RFID: Datenschützer sollen ubiquitäres Computing untersuchen
Das Projekt läuft unter der Bezeichnung "Technikfolgen-Abschätzung Ubiquitäres Computing und Informationelle Selbstbestimmung" (TAUCIS). Im Kern steht dabei die RFID-Technik, also Transponder, die, angebracht an Waren und Verpackungen, über einen Sender kontaktlos ausgelesen werden können. Das "ubiquitäre Computing" soll es so ermöglichen, Waren aller Art von der Schokolade bis zum Pullover, vom Reisekoffer bis zur Eintrittskarte, vom Reisepass bis zu Geldscheinen zu identifizieren.
In künftigen Generationen sollen dann Geräte des Alltags wie Kühlschrank, Beleuchtung oder Heizung auf Bedarfsprofile ihres Besitzers reagieren (Ambient Intelligence) und miteinander kommunizieren.
"Wenn nun die Objekte nicht nur über sich, sondern auch über ihren Besitzer zu erzählen beginnen, dann sind wir als Verbraucher und Kunden mit ernsthaften Datenschutzproblemen konfrontiert" , erläutert Dr. Johann Bizer, stellvertretender Landesbeauftragter und Projektleiter.
Dabei eröffne die Technologie heute noch kaum vorstellbare Möglichkeiten, das Verhalten von Menschen über die Objekte, die sie mit sich tragen, zu erfassen und zu verarbeiten. "Diese Technologie bietet auch wirtschaftliche Vorteile, z.B. in der Warenlogistik. Umso wichtiger ist es, die Möglichkeiten einer datenschutzkonformen Gestaltung herauszuarbeiten" , so Bizer weiter.
Projektpartner des ULD ist dabei das Institut für Wirtschaftsinformatik an der Humboldt-Universität zu Berlin in Person von Prof. Oliver Günther und Dr. Sarah Spiekermann, die bereits seit längerem über ubiquitäres Computing und Privacy-Aspekte forschen.