFX 5700 Ultra gewinnt man im PC-Bereich zwar keinen Blumentopf mehr, aber die Grafikleistung des Systems liegt immerhin über der von aktuellen Konsolen.

Infinium Labs will seinen Phantom Game Service inkl. Konsole im Laufe des Jahres 2005 starten, wann genau gab das Unternehmen bisher nicht an. Im September 2004 wurde aber immerhin eine Liste von 20 mehr oder weniger bekannten Publishern veröffentlicht, welche ihre PC-Spiele für die Online-Distribution auf die Phantom-Konsole anpassen wollen – dazu zählen auch Atari, Codemasters, Eidos und Vivendi Universal. Phantom wird es gegen die alteingesessenen Spielekonsolen GameCube, Xbox und vor allem den Marktführer PlayStation 2 recht schwer haben, zumal 2005 deren Nachfolger zumindest offiziell angekündigt und Kunden damit zum Warten auf deren Markteinführung animiert werden dürften.


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