PureVideo: Nvidia beschleunigt HD-Videos
Hinter dem Namen PureVideo verbirgt sich der Einsatz der seit acht Monaten im Wesentlichen brach liegenden Video-Einheit der GeForce-6-Grafikchips. Die bei allen modernen Grafikprozessoren gebotenen Entlastungen der CPU sind zwar vorhanden, es fehlte jedoch bisher eine spürbare Beschleunigung bei der Wiedergabe von HD-Videos. Diese sind mit Titeln wie "The Italian Job" oder den beiden Tomb-Raider-Streifen bereits auf so genannten "HD DVD-ROMs" im Handel. Zum Einsatz kommt dabei Microsofts WMV9-Codec. Auch die ersten hochauflösenden MPEG-2-Ausstrahlungen flimmerten schon über deutsche Bildschirme, für 2005 sind unter anderem von Premiere weitere Sendungen geplant.
HD-Video ist also schon da – nur mangelt es noch an der Hardware, um die Inhalte flüssig wiederzugeben. Intel empfahl bereits auf dem Frühjahrs-IDF 2004 einen PC mit einem 3-GHz-Pentium-4, um die extreme Datenmenge mit bis zu 1.920 mal 1.080 Bildpunkten zu dekodieren.
Das schaffen nur die wenigsten Consumer-PCs – die Grafikkarten sind gefragt. Nvidia empfiehlt für seine Lösung den Media Player 10 von Microsoft, gepaart mit dem eigenen, 20 Dollar teuren DVD-Decoder. Dann sorge das Paket zusammen mit einer GeForce-6-GPU beliebiger Klasse unter anderem für ruckfreie Wiedergabe von Kinomaterial am PC. Gedreht werden die Streifen stets mit 24 Bildern pro Sekunde, DVDs etwa können aber mit 23,97, 25 oder 30 Bildern erstellt werden. Da ein PC-Display mit einer völlig anderen Wiederholfrequenz von beispielsweise 100 Bildern pro Sekunde arbeitet, kommt ein Film dort oft ins Stottern. Neben diesem "3:2 Pulldown" bietet PureVideo auch durch adaptives Deinterlacing und andere Funktionen eine Verbesserung der Bildqualität bei allen Inhalten.
Wie weit jedoch die CPU bei HD-Videos wirklich entlastet wird, ist noch nicht endgültig geklärt. Nach ersten Tests der Kollegen von Computerbase(öffnet im neuen Fenster) ist ein Pentium 4 mit 2,8 GHz bei HD-MPEG-2 bereits voll ausgelastet. Mit PureVideo lag die CPU-Last nur um 30 Prozent. Bei WMV9-Material war die Beschleunigung jedoch weit weniger effizient. Dass GeForce 6800 Ultra und 6800 GT WMV9 nicht per Hardware beschleunigen können, hatte Nvidia inzwischen ja auch eingeräumt. Von der GeForce 6800 bis hinab zu einer 6600 soll das jedoch mit allen Auflösungen funktionieren – zumindest auf PCI-Express-Karten. Bei AGP-Grafikkarten bieten nur 6600 und 6600 GT die volle HD-Beschleunigung.
Die neuen GeForce-6200-Karten mit "TurboCache" für PCI-Express schaffen das laut Nvidia bei 64 und 32 MByte Cache noch mit 1.280 mal 720 Punkten Videoauflösung (720p), bei nur 16 MByte TurboCache scheitert die Hardware-Beschleunigung jedoch wieder und ein stärkerer Prozessor ist gefragt.
ATI hatte eine zu PureVideo(öffnet im neuen Fenster) vergleichbare Technologie bereits im Rahmen einer Presseveranstaltung Ende November 2004 angesprochen – aber noch nicht groß angekündigt, geschweige denn eingeführt. [von Nico Ernst]



